1. Arbeitsmarkt
1.1 Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
- Aktueller Stand:
Die wöchentlichen Erstanträge beliefen sich zuletzt auf 200.000 Anträge. - Veränderung:
Anstieg um lediglich 1.000 Anträge gegenüber der Vorwoche. - Markterwartung:
Prognosen lagen deutlich höher (zwischen 208.000 und 209.000). - Revision:
Vorwochenwert leicht nach oben korrigiert auf 199.000. - Vierwochendurchschnitt:
Rückgang auf 201.500 Anträge.
Einordnung:
Das Niveau bleibt historisch niedrig und signalisiert weiterhin einen robusten US-Arbeitsmarkt .
2. Wirtschaftswachstum (BIP)
2.1 Drittes Quartal
- Wachstum:
Annualisiertes BIP-Wachstum von 4,4 %. - Revision:
Leichte Aufwärtskorrektur gegenüber der ersten Schätzung (4,3 %). - Vorquartal:
3,8 % Wachstum im zweiten Quartal. - Inflationskomponenten:
- PCE-Deflator: 2,8 %
- BIP-Deflator: 3,8 %
2.2 Viertes Quartal (Schätzung)
- Aussage von Präsident Trump:
Wachstum von 5,4 % im vierten Quartal. - Vergleich:
Doppelt so hoch wie die frühere IWF-Prognose. - Markterwartung:
Ökonomen rechnen eher mit rund 4,3 %. - Offizielle Daten:
Zum Zeitpunkt der Berichte noch nicht veröffentlicht.
3. Einkommen und Konsum
3.1 Private Einkommen
- November:
+0,3 % gegenüber dem Vormonat. - Erwartung:
+0,4 %. - Ursache der Unsicherheit:
Datenlücke im Oktober aufgrund des Regierungs-Shutdowns.
3.2 Konsumausgaben
- Anstieg:
+0,5 % – exakt im Rahmen der Prognosen.
4. Inflation
4.1 PCE-Inflation (maßgeblich für die Fed)
- Jahresrate:
2,8 % (Oktober: 2,7 %). - Kerninflation:
Ebenfalls 2,8 %. - Monatsrate:
+0,2 % (erwartungsgemäß). - Ziel der Fed:
2,0 %.
5. Energiemarkt
5.1 Rohöllagerbestände
- Rohöl:
+3,6 Millionen Barrel. - Benzin:
+6,0 Millionen Barrel. - Markterwartung:
Unveränderte Bestände. - Ölproduktion:
Leichter Rückgang gegenüber der Vorwoche.
6. Gesamtwirtschaftliche Bewertung
6.1 Positive Signale
- Sehr starker Arbeitsmarkt mit minimalen Entlassungszahlen
- Hohes Wirtschaftswachstum deutlich über langfristigem Trend
- Stabile Konsumausgaben, weiterhin tragende Säule der Konjunktur
- Inflationsentwicklung kontrolliert, wenn auch oberhalb des Fed-Ziels
6.2 Kritische Einordnung
- Inflation bleibt hartnäckig
Trotz Rückgängen liegt die PCE-Inflation mit 2,8 % weiterhin klar über dem Zielwert. Dies begrenzt den Spielraum für schnelle Zinssenkungen. - Diskrepanz zwischen Politik und Ökonomen
Die von Präsident Trump genannten 5,4 % Wachstum sind politisch aufgeladen und liegen deutlich über den Erwartungen unabhängiger Analysten. - Überhitzungsrisiken
Kombination aus:- starkem Arbeitsmarkt
- hohem Wachstum
- robustem Konsum
kann den Inflationsdruck erneut verstärken.
- Energiemarkt als Unsicherheitsfaktor
Steigende Lagerbestände sprechen für eine schwächere Nachfrage oder ein Überangebot – beides potenziell belastend für zukünftiges Wachstum.
7. Gesamtergebnis
Die vorliegenden Daten zeichnen das Bild einer außergewöhnlich widerstandsfähigen US-Wirtschaft:
- Wachstum deutlich über Potenzial
- Arbeitsmarkt extrem stabil
- Konsum weiterhin dynamisch
Gleichzeitig bleibt die Inflation der zentrale Bremsfaktor für eine lockerere Geldpolitik. Die US-Notenbank dürfte daher trotz erster Zinssenkungen vorsichtig bleiben. Kurzfristig überwiegt wirtschaftliche Stärke – mittelfristig bestehen jedoch Risiken einer erneuten Inflationsbeschleunigung und politisch überzeichneter Wachstumsnarrative.
