DAX bei 25.000 Punk­ten: Rekord mit Risi­ken und Warn­si­gna­len

Am 7. Janu­ar erreich­te der DAX erst­mals die Mar­ke von 25.000 Punk­ten. Wäh­rend die­ser Mei­len­stein psy­cho­lo­gisch bedeu­tend ist, gibt es erheb­li­che Stim­men und Warn­si­gna­le, die eine dif­fe­ren­zier­te Betrach­tung die­ser Rekord­jagd for­dern.

1. Ent­kop­pe­lung von Gewin­nen und Kur­sen

Ein wesent­li­cher Kri­tik­punkt ist die fun­da­men­ta­le Bewer­tung des Index. Wäh­rend der DAX in den Jah­ren 2023, 2024 und 2025 jeweils um etwa 20 % zuleg­te, haben sich die Gewin­ne der Kon­zer­ne in den letz­ten drei Jah­ren kaum bewegt und sind weit­ge­hend sta­gniert. Dies führt zu einer deut­li­chen Über­be­wer­tung: Gemes­sen am 20-Jah­res-Mit­tel wird der DAX aktu­ell als um 25 % über­be­wer­tet ein­ge­schätzt. Ana­lys­ten war­nen daher, dass ein Rück­set­zer fol­gen könn­te.

2. Kri­tik an der Berech­nungs­me­tho­de (Per­for­mance-Index)

Ein häu­fi­ger Kri­tik­punkt betrifft die Art und Wei­se, wie der DAX berech­net wird. Er ist ein Per­for­mance-Index, bei dem sämt­li­che Divi­den­den rech­ne­risch reinves­tiert wer­den, was die Kurs­ent­wick­lung im inter­na­tio­na­len Ver­gleich „geschönt“ erschei­nen lässt.

  • Wür­de man den DAX als rei­nen Kurs-Index berech­nen (wie etwa den S&P 500 oder den bri­ti­schen FTSE), stün­de er aktu­ell ledig­lich bei etwa 9.380 Punk­ten.
  • Die­ser enor­me Unter­schied ver­deut­licht, dass der Rekord­stand zu einem gro­ßen Teil auf Aus­schüt­tun­gen und nicht auf rei­nem Kurs­wachs­tum basiert.

3. Man­geln­de Brei­te des Auf­schwungs

Obwohl der Index bei 25.000 Punk­ten notiert, ist die­ser Rekord nicht reprä­sen­ta­tiv für alle ent­hal­te­nen Unter­neh­men. Tat­säch­lich notie­ren aktu­ell nur zwei der 40 DAX-Akti­en auf einem Rekord­hoch: Sie­mens Ener­gy und Hei­del­berg Mate­ri­als. Die rest­li­chen 38 Unter­neh­men befin­den sich unter ihren All­zeit-Hochs, was die Fra­gi­li­tät des Gesamt­in­dex-Rekords unter­streicht.

4. Geo­po­li­ti­sche Risi­ken und Markt­fak­to­ren

Trotz der aktu­el­len Resi­li­enz der Märk­te gibt es Unsi­cher­hei­ten, die als poten­zi­el­le Gefah­ren für den Rekord­stand gese­hen wer­den:

  • Donald Trump: Zwar gilt er als markt­freund­lich, doch sei­ne unvor­her­seh­ba­ren Ent­schei­dun­gen könn­ten jeder­zeit für Über­ra­schun­gen sor­gen.
  • KI-Bla­se: Es besteht die Sor­ge vor einer plat­zen­den Bla­se im Bereich der Künst­li­chen Intel­li­genz, was beson­ders die US-Märk­te und in der Fol­ge auch den DAX tref­fen könn­te.
  • Ölpreis-Dyna­mik: Wäh­rend sin­ken­de Ölprei­se (begüns­tigt durch neue Ent­wick­lun­gen in Vene­zue­la) die Kon­junk­tur stüt­zen kön­nen, bleibt die Lage am Ener­gie­markt eine unsi­che­re Kom­po­nen­te.

Stra­te­gi­sche Emp­feh­lun­gen der Exper­ten

Auf­grund die­ser Kri­tik­punk­te raten eini­ge Ana­lys­ten dazu, die 25.000 Punk­te als Signal zum „Kas­se machen“ zu nut­zen und Gewin­ne mit­zu­neh­men. Für Anle­ger, die den­noch inves­tie­ren wol­len, schlägt die Fach­pres­se ein „Drei-Töp­fe-Modell“ vor:

  • Ein Drit­tel jetzt inves­tie­ren.
  • Ein Drit­tel in Reser­ve hal­ten, um bei einem Rück­set­zer von 10 % nach­zu­kau­fen.
  • Das letz­te Drit­tel inves­tie­ren, falls die Märk­te um 20 % fal­len.

Man kann sich den DAX bei 25.000 Punk­ten wie einen Berg­stei­ger vor­stel­len, der einen neu­en Gip­fel erreicht hat, dabei aber einen Ruck­sack trägt, der zur Hälf­te mit Luft­bal­lons (den reinves­tier­ten Divi­den­den) gefüllt ist. Er steht zwar hoch oben, aber der Boden unter ihm (die tat­säch­li­chen Unter­neh­mens­ge­win­ne) ist dün­ner gewor­den, was den Stand weni­ger sta­bil macht, als es auf den ers­ten Blick scheint.


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