Tagesrückblick Schweiz: 12.03.2025

Analyse des Schweizer Finanzmarkts am 12. März 2025

Marktentwicklung und Gesamtstimmung

Der Schweizer Aktienmarkt zeigte am Mittwoch eine deutliche Erholung nach den Verlusten der letzten Tage. Der SMI stieg um 1,39 % auf 12’868,43 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich nahe der 13’000-Punkte-Marke notierte. Auch der SPI (+1,44 % auf 17’053,60 Punkte) und der SLI (+1,30 % auf 2’080,80 Punkte) legten deutlich zu. Diese Entwicklung stand im Einklang mit einer breiten Erholung der europäischen Märkte, insbesondere des EURO STOXX 50, der um 0,87 % auf 5’356,25 Punkte zulegte. Der DAX verzeichnete mit +1,52 % auf 22’667,76 Punkte ebenfalls einen kräftigen Anstieg.

SMI

Haupttreiber der Marktstimmung war eine Kombination aus positiven US-Inflationsdaten und Hoffnungen auf eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg, was das geopolitische Risiko etwas dämpfte. Die leichte Abschwächung der US-Inflationsrate auf 2,8 % sorgte für Spekulationen über eine lockerere Geldpolitik der Fed, wenngleich der Markt weiterhin durch den Handelskonflikt zwischen den USA und ihren Partnern (EU, Kanada) belastet wurde.

Einflussfaktoren auf den Markt

  • Positive Impulse durch US-Inflation: Die niedrigere als erwartete Inflationsrate in den USA deutet auf eine mögliche Lockerung der Geldpolitik hin, was zu einer Marktberuhigung beitrug.
  • Geopolitische Spannungen: Die USA setzten Zölle auf Stahl und Aluminium in Kraft, woraufhin die EU und Kanada Vergeltungsmaßnahmen ankündigten.
  • Schweizer Wirtschaft bleibt stabil: Moody’s bestätigte den stabilen Ausblick für den Schweizer Bankensektor aufgrund der robusten Wirtschaft und der früheren Zinssenkung der SNB.

Unternehmenswerte im Fokus

Gewinner des Tages

  • Roche (+3,6 %): Der Pharmakonzern profitierte von einer 5,3-Milliarden-Dollar-Kooperation mit Zealand Pharma zur Entwicklung eines Medikaments gegen Fettleibigkeit.
  • Sandoz (+3,8 %): Die Aktie des Generikaherstellers stieg nach einer Hochstufung durch die Deutsche Bank auf „Buy“.
  • Richemont (+2,4 %): Analystenstudien gaben dem Luxusgüterhersteller Rückenwind.
  • SGS (+2,0 %), Sika (+1,4 %), Holcim (+1,3 %): Zyklische Werte profitierten von der Markterholung.
  • UBS (+1,5 %), Julius Bär (+1,6 %): Finanzwerte waren gefragt.

Verlierer des Tages

  • Logitech (-2,2 %): Analysten senkten ihre Kursziele für den PC-Zubehörhersteller.
  • Kühne+Nagel (-1,2 %): Der Logistikkonzern litt unter verhaltenen Marktprognosen.
  • Lindt & Sprüngli (-0,7 %): Setzte den Abwärtstrend vom Vortag fort.
  • Tecan (-3,7 %): Die Aktie des Laborausrüsters fiel nach schwachen Jahreszahlen.
SMI

Währungen, Rohstoffe und Krypto

  • EUR/CHF: 0,9634 (-0,05 %) → Der Euro verlor leicht gegenüber dem Franken.
  • USD/CHF: 0,8831 (+0,01 %) → Kaum Bewegung im Wechselkurs.
  • Bundesanleihen: 0,7620 (+5,83 %) → Starker Anstieg, was auf eine höhere Nachfrage nach sicheren Anlagen hindeutet.
  • Ölpreis (Brent): 70,91 USD (+1,46 %) → Öl legte zu, gestützt durch gesunkene Produktionsprognosen.
  • Gold: 2’934,83 USD (+0,61 %) → Stabiler Anstieg aufgrund anhaltender Unsicherheiten.
  • Bitcoin: 81’746,64 USD (+0,46 %) → Krypto-Währungen zeigten moderate Gewinne.

Fazit und Ausblick

Der Schweizer Finanzmarkt zeigte eine starke Erholungsbewegung und profitierte von einer optimistischeren Marktlage in Europa. Vor allem Pharma- und Finanzwerte trieben die Indizes an. Während geopolitische Spannungen weiter bestehen, könnten die positiven Inflationsdaten aus den USA für eine gewisse Entlastung sorgen. Der Markt bleibt jedoch empfindlich gegenüber neuen Entwicklungen im Handelsstreit und möglichen Zinsentscheidungen der Zentralbanken.


SIX will mit Sparprogramm Effizienz steigern und Wachstum fördern

Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX plant ein umfassendes Dreijahres-Spar- und Wachstumsprogramm, um ihre Profitabilität zu steigern. Ziel ist es, die Kostenbasis bis 2027 um mehr als 120 Millionen Franken zu senken und gleichzeitig die operative Marge (EBITDA) von 28 % auf über 40 % zu verbessern.

Kernpunkte des Programms:

  • Stellenabbau: Bis Ende 2025 sollen rund 150 Stellen gestrichen werden, teilweise durch natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen.
  • Ertragswachstum: SIX strebt ein mittleres einstelliges Wachstum pro Jahr bis 2027 an.
  • Effizienzsteigerung: Einsparungen sollen nicht nur durch Personalabbau, sondern auch durch Optimierung des Angebotsportfolios und Reduzierung externer Dienstleistungen erzielt werden.
  • Akquisitionen geplant: Neben organischem Wachstum plant SIX ein bis zwei Zukäufe, etwa im Bereich Datenverarbeitung und Nachhandel.

Finanzentwicklung und Herausforderungen:

  • 2024 erzielte SIX 1,59 Milliarden Franken Umsatz (+4 %) bei einem EBITDA von 443,7 Millionen Franken (+3,6 %).
  • Trotz eines Gewinns von 38,7 Millionen Franken musste SIX aufgrund des stark gefallenen Aktienkurses ihrer Beteiligung an Worldline eine Wertberichtigung von 167,7 Millionen Franken vornehmen.
  • Die Beteiligung an Worldline (10,5 % Anteil) bleibt trotz dieser Verluste strategisch wichtig.

Marktstrategie und Zukunftspläne:

  • Kostenreduktion durch Preisanpassungen für Dienstleistungen, die Banken (gleichzeitig Anteilseigner) nutzen.
  • Expansion durch gezielte Übernahmen, z. B. die geplante Übernahme der Aquis Exchange, die im zweiten Quartal abgeschlossen werden soll.
  • Stärkung der Marktposition durch verstärkte Nutzung des bestehenden Geschäftsmodells.

Das Unternehmen sieht sich durch die Maßnahmen langfristig gut positioniert, um effizienter zu agieren und sich gegen wachsenden Wettbewerb aufzustellen.


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