ETF-Boom mit Schat­ten­sei­ten – War­um spe­zia­li­sier­te Pro­duk­te oft Ver­lus­te brin­gen

Bör­sen­ge­han­del­te Fonds (ETFs) gel­ten als Para­de­bei­spiel für die Demo­kra­ti­sie­rung der Kapi­tal­an­la­ge: kos­ten­güns­tig, trans­pa­rent, liqui­de. Brei­te Index­fonds auf den S&P 500 oder den MSCI World ermög­li­chen es selbst Klein­an­le­gern, mit gerin­gen Gebüh­ren ein diver­si­fi­zier­tes Port­fo­lio auf­zu­bau­en. Doch neben die­sem Erfolgs­mo­dell hat sich ein zwei­ter, weni­ger vor­teil­haf­ter Markt­strang eta­bliert – spe­zia­li­sier­te ETFs, die in enge Bran­chen oder modi­sche The­men inves­tie­ren.

Eine aktu­el­le Ana­ly­se von Ben-David, Fran­zo­ni, Kim und Moussa­wi zeich­net ein kri­ti­sches Bild. Die­se Pro­duk­te ver­spre­chen den Anle­gern, an „hei­ßen“ Trends teil­zu­ha­ben – von Can­na­bis-Akti­en über Was­ser­stoff bis hin zu „Work from Home“-Titeln. Die Rea­li­tät: In den ers­ten fünf Jah­ren nach Auf­la­ge ver­lie­ren spe­zia­li­sier­te ETFs im Schnitt rund sechs Pro­zent pro Jahr an risi­ko­ad­jus­tier­ter Ren­di­te. Die­ses Minus lässt sich weder durch höhe­re Gebüh­ren noch durch Absi­che­rungs­nut­zen erklä­ren. Der Grund liegt tie­fer: Die zugrun­de lie­gen­den Akti­en sind zum Zeit­punkt der ETF-Auf­le­gung oft bereits über­be­wer­tet, befeu­ert durch Medi­en­hype und vor­he­ri­ge Kurs­ral­lys.

Der Mecha­nis­mus folgt einem bekann­ten Mus­ter: Anle­ger extra­po­lie­ren ver­gan­ge­ne Gewin­ne in die Zukunft, Anbie­ter nut­zen kur­ze Time-to-Mar­ket-Fris­ten, um die­se Stim­mung zu bedie­nen. Statt lang­fris­tig sta­bi­le Wer­te zu schaf­fen, wird spe­ku­la­ti­ve Nach­fra­ge mone­ta­ri­siert. Auf­fäl­lig ist, dass gera­de weni­ger erfah­re­ne Pri­vat­an­le­ger – etwa über Platt­for­men wie Robin­hood – zu den Haupt­käu­fern die­ser Pro­duk­te zäh­len.

Das Fazit ist ernüch­ternd: Wäh­rend brei­te ETFs eine effi­zi­en­te, kos­ten­güns­ti­ge und für den Ver­mö­gens­auf­bau sinn­vol­le Anla­ge­form dar­stel­len, die­nen spe­zia­li­sier­te ETFs häu­fig als teu­re Vehi­kel zur Auf­merk­sam­keits­er­zeu­gung. Wer sich hier vom Mar­ke­ting­glanz lei­ten lässt, ris­kiert nicht nur sein Kapi­tal, son­dern finan­ziert vor allem die Mar­gen der Emit­ten­ten. Anle­ger soll­ten daher prü­fen, ob ein ETF ech­ten Mehr­wert durch Diver­si­fi­ka­ti­on und Kos­ten­er­spar­nis bie­tet – oder ob er ledig­lich ein modi­sches Eti­kett auf über­hitz­te Märk­te klebt.


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