DAX-Tages­über­blick – 27.01.2026

Kom­pakt­ver­si­on

Index: DAX
27.01.26 17:50:00
Vor­tag: 24933.08
Ers­ter: 25008.03
Höchst: 25020.22 (09:06:03)
Tiefst: 24848.53 (16:28:18)
Letz­ter: 24894.44 (17:45:59)
Ver­än­de­rung: ‑38.64, ‑015%

1. Star­ker Euro, geo­po­li­ti­sche Unsi­cher­heit und Zins­sor­gen läh­men den DAX – US-Rekor­de blei­ben ohne Wir­kung.


Puma explo­diert nach Anta-Ein­stieg, wäh­rend SAP, Gea und Export­wer­te unter Druck gera­ten.

Stim­mung:
Abwar­tend bis latent defen­siv. Der Markt zeigt Ermü­dungs­er­schei­nun­gen nach star­ken Wochen, ohne in eine ech­te Kor­rek­tur über­zu­ge­hen.

Trotz neu­er Höchst­stän­de an den US-Bör­sen kommt der deut­sche Akti­en­markt nicht vom Fleck. Der DAX pen­delt rich­tungs­los um die Mar­ke von 24.900 Punk­ten und schließt leicht im Minus. Haupt­be­las­tungs­fak­tor bleibt der stark auf­wer­ten­de Euro, der export­las­ti­ge Titel struk­tu­rell unter Druck setzt. Gleich­zei­tig hem­men geo­po­li­ti­sche Risi­ken, die anste­hen­de Fed-Ent­schei­dung sowie eine zuneh­mend selek­ti­ve Berichts­sai­son die Risi­ko­be­reit­schaft.

2. Markt­be­richt: Indi­zes & Kon­junk­tur

Indi­zes (Xetra-Schluss):

  • DAX: −0,15 % auf 24.894 Punk­te
  • MDAX: −0,31 % auf 31.728 Punk­te
  • TecDAX: −0,5 %
  • Euro Sto­xx 50: +0,62 %

Auf­fäl­lig ist die zuneh­men­de Diver­genz zwi­schen Euro­pa und den USA. Wäh­rend S&P 500 und Nasdaq neue Rekor­de mar­kie­ren, bleibt der DAX deut­lich zurück. Das unter­streicht, dass glo­ba­le Risi­ko­be­reit­schaft der­zeit nicht auto­ma­tisch auf den deut­schen Markt über­trägt. Die hohe Export­ab­hän­gig­keit wirkt in einem Umfeld aus star­kem Euro, geo­po­li­ti­scher Unsi­cher­heit und Zoll­ri­si­ken zuneh­mend als struk­tu­rel­ler Nach­teil.

Kon­junk­tur­da­ten & Geld­po­li­tik:

  • Erwar­tung: Fed belässt Leit­zins bei 3,50–3,75 %
  • Nächs­te Zins­sen­kung frü­hes­tens im Juni ein­ge­preist
  • US-Ver­brau­cher­ver­trau­en fällt auf 84,5 Punk­te (nied­rigs­ter Stand seit 2014)

Kri­ti­sche Ein­ord­nung:
Der star­ke Ein­bruch beim US-Ver­brau­cher­ver­trau­en steht im kla­ren Wider­spruch zur Eupho­rie an der Wall Street. Die Bör­sen prei­sen ein „Soft Landing“, wäh­rend die Makro­da­ten zuneh­mend ein fra­gi­le­res Wachs­tums­um­feld signa­li­sie­ren. Für den DAX bedeu­tet das: exter­ne Impul­se blei­ben unzu­ver­läs­sig, wäh­rend eige­ne Belas­tungs­fak­to­ren über­wie­gen.

3. Ein­zel­wer­te & Unter­neh­mens­nach­rich­ten (Tops & Flops)

Ver­lie­rer (Fokus):

SAP (−2,7 %)
Vor den anste­hen­den Quar­tals­zah­len wächst die Ner­vo­si­tät. Ana­lys­ten ver­wei­sen auf schwa­che Ver­gleichs­wer­te aus der Bran­che (u. a. Sage Group) und dar­auf, dass die Mone­ta­ri­sie­rung von KI-Anwen­dun­gen lang­sa­mer vor­an­kommt als vom Markt erhofft. Der Kurs­rück­gang wirkt weni­ger wie Panik, eher wie ein vor­sorg­li­cher Risi­ko­ab­bau.

Gea (−3,1 % bis −3,4 %)
Nach star­ken Zah­len am Vor­tag folgt die Ernüch­te­rung. JPMor­gan spricht von „durch­wach­se­nen“ Ergeb­nis­sen. Das zeigt exem­pla­risch, wie wenig Feh­ler­to­le­ranz der Markt aktu­ell besitzt: Good News wer­den sofort wie­der hin­ter­fragt, wenn Bewer­tung und Aus­blick nicht per­fekt zusam­men­pas­sen.

BASF (−0,5 %)
JP Mor­gan stuft den Che­mie­kon­zern wei­ter­hin als „Under­weight“ ein und senkt das Kurs­ziel. Die Argu­men­ta­ti­on – BASF sei einer der teu­ers­ten Zykli­ker – trifft einen wun­den Punkt: In einem Umfeld stei­gen­der Unsi­cher­heit ver­lie­ren klas­si­sche Zykli­ker klar an Attrak­ti­vi­tät.

Gewin­ner (Fokus):

Puma (+9 % bis zeit­wei­se +21 %)
Der Ein­stieg des chi­ne­si­schen Kon­zerns Anta (rund 29–30 % Betei­li­gung für ca. 1,5 Mrd. €) kata­pul­tiert die Aktie an die Spit­ze des MDAX. Aller­dings brö­ckel­ten die Gewin­ne deut­lich, nach­dem Anta eine voll­stän­di­ge Über­nah­me aus­drück­lich aus­schloss.
Kri­tisch betrach­tet han­delt es sich weni­ger um eine Neu­be­wer­tung des Geschäfts­mo­dells als um eine stra­te­gi­sche Fan­ta­sie­prä­mie. Lang­fris­tig bleibt ent­schei­dend, ob Anta tat­säch­lich ope­ra­ti­ven Mehr­wert lie­fern kann.

Fiel­mann (+2 % bis +5 %)
Meh­re­re posi­ti­ve Ana­lys­ten­stim­men (Beren­berg) trei­ben die Aktie. Argu­men­tiert wird mit güns­ti­ger Bewer­tung, hoher Divi­den­den­ren­di­te und soli­den Mar­gen. Fiel­mann pro­fi­tiert der­zeit klar von der Rota­ti­on in defen­si­ve Qua­li­täts­wer­te.

Fried­rich Vor­werk (SDAX, stark schwan­kend)
Nach einer Ral­ly von rund 30 % bin­nen einer Woche meh­ren sich war­nen­de Stim­men zur Bewer­tung. Der Fall zeigt exem­pla­risch, wie schnell Eupho­rie in Skep­sis umschla­gen kann, wenn Kur­se den Fun­da­men­tal­da­ten davon­lau­fen.

4. Roh­stof­fe & Devi­sen (Das „Rekord-The­ma“)

Edel­me­tal­le:

  • Gold: ~5.094 USD je Fein­un­ze (nahe Rekord­hoch)
  • Sil­ber: +2,2 % auf 109 USD

Bei­de Metal­le pro­fi­tie­ren von geo­po­li­ti­scher Unsi­cher­heit und einer spür­ba­ren Kapi­tal­ro­ta­ti­on weg vom Dol­lar. Die Dyna­mik wirkt zuneh­mend spe­ku­la­tiv, bleibt aber durch makro­öko­no­mi­sche Risi­ken fun­da­men­tal unter­füt­tert.

Wäh­run­gen:

  • Euro: bis zu 1,197–1,199 USD (höchs­ter Stand seit Juni 2021)
  • Dol­lar: breit unter Druck

Kri­ti­sche Ein­ord­nung:
Der star­ke Euro ist aktu­ell kein Zei­chen euro­päi­scher Stär­ke, son­dern Aus­druck eines Ver­trau­ens­ver­lusts in die US-Poli­tik (Zöl­le, Noten­bank-Unab­hän­gig­keit, geo­po­li­ti­sche Eska­la­tio­nen). Für den DAX ist das pro­ble­ma­tisch: Ein wei­ter auf­wer­ten­der Euro wirkt wie eine schlei­chen­de Gewinn­war­nung für Expor­teu­re.

5. Geo­po­li­ti­scher & Makro­öko­no­mi­scher Hin­ter­grund

  • Eska­la­ti­ons­rhe­to­rik rund um Grön­land und neue Zoll­dro­hun­gen durch US-Prä­si­dent Trump belas­ten das Ver­trau­en in den Dol­lar.
  • Gleich­zei­tig zei­gen sich Märk­te gegen­über neu­en Zoll­an­kün­di­gun­gen zuneh­mend abge­stumpft – ein poten­zi­ell gefähr­li­ches Zei­chen.
  • Das EU-Indi­en-Han­dels­ab­kom­men wirkt lang­fris­tig posi­tiv, ist kurz­fris­tig jedoch weit­ge­hend ein­ge­preist.

Zusam­men­fas­sen­de Bewer­tung:
Der Markt befin­det sich in einer Pha­se gespann­ter Ruhe. Die Vola­ti­li­tät ist nied­rig, die Risi­ken jedoch hoch. Der DAX lei­det struk­tu­rell unter Wäh­rungs­ef­fek­ten und Export­ab­hän­gig­keit, wäh­rend siche­re Häfen (Gold, defen­si­ve Akti­en) bevor­zugt wer­den. Ohne kla­re Signa­le der Fed oder eine nach­hal­ti­ge Ent­span­nung geo­po­li­ti­scher Risi­ken bleibt das Auf­wärts­po­ten­zi­al begrenzt – die Gefahr einer abrup­ten Rich­tungs­ent­schei­dung nimmt jedoch zu.

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OpenHighLowClo­se
ADIDAS AG NA O.N.148,25149,05145147,05
AIRBUS SE203,05203,65199,28199,36
ALLIANZ SE NA O.N.366,6369,4365,1365,3
BASF SE NA O.N.46,0946,2645,1746,1
BAY.MOTOREN WERKE AG ST87,7687,7686,2686,8
BAYER AG NA O.N.46,546,8545,746,74
BEIERSDORF AG O.N.97,1497,4295,5496,74
BRENNTAG SE NA O.N.50,3250,5249,4249,65
COMMERZBANK AG34,8835,6434,8435,64
CONTINENTAL AG O.N.66,8667,2666,467,2
DAIMLER TRUCK HLDG NA ON40,6740,9840,4540,51
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.33,2433,5633,1233,53
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.213,6214,8207207,1
DEUTSCHE POST AG NA O.N.46,547,0346,0647,03
DT.TELEKOM AG NA26,9727,3526,8726,99
E.ON SE NA O.N.17,2917,6317,2917,63
FRESEN.MED.CARE AG INH ON37,4737,4736,9437,13
FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.48,1549,5347,8249,53
GEA GROUP AG62,862,860,4560,45
HANNOVER RUECK SE NA O.N.238,4239235,8236,8
HEIDELBERG MATERIALS O.N.238,6241236,6239
HENKEL AG+CO.KGAA VZO72,0272,0471,2471,72
INFINEON TECH.AG NA O.N.41,9942,7741,7542,32
MERCEDES-BENZ GRP NA O.N.58,0358,0956,7656,93
MERCK KGAA O.N.129,2129,25127,45128,45
MTU AERO ENGINES NA O.N.374,3380,6368,4379,4
MUENCH.RUECKVERS. NA O.N.508,4514,8506,4511
PORSCHE AUTOM.HLDG VZO37,0937,136,2136,27
QIAGEN NV EO -,0145,8746,2245,345,49
RHEINMETALL AG1797,5185017891850
RWE AG INH O.N.52,2252,9251,9452,82
SAP SE O.N.201,9203194,26195,54
SCOUT24 SE NA O.N.85,6586,338585,55
SIEMENS AG NA O.N.252,45255,65251,9253,4
SIEMENS ENERGY AG NA O.N.142,15143,45140,5142,2
SIEMENS HEALTH.AG NA O.N.43,4643,6342,9143,2
SYMRISE AG INH. O.N.73,4674,0272,6872,68
VOLKSWAGEN AG VZO O.N.104,25104,35102,3102,3
VONOVIA SE NA O.N.24,3724,3724,0224,02
ZALANDO SE23,7624,0623,5424,06

Top/Flop

Perf. abso­lutPerf. rela­tiv
BAYER AG NA O.N.2,184,89 %
E.ON SE NA O.N.0,684,01 %
COMMERZBANK AG1,253,63 %
RWE AG INH O.N.1,262,44 %
FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.1,162,40 %
ADIDAS AG NA O.N.3,302,30 %
DEUTSCHE POST AG NA O.N.1,032,24 %
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.0,641,95 %
RHEINMETALL AG20,001,09 %
HANNOVER RUECK SE NA O.N.2,401,02 %
HEIDELBERG MATERIALS O.N.1,800,76 %
MUENCH.RUECKVERS. NA O.N.3,400,67 %
MERCK KGAA O.N.0,750,59 %
ZALANDO SE0,100,42 %
ALLIANZ SE NA O.N.1,400,38 %
MTU AERO ENGINES NA O.N.1,400,37 %
SIEMENS ENERGY AG NA O.N.0,450,32 %
CONTINENTAL AG O.N.0,200,30 %
HENKEL AG+CO.KGAA VZO0,180,25 %
SYMRISE AG INH. O.N.0,100,14 %
SCOUT24 SE NA O.N.0,100,12 %
INFINEON TECH.AG NA O.N.0,020,05 %
BASF SE NA O.N.0,000,00 %
GEA GROUP AG-0,10-0,17 %
SIEMENS HEALTH.AG NA O.N.-0,10-0,23 %
FRESEN.MED.CARE AG INH ON-0,09-0,24 %
DT.TELEKOM AG NA-0,07-0,26 %
SIEMENS AG NA O.N.-1,00-0,39 %
BEIERSDORF AG O.N.-0,44-0,45 %
VONOVIA SE NA O.N.-0,19-0,78 %
BAY.MOTOREN WERKE AG ST-0,82-0,94 %
SAP SE O.N.-2,38-1,20 %
QIAGEN NV EO -,01-0,64-1,39 %
BRENNTAG SE NA O.N.-0,85-1,68 %
DAIMLER TRUCK HLDG NA ON-0,83-2,01 %
PORSCHE AUTOM.HLDG VZO-0,85-2,29 %
MERCEDES-BENZ GRP NA O.N.-1,37-2,35 %
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.-6,30-2,95 %
VOLKSWAGEN AG VZO O.N.-3,20-3,03 %
AIRBUS SE-7,34-3,55 %
Index Report­ing Instru­mentLastClo­se — Pre­vious DayChan­ge in %
CDAX-GESAMTINDEX (PERF)2.114,902.116,58-0,08%
CLASSIC ALL SH. TR12.333,5512.303,740,24%
DAX PERFORMANCE-INDEX24.908,2324.950,30-0,17%
HDAX PERFORMANCE-INDEX13.171,3613.187,46-0,12%
MDAX PERFORMANCE-INDEX31.727,3931.825,24-0,31%
PRIME ALL SH. TR9.636,939.652,77-0,16%
SDAX PERFORMANCEINDEX18.309,9918.355,79-0,25%
TECDAX TR3.717,353.733,11-0,42%
TECHN. ALL SHARE TR3.617,263.655,15-1,04%

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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater