Asien am Morgen – 20.02.2026

Der asiatische Börsenverlauf zeigt sich aktuell von einer deutlichen Risikoaversion („Risk-off“-Stimmung) geprägt, die primär durch eskalierende geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran ausgelöst wurde. Die Märkte reagieren mit Kursverlusten auf die Befürchtung eines US-Militärschlags gegen den Iran, was zu einem „Meer aus Rot“ in den frühen Handelssitzungen führte.

Entwicklungen in den wichtigsten Regionen und Sektoren:

Geopolitische Belastungsfaktoren und Rohstoffe

  • Ölpreis-Surge: Die Sorge vor einer Sperrung der Straße von Hormus, einer zentralen globalen Schifffahrtsroute, ließ die Ölpreise massiv ansteigen. WTI-Spotpreise kletterten über 66 USD pro Barrel, während Brent-Rohöl deutlich über 70 USD gehandelt wurde – die höchsten Stände seit August.
  • Sichere Häfen: Aufgrund der Unsicherheit stieg die Nachfrage nach „Safe Haven“-Assets wie Gold und dem US-Dollar, während auch der Volatilitätsindex (VIX) zunahm.
  • Energie-Sektor: Während die breiten Indizes unter Druck standen, konnten energiebezogene Aktien von den steigenden Ölpreisen profitieren und dämpften in einigen Märkten die Verluste ab.

Marktentwicklung nach Regionen

Japan

  • Nikkei 225: Die Nikkei-Futures verzeichneten Verluste von fast 1 %. Trotz einer allgemeinen Marktschwäche zeigte sich der Fertigungssektor robust; der vorläufige Einkaufsmanagerindex (PMI) für Februar stieg auf 53,8, was auf eine anhaltende Expansion hindeutet.
  • Inflation und Währung: Die Kern-Verbraucherpreise (CPI) in Japan verlangsamten sich im Januar auf 2 %, was unter den Erwartungen der Ökonomen lag. Der Japanische Yen handelte schwach bei etwa 155 gegenüber dem US-Dollar, was den Nikkei teilweise stützte, bevor die allgemeinen geopolitischen Sorgen überwogen.
  • Unternehmensfokus: Der Halbleitermaterial-Zulieferer Resonac meldete zwar eine Prognose unter den Schätzungen, verzeichnete aber ein starkes Wachstum von 14 % bei Verkäufen im Halbleiterbereich, getrieben durch die KI-Nachfrage.

Australien

  • ASX 200/100: Der australische Markt eröffnete mit deutlichen Verlusten. Der ASX 100 verzeichnete seinen ersten Rückgang seit sechs Handelstagen.
  • Währung: Der Australische Dollar erhielt leichten Auftrieb durch besser als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktdaten in der vorangegangenen Sitzung.

Südkorea

  • Kospi: Im Gegensatz zum allgemeinen Trend hielt sich der südkoreanische Markt stabil und bewegte sich nahe Rekordhochs, nachdem er aus den Feiertagen zum Neumond-Neujahr zurückgekehrt war. Dennoch stand der Koreanische Won unter Druck und notierte bei etwa 1450 gegenüber dem Dollar.
  • Politische Unruhen: Innenpolitisch sorgt die Verurteilung des ehemaligen Präsidenten Yoon Suk-yeol zu lebenslanger Haft wegen eines Aufstandsversuchs im Jahr 2024 für Schlagzeilen, was jedoch die aktuelle Marktstärke nicht unmittelbar brach.

China und Hongkong

  • Wiedereröffnung: Die Märkte in Hongkong nahmen den Handel nach den Feiertagen wieder auf. Trotz solider Reisedaten (Passagierverkehr stieg um 4 %) hinkt der chinesische Markt mit einem Plus von nur etwa 1 % im bisherigen Jahresverlauf deutlich hinter dem breiteren asiatisch-pazifischen Index (+12 %) her.
  • Konsumtrends: Es zeigt sich ein ungleiches Bild; während Mittelklasse-Hotels florieren, bleibt der Luxussektor schwach, was auf einen fehlenden „Vermögenswerteffekt“ bei den Konsumenten hindeutet.

Sektorspezifische Entwicklungen

  • Technologie und KI: Es gibt eine Divergenz im Tech-Sektor. Während Hardware-Zulieferer (Upstream) wie TSMC oder Samsung von der KI-Nachfrage profitieren, leiden Software-as-a-Service (SaaS)-Unternehmen unter einer „KI-Disruptions-Angst“, bei der Investoren traditionelle Softwaretitel zugunsten von KI-Gewinnern verkaufen.
  • Private Credit: Frische Sorgen im 1,8 Billionen USD schweren Private-Credit-Markt entstanden, nachdem Blue Owl Capital die Rücknahmen aus einem seiner Fonds einschränkte. Dies belastete die Aktien von alternativen Asset-Managern und erinnerte die Anleger an Liquiditätsrisiken.

Geldpolitik der Zentralbanken

Die Märkte verarbeiten zudem unterschiedliche Signale der Zentralbanken. Während die Bank of Japan (BOJ) trotz sinkender Inflation an einem vorsichtigen Pfad der Straffung festhalten könnte, signalisierte die neuseeländische Zentralbank (RBNZ), dass die Kerninflation stabil sei und man Geduld walten lassen werde. In den USA führen hawkishe Töne in den Fed-Protokollen dazu, dass Händler mögliche Zinserhöhungen einpreisen, falls der Inflationsdruck anhält.


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