1. Gesamtentwicklung 2025
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe stieg 2025 um 6,8 % gegenüber dem Vorjahr. Nominal (nicht preisbereinigt) betrug der Zuwachs 9,2 %, was einem Gesamtvolumen von 113,0 Milliarden Euro entspricht.
Damit zeigt sich nach einer Phase schwächerer Entwicklung wieder eine deutliche Belebung der Nachfrage. Der nominale Anstieg fällt höher aus als der reale, was auf Preissteigerungen im Bauwesen hinweist.
2. Differenzierung nach Bausparten
Hochbau
Im Hochbau erhöhten sich die Auftragseingänge:
- real um 7,5 %
- nominal um 10,1 %
Dies ist der erste Anstieg seit 2021.
Innerhalb des Hochbaus:
- Wohnungsbau: real +10,1 %, nominal +12,6 %
- Nichtwohnungsbau: real +5,8 %, nominal +8,4 %
Der Wohnungsbau wuchs damit überdurchschnittlich stark, allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau.
Tiefbau
Im Tiefbau stiegen die Auftragseingänge:
- real um 6,2 %
- nominal um 8,6 %
Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht. Maßgeblich waren insbesondere Großaufträge, vor allem bei:
- Bahnstreckensanierungen
- Ausbau digitaler Infrastruktur
Der Tiefbau profitiert demnach stark von öffentlichen und infrastrukturellen Investitionen.
3. Entwicklung im Dezember 2025
Im kurzfristigen Vergleich zeigt sich ein gemischtes Bild:
- real -4,9 % gegenüber November 2025 (saison- und kalenderbereinigt)
- real +3,1 % gegenüber Dezember 2024
- nominal +7,8 % gegenüber Dezember 2024
Kurzfristig schwächte sich die Dynamik also zum Jahresende ab, im Jahresvergleich blieb jedoch ein positives Wachstum bestehen.
4. Umsatzentwicklung 2025
Der Jahresumsatz im Bauhauptgewerbe stieg:
- real um 2,4 %
- nominal um 5,0 %
- auf einen neuen Höchstwert von 120,5 Milliarden Euro
Unterschiede zwischen den Sparten:
- Hochbau: real -0,8 %, nominal +1,7 % (57,4 Mrd. €)
- Tiefbau: real +5,8 %, nominal +8,2 % (61,7 Mrd. €)
Während die Auftragseingänge im Hochbau deutlich zulegten, stagnierte bzw. sank der reale Umsatz dort noch leicht. Das deutet auf zeitliche Verzögerungen zwischen Auftragseingang und tatsächlicher Bauausführung hin.
5. Strukturdaten zu Betrieben und Beschäftigten
2025 wurden rund:
- 9 500 Betriebe (ab 20 Beschäftigten) erfasst (+0,5 %)
- 540 000 tätige Personen (+1,1 %)
Weitere Kennzahlen:
- Entgeltsumme: 26,6 Mrd. € (+5,8 % nominal)
- Arbeitsstunden: 612 Mio. (-0,3 %)
Auffällig ist hier, dass trotz steigender Beschäftigtenzahl die geleisteten Arbeitsstunden leicht zurückgingen. Dies könnte auf Produktivitätsveränderungen, Arbeitszeitmodelle oder Witterungseinflüsse hinweisen.
Gesamteinordnung
Das Jahr 2025 war für das Bauhauptgewerbe insgesamt von einer deutlichen Erholung der Nachfrage geprägt, insbesondere im Hochbau, der erstmals seit 2021 wieder wuchs. Der Tiefbau entwickelte sich robust und profitierte stark von infrastrukturellen Großprojekten.
Allerdings relativieren mehrere Aspekte die positive Gesamtbilanz:
- Der reale Umsatzanstieg blieb hinter dem realen Auftragseingang zurück.
- Der Wohnungsbau wächst zwar kräftig, jedoch aus niedrigem Ausgangsniveau.
- Der Rückgang der Arbeitsstunden trotz höherer Beschäftigtenzahl weist auf strukturelle Anpassungen oder Effizienzveränderungen hin.
- Der Monatsrückgang im Dezember signalisiert mögliche kurzfristige Abschwächungstendenzen.
Insgesamt spricht die Mitteilung für eine konjunkturelle Stabilisierung mit infrastruktureller Trägerschaft, während die Dynamik im Wohnungsbau zwar zunimmt, aber noch nicht auf breiter Basis gesichert erscheint.