HCOB Ger­ma­ny Ser­vices PMI (Febru­ar 2026)

1. Gesamt­ent­wick­lung der deut­schen Wirt­schaft

Die Umfra­ge zeigt eine mode­ra­te kon­junk­tu­rel­le Erho­lung in Deutsch­land Anfang 2026.

  • Com­po­si­te PMI (gesamt­wirt­schaft­li­che Akti­vi­tät): 53,2
  • Janu­ar: 52,1
  • Höchs­ter Wert seit vier Mona­ten

Ein Wert über 50 signa­li­siert Wachs­tum, daher deu­tet der Index auf eine Expan­si­on der Wirt­schaft hin.

Wich­tig ist, dass sowohl Dienst­leis­tun­gen als auch Indus­trie zur Expan­si­on bei­tra­gen. Dadurch könn­te das Wirt­schafts­wachs­tum im 1. Quar­tal etwa 0,3 % betra­gen, ähn­lich wie im Vor­quar­tal.

2. Ent­wick­lung im Dienst­leis­tungs­sek­tor

Geschäfts­ak­ti­vi­tät

Der Dienst­leis­tungs­sek­tor ent­wi­ckel­te sich beson­ders posi­tiv.

  • Ser­vices PMI: 53,5
  • Janu­ar: 52,4
  • Vier­mo­nats­hoch

Die Akti­vi­tät wuchs schnel­ler als der lang­fris­ti­ge Durch­schnitt.

Haupt­trei­ber

  1. Mehr Neu­kun­den
  2. Groß­auf­trä­ge
  3. Stei­gen­de Aus­lands­nach­fra­ge

Der Auf­trags­ein­gang stieg zum fünf­ten Mal in Fol­ge. Beson­ders stark wuchs das Export­ge­schäft, das so stark war wie zuletzt Mai 2023.

3. Auf­trags­la­ge und Kapa­zi­tä­ten

Erst­mals seit meh­re­ren Mona­ten zeig­te sich eine leich­te Zunah­me der Auf­trags­be­stän­de (Back­logs).

Das ist bemer­kens­wert, weil:

  • Back­logs zuvor drei Mona­te gefal­len waren
  • es erst das drit­te Wachs­tum in über zwei­ein­halb Jah­ren ist.

Inter­pre­ta­ti­on:

  • Die Nach­fra­ge über­steigt teil­wei­se die aktu­el­le Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät.

4. Beschäf­ti­gung: wider­sprüch­li­che Ent­wick­lung

Trotz wach­sen­der Akti­vi­tät sinkt die Beschäf­ti­gung.

  • Zwei­ter Rück­gang der Beschäf­ti­gung in Fol­ge
  • Schnells­ter Rück­gang seit Juni 2020

Unter­neh­men nen­nen drei Grün­de:

  • Ent­las­sun­gen
  • Nicht-Nach­be­set­zung von Stel­len
  • gestie­ge­ne Per­so­nal­kos­ten

Das zeigt eine Pro­duk­ti­vi­täts- bzw. Kos­ten­druck­stra­te­gie: Unter­neh­men ver­su­chen Wachs­tum mit weni­ger Per­so­nal zu bewäl­ti­gen.

5. Preis- und Kos­ten­ent­wick­lung

Unter­neh­men ste­hen wei­ter­hin unter star­kem Kos­ten­druck.

Haupt­ur­sa­chen

  • stei­gen­de Löh­ne
  • höhe­re Ener­gie­prei­se
  • stei­gen­de Trans­port­kos­ten
  • teu­re­re Lie­fe­ran­ten­prei­se

Die Input­prei­se stei­gen wei­ter­hin stark, aber etwas lang­sa­mer als im Janu­ar.

Wei­ter­ga­be an Kun­den

Unter­neh­men erhö­hen wei­ter­hin ihre Prei­se, jedoch:

  • lang­sa­mer als im Janu­ar
  • daher Mar­gen­druck mög­lich

6. Geschäfts­er­war­tun­gen

Die Erwar­tun­gen blei­ben opti­mis­tisch.

Grün­de:

  • stei­gen­de Nach­fra­ge
  • bes­se­re wirt­schaft­li­che Rah­men­be­din­gun­gen
  • Ein­satz von KI in Geschäfts­pro­zes­sen

Der Opti­mis­mus ist leicht gesun­ken, liegt aber wei­ter­hin über dem lang­fris­ti­gen Durch­schnitt.

7. Inter­pre­ta­ti­on durch den Chef­öko­nom

Der Chef­öko­nom der Ham­burg Com­mer­cial Bank bewer­tet die Ent­wick­lung als:

  • „robus­tes Wachs­tum“ im Dienst­leis­tungs­sek­tor
  • gute Chan­cen für wei­te­re Expan­si­on

Er betont jedoch zwei Risi­ken:

  1. Unter­neh­men stel­len noch nicht wie­der ein, da Unsi­cher­heit besteht.
  2. Kos­ten stei­gen wei­ter­hin stark, wäh­rend Prei­se nicht voll­stän­dig wei­ter­ge­ge­ben wer­den kön­nen.

8. Gesamt­be­wer­tung

Posi­ti­ve Signa­le

  • Wachs­tum im Dienst­leis­tungs­sek­tor
  • stei­gen­de Nach­fra­ge (auch aus dem Aus­land)
  • Indus­trie und Dienst­leis­tun­gen expan­die­ren gleich­zei­tig
  • stei­gen­de Auf­trags­be­stän­de

Nega­ti­ve Signa­le

  • sin­ken­de Beschäf­ti­gung
  • anhal­ten­der Kos­ten­druck
  • mög­li­che Mar­gen­be­las­tung

9. Kri­ti­sche Ein­ord­nung

Trotz posi­ti­ver PMI-Wer­te soll­te man die Daten vor­sich­tig inter­pre­tie­ren:

1. PMI misst nur Ver­än­de­run­gen, nicht das abso­lu­te Niveau.
Eine Expan­si­on bedeu­tet nicht auto­ma­tisch eine star­ke Wirt­schaft.

2. Beschäf­ti­gungs­rück­gang ist ein Warn­si­gnal.
Wenn Wachs­tum ohne neue Jobs statt­fin­det, könn­te es sich um eine fra­gi­le Erho­lung han­deln.

3. Kos­ten­in­fla­ti­on bleibt hoch.
Wenn Unter­neh­men Prei­se nicht wei­ter­ge­ben kön­nen, könn­te dies zukünf­ti­ge Inves­ti­tio­nen brem­sen.


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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater