Asi­en am Mor­gen – 10.03.2026

Der Bör­sen­ver­lauf in Asi­en ist als eine aus­ge­präg­te Erho­lungs­ral­ly (Reli­ef Ral­ly) zusam­men­fas­sen. Nach star­ken Ver­lus­ten an den Vor­ta­gen sorg­ten geo­po­li­ti­sche Äuße­run­gen und ein mas­si­ver Ein­bruch der Ölprei­se für Auf­at­men bei den Anle­gern.

Markt­ent­wick­lun­gen:

1. Die Haupt­trei­ber: Trumps Rhe­to­rik und fal­len­de Ölprei­se

Der bestim­men­de Fak­tor für den Stim­mungs­um­schwung waren Aus­sa­gen von US-Prä­si­dent Trump, der andeu­te­te, dass der Krieg bzw. Kon­flikt mit dem Iran “sehr bald” vor­bei sein könn­te und er erwä­ge, Sank­tio­nen gegen ira­ni­sches Öl auf­zu­he­ben.

  • Ölmarkt: Die­se Nach­rich­ten lös­ten bei­spiel­lo­se Preis­schwan­kun­gen aus. Nach­dem der Ölpreis zeit­wei­se auf fast 120 US-Dol­lar pro Bar­rel hoch­ge­schos­sen war, stürz­te er wie­der auf Wer­te unter 90 US-Dol­lar ab.
  • Zusätz­li­che Beru­hi­gung brach­te die Nach­richt, dass die Finanz­mi­nis­ter der G7-Staa­ten sich über eine mög­li­che Frei­ga­be von stra­te­gi­schen Ölre­ser­ven bera­ten haben.

2. Regio­na­le Markt­ent­wick­lun­gen in Asi­en

Die asia­ti­schen Indi­zes folg­ten den posi­ti­ven Vor­ga­ben der Wall Street und ver­zeich­ne­ten auf brei­ter Front Kurs­ge­win­ne:

  • Süd­ko­rea (KOSPI): Süd­ko­rea ver­zeich­ne­te die spek­ta­ku­lärs­te Wen­de. Da das Land stark von Ölim­por­ten aus dem Nahen Osten abhän­gig ist (etwa 70 %), galt der korea­ni­sche Markt als am ver­wund­bars­ten. Nach einem mas­si­ven Ein­bruch von 6 % in der vor­he­ri­gen Han­dels­sit­zung schoss der KOSPI zur Eröff­nung um rund 5,2 % nach oben.
  • Japan (Nik­kei & TOPIX): Der japa­ni­sche Markt, der zuvor in den Kor­rek­tur­mo­dus gerutscht war, ver­zeich­ne­te einen Rebound. Der Nik­kei leg­te zwi­schen 1,5 % und fast 3 % zu. Gestützt wur­de die Stim­mung auch durch neue Makro­da­ten: Das japa­ni­sche Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) für das vier­te Quar­tal wur­de nach oben kor­ri­giert und wies ein stär­ke­res Wachs­tum als die erwar­te­ten 1 % aus.
  • Aus­tra­li­en (ASX): Der aus­tra­li­sche Leit­in­dex eröff­ne­te eben­falls posi­tiv und lag in den ers­ten Han­dels­mi­nu­ten rund 1 % im Plus.
  • Chi­na: Der chi­ne­si­sche Akti­en­markt zeig­te sich im Ange­sicht der Kri­se erstaun­lich robust. Exper­ten führ­ten dies dar­auf zurück, dass Chi­na durch sei­ne mas­si­ve Umstel­lung auf Elek­tri­fi­zie­rung und diver­si­fi­zier­te Ener­gie­quel­len struk­tu­rell bes­ser gegen sol­che Ölpreis­schocks abge­si­chert ist.

3. Sek­tor-High­lights und Unter­neh­mens­nach­rich­ten

Die dras­ti­schen Bewe­gun­gen am Ölmarkt sorg­ten für eine deut­li­che Sek­tor­ro­ta­ti­on (“War is over”-Trade):

  • Gewin­ner (Rei­se, Flug­ge­sell­schaf­ten & Tech­no­lo­gie): Akti­en aus dem Rei­se- und Luft­fahrt­sek­tor, die in den Tagen zuvor extrem unter den explo­die­ren­den Treib­stoff­kos­ten gelit­ten hat­ten, dreh­ten ins Plus (z.B. Qan­tas und Kore­an Air). Auch der extrem abver­kauf­te Tech­no­lo­gie­sek­tor fei­er­te ein Come­back. Die süd­ko­rea­ni­schen Tech-Gigan­ten Sam­sung Elec­tro­nics und SK Hynix ver­zeich­ne­ten vor­börs­li­che Kurs­sprün­ge von bis zu 9 %.
  • Ver­lie­rer (Ener­gie & Rüs­tung): Im Gegen­satz zum Vor­tag gerie­ten Ener­gie­ak­ti­en und Wer­te aus der Ver­tei­di­gungs­in­dus­trie unter Druck.
  • Unter­neh­mens­fo­kus (CATL vs. BYD): In Chi­na stach der welt­größ­te Bat­te­rie­her­stel­ler CATL her­vor, des­sen Jah­res­ge­winn um sat­te 42 % in die Höhe schoss. Ange­trie­ben wur­de dies durch ein star­kes Aus­lands­ge­schäft und den Bereich Ener­gie­spei­cher. Das Unter­neh­men konn­te sich damit deut­lich vom Riva­len BYD abset­zen, der unter dem bru­ta­len Preis­kampf auf dem chi­ne­si­schen Markt für Elek­tro­au­tos lei­det.

Fazit und Ein­schät­zung der Ana­lys­ten

Trotz der grü­nen Vor­zei­chen war­nen Markt­stra­te­gen (wie z. B. von Lazard Asset Manage­ment), dass es sich vor­erst nur um eine kurz­fris­ti­ge Erho­lungs­ral­ly und nicht um eine nach­hal­ti­ge Rück­kehr zur Risi­ko­be­reit­schaft (“Risk-on”-Umfeld) han­delt.

Die Skep­sis rührt daher, dass Trumps Aus­sa­gen über ein bal­di­ges Ende des Kon­flikts kaum kon­kre­te Details ent­hiel­ten und gleich­zei­tig der Wunsch nach einem Regime­wech­sel im Iran im Raum steht. Die struk­tu­rel­len Risi­ken – ins­be­son­de­re die Gefahr, dass anhal­ten­de Lie­fer­eng­päs­se beim Öl die glo­ba­le Infla­ti­on wei­ter anhei­zen und die Noten­ban­ken (wie die Fed) an Zins­sen­kun­gen hin­dern – blei­ben aus Sicht der Exper­ten voll­um­fäng­lich bestehen.


Wie hilf­reich war die­ser Bei­trag?

Kli­cke auf die Ster­ne um zu bewer­ten!

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 0 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 0

Bis­her kei­ne Bewer­tun­gen! Sei der Ers­te, der die­sen Bei­trag bewer­tet.

Es tut uns leid, dass der Bei­trag für dich nicht hilf­reich war!

Las­se uns die­sen Bei­trag ver­bes­sern!

Wie kön­nen wir die­sen Bei­trag ver­bes­sern?

Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater