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DAX am 15.01.2026 (Xetra)
1) Schlussstand und Grundtendenz
Der DAX beendete den Handelstag mit einem kleinen Plus und schloss bei 25.352,39 Punkten (+0,26 %, 17:50:00).
Das Gesamtbild: lange zäh und richtungslos, erst später am Tag setzte sich eine leichte Aufwärtsbewegung durch.

Intraday
DAX-Tagesverlauf – 15.01.2026
1. Gesamtüberblick
Der DAX beendete den Handelstag mit einem moderaten Plus von +0,26 % bei 25.352 Punkten. Trotz zwischenzeitlicher Schwächephasen setzte sich im Tagesverlauf eine konstruktive Grundtendenz durch. Auffällig war weniger ein dynamischer Trend, sondern vielmehr ein zäher, stufenweiser Anstieg mit wiederholten Rücksetzern.

2. Handelsverlauf im Detail
Vormittag (09:00–12:00 Uhr)
- Schwacher bis volatiler Start in den Handel
- Mehrere kurze Abwärtsbewegungen bis in den Bereich um 25.240 Punkte
- Käufer traten wiederholt auf, jedoch ohne nachhaltige Impulse
→ Markt wirkte abwartend, kaum Trendbereitschaft
Mittagsphase (12:00–14:00 Uhr)
- Deutlichster Rücksetzer des Tages
- Tiefpunkt erneut im Bereich 25.240–25.250 Punkte
- Technisch relevante Zone hielt stand
→ Diese Stabilisierung erwies sich im Nachhinein als entscheidend
Nachmittag (14:00–16:30 Uhr)
- Zunehmend höhere Tiefs
- Allmählicher Übergang in einen geordneten Aufwärtstrend
- Unterstützt durch positive Impulse aus den USA und einzelne starke Indexschwergewichte
Schlussphase (ab ca. 16:30 Uhr)
- Spürbare Beschleunigung
- Tageshoch nahe 25.375 Punkte
- Leichte Gewinnmitnahmen zum Handelsschluss, aber kein Abverkauf
→ Starker Schluss spricht für kurzfristiges Käuferinteresse
3. Marktbreite und Sektoren
- Zyklische Werte und Industrie stützten den Index
- Einzelne Schwergewichte zogen den Markt nach oben
- Auf der Verliererseite belasteten vor allem defensive und zinssensitive Titel
→ Der Anstieg war nicht flächendeckend, sondern selektiv
4. Kritische Einordnung
- Das Tagesplus wirkt auf den ersten Blick solide, ist jedoch weniger Ausdruck von Momentum als von fehlendem Verkaufsdruck.
- Die mehrfach getestete Unterstützungszone um 25.240 Punkte bleibt kurzfristig zentral.
- Der späte Anstieg könnte ebenso gut positionsgetrieben (Short-Eindeckungen, US-Impuls) wie fundamental motiviert sein.
- Ohne Anschlusskäufe besteht das Risiko, dass die Bewegung lediglich eine technische Erholung innerhalb einer Seitwärtsphase bleibt.
5. Fazit
Der DAX zeigte sich heute robust, aber nicht überzeugend dynamisch. Die Verteidigung der Unterstützung und der starke Schluss sind positiv zu werten, reichen jedoch allein noch nicht für ein belastbares Trendurteil. Entscheidend wird sein, ob der Index die Zone oberhalb von 25.350 Punkten in den kommenden Sitzungen behaupten und ausbauen kann.
2) Tagesverlauf im Handelsablauf
Früher Handel: Pause nach der Rekordjagd / Gewinnmitnahmen
- Zum Start überwog Zurückhaltung: Der DAX notierte zunächst leicht im Minus bzw. kaum verändert. Hauptmotiv: Gewinnmitnahmen nach den vorherigen Rekordtagen und fehlende neue Impulse.
- Der Rekordstand blieb zwar „in Sichtweite“, aber die Dynamik der Rekordserie ließ nach.
Mittagsphase: weiterhin lethargisch
- Der Markt blieb über weite Strecken träge; wichtige Impulse (z. B. US-Berichtssaison oder US-Daten) sorgten in Frankfurt zunächst nicht für klare Richtungsentscheidungen.
Später Handel: leichte Erholung / Schub durch USA & Halbleiter-Stimmung
- Erst im späten Handel konnte der DAX etwas zulegen.
- Als Treiber werden vor allem positive Impulse aus den USA sowie die sehr optimistische Perspektive des Chipriesen TSMC genannt, die global die Risikobereitschaft stützte und insbesondere Halbleiterwerte befeuerte.
3) Zentrale Einflussfaktoren des Tages
A) Marktpsychologie: „zu schnell, zu weit“ – daher Konsolidierung
- Mehrere Marktstimmen betonen, dass der DAX vielen Anlegern in kurzer Zeit zu stark gestiegen sei. Das erhöht die Neigung zu Gewinnmitnahmen und macht eine Konsolidierung wahrscheinlicher.
- Einschätzung von ActivTrades: Der Rücksetzer zuvor habe gezeigt, dass oberhalb von 25.500 Punkten „die Luft dünner“ wird – sprich: Dort trifft der Markt auf stärkeren Widerstand/Abgabedruck.
Kritische Einordnung:
Das wirkt plausibel: Nach einer Serie starker Tage ist ein „Atemholen“ statistisch und psychologisch naheliegend. Gleichzeitig bleibt offen, ob diese Konsolidierung nur kurzfristig ist (gesunde Pause) oder ob sie in eine breitere Korrektur kippt. Die Quellen liefern hier eher Stimmungsdiagnosen als harte Belege.
B) Halbleiter-/Tech-Impuls: TSMC als Stimmungsanker
- TSMC übertraf Erwartungen und gab einen optimistischen Ausblick; zudem sind hohe Investitionen (Capex) Thema. Das sorgte für Rückenwind bei Halbleiterwerten und besonders bei deutschen Chip-Zulieferern.
- Konkrete Marktreaktionen: Aixtron deutlich höher, Süss Microtec sehr stark; auch weitere Zuliefer-/Technologiewerte wurden genannt.
Kritische Einordnung:
Hier liegt ein klassischer „Narrativ-Treiber“ vor: KI-Investitionen → Chipnachfrage → Zulieferer profitieren. Das kann kurzfristig starke Moves auslösen. Aber: Solche Bewegungen sind anfällig für Übertreibung, weil ein Teil der Kursfantasie bereits auf Erwartungen basiert (Capex-Pläne, Nachfrageprojektionen), nicht nur auf gesicherten Auftragseingängen.
C) Makro Deutschland: BIP 2025 leicht positiv
- Das Statistische Bundesamt meldete in einer ersten Schätzung: BIP 2025 +0,2 % (nach zuvor schwächerem Vorjahr).
- Kommentierungen deuten auf einen möglichen Wendepunkt (u. a. Hinweise auf steigende Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe).
- Gleichzeitig: Am Aktienmarkt blieb die unmittelbare Reaktion überschaubar – der DAX bewegte sich eher seitwärts, bis zum späten Schub.
Kritische Einordnung:
Das BIP-Plus ist ein Lichtblick, aber sehr klein. Für Aktien zählt vor allem: Wie nachhaltig ist die Verbesserung, und wie stark wird sie sich in Gewinnen niederschlagen? Dass der Markt kaum reagierte, ist konsequent: Ein marginales BIP-Plus verändert Bewertungsmodelle nicht sofort – besonders nicht in einem Index, der stark von globalen Erlösquellen abhängig ist.
D) Geopolitik/Öl: Entspannungssignale Iran drücken Ölpreis
- Berichtet wird von Entspannungssignalen rund um den Iran; in der Folge gaben Ölpreise deutlich nach (Brent in der Tagesschau-Darstellung rund -3 %).
- Auch im Handelsblatt wird das als Grund für fallende Ölpreise genannt; die Sorge vor einem US-Militärschlag habe nachgelassen.
Kritische Einordnung:
Niedrigere Ölpreise können kurzfristig als „Risikoprämien-Entlastung“ wirken (weniger geopolitischer Stress, weniger Inflationsdruck). Aber geopolitische Headlines sind notorisch volatil: Der Markt kann hier schnell umschalten. Für den DAX war es eher stabilisierend als der Haupttreiber des Plus.
4) Einzelwerte und Marktbreite: Gewinner/Verlierer
RWE
- RWE gehörte zu den stärksten DAX-Werten (um +2,8 %) und überschritt laut Berichten wieder die 50-Euro-Marke. Begründet wurde dies u. a. mit positiven Analystenstimmen; zudem gab es Hinweise auf Rückenwind aus regulatorisch-politischen Themen (Genehmigung/Planung rund um Kraftwerksprojekte).
Fresenius
- Fresenius war laut dpa-AFX größter DAX-Verlierer (rund -4,5 %), nach zuvor starkem Lauf/hohem Niveau.
Halbleiter-Zulieferer (außerhalb DAX teils besonders stark)
- Aixtron und Süss Microtec sprangen deutlich an (teils +5 % bis +10 % Größenordnung).
Einordnung Marktbreite:
Die Quellen deuten auf ein Bild hin, in dem nicht „alles“ steigt, sondern bestimmte Themen (Halbleiter/Tech, einzelne Blue Chips wie RWE) den Ton setzen.
Das spricht eher für selektive Stärke als für eine breite, robuste Rally.
5) Technisch/Marktmechanisch: Was der Tag „sagt“ – und was nicht
- Der DAX bleibt nahe am Rekordbereich, aber das Überschreiten bzw. Halten von >25.500 gilt als schwierig („Luft dünn“).
- Das passt zum beobachteten Muster: lange Seitwärtsphase, späte Erholung, am Ende ein kleines Plus.
Kritischer Punkt:
Ein Tagesplus nach lethargischem Handel ist noch kein starkes Signal. Es kann genauso gut bedeuten:
- Trend intakt, nur Pause, oder
- Käufer werden vorsichtiger, Gewinne werden eher gesichert, Upside wird „teurer“.
Die Texte liefern Argumente für beides, tendieren aber in Summe zur Konsolidierungs-These.
Fazit
Der 15.01.2026 war ein Konsolidierungstag mit spätem Auftrieb: Vormittags dominierten Gewinnmitnahmen und Impulsmangel nach der Rekordjagd; am Nachmittag halfen positive US-Vorgaben und vor allem der TSMC-getriebene Rückenwind für Halbleiterwerte, den DAX ins Plus zu schieben.
Trotz des positiven Schlusses bleibt die Lage ambivalent: Der Index ist nah am Rekord, aber jenseits von 25.500 scheint kurzfristig Widerstand zu liegen, und die Stärke wirkt thematisch konzentriert statt breit abgestützt.
