Eska­la­ti­on im Nahen Osten: Mili­tä­ri­sche Kon­fron­ta­ti­on und diplo­ma­ti­sche Annä­he­rungs­ver­su­che im Kon­flikt zwi­schen USA, Isra­el und Iran

Eska­la­ti­on am Golf: Zwi­schen Kriegs­ge­fahr und Diplo­ma­tie

Der Kon­flikt zwi­schen den USA, Isra­el und dem Iran hat eine neue, gefähr­li­che Stu­fe erreicht – und doch gibt es gleich­zei­tig ers­te zag­haf­te Ver­su­che, diplo­ma­tisch eine Lösung zu fin­den. Ob das gelingt, steht auf einem ande­ren Blatt.

Die Stra­ße von Hor­mus als Druck­mit­tel

Im Mit­tel­punkt des Gesche­hens steht die Stra­ße von Hor­mus. Der Iran blo­ckiert die­se schma­le, aber enorm wich­ti­ge Meer­enge, durch die ein gro­ßer Teil des welt­wei­ten Öl- und Flüs­sig­gas­trans­ports fließt. Wer die­se Pas­sa­ge kon­trol­liert, hat ein mäch­ti­ges Druck­mit­tel in der Hand – und der Iran nutzt es.

Washing­ton hat Tehe­ran ein Ulti­ma­tum gestellt: Öff­net die Pas­sa­ge, oder es fol­gen geziel­te Angrif­fe auf die ira­ni­sche Ener­gie­infra­struk­tur. Das sind kei­ne lee­ren Wor­te. Die USA unter­strei­chen ihre Dro­hung mit lau­fen­den Mili­tär­ope­ra­tio­nen, an denen auch Isra­el betei­ligt ist. Und aus israe­li­schen Mili­tär­krei­sen ist zu hören, dass man sich auf einen län­ge­ren Kon­flikt ein­stellt – kein gutes Zei­chen.

Diplo­ma­tie? Ja, aber unter Bedin­gun­gen

Par­al­lel dazu wird hin­ter den Kulis­sen offen­bar über eine Waf­fen­ru­he ver­han­delt. Der Iran hat einen sol­chen Vor­schlag aller­dings abge­lehnt – nicht grund­sätz­lich, aber in sei­ner jet­zi­gen Form. Tehe­rans Bot­schaft ist klar: Eine blo­ße Feu­er­pau­se reicht nicht. Statt­des­sen for­dert die ira­ni­sche Füh­rung ein dau­er­haf­tes Ende des Krie­ges, und zwar ver­bun­den mit kon­kre­ten Zuge­ständ­nis­sen: Auf­he­bung der Sank­tio­nen, Sicher­heits­ga­ran­tien für den Schiffs­ver­kehr in der Stra­ße von Hor­mus und Hil­fe beim Wie­der­auf­bau.

Man kann dar­über strei­ten, ob die­se For­de­run­gen rea­lis­tisch sind. Aber sie zei­gen, dass der Iran nicht an einer kurz­fris­ti­gen Beru­hi­gung inter­es­siert ist, son­dern an einer grund­le­gen­den Neu­ord­nung der Lage.

Die Gefech­te gehen wei­ter – und wer­den gefähr­li­cher

Wäh­rend die Diplo­ma­ten reden, wird wei­ter gekämpft. Die Inten­si­tät der Aus­ein­an­der­set­zun­gen ist hoch, wie etwa auf­wen­di­ge Ret­tungs­mis­sio­nen der US-Streit­kräf­te zei­gen. Beson­ders besorg­nis­er­re­gend sind die wie­der­hol­ten Angrif­fe auf ira­ni­sche Atom­an­la­gen. Inter­na­tio­na­le Exper­ten schla­gen Alarm: Im schlimms­ten Fall könn­ten sol­che Angrif­fe zu groß­flä­chi­gen radio­lo­gi­schen Schä­den füh­ren. Das wäre eine Kata­stro­phe, die weit über die Regi­on hin­aus Fol­gen hät­te.

Ris­se im west­li­chen Bünd­nis

Auch inner­halb der west­li­chen Alli­anz knirscht es. Die US-Regie­rung macht kei­nen Hehl dar­aus, dass sie sich von eini­gen Ver­bün­de­ten im Stich gelas­sen fühlt. Sol­che öffent­li­chen Vor­wür­fe sind unge­wöhn­lich und wer­fen eine unan­ge­neh­me Fra­ge auf: Wie geschlos­sen steht der Wes­ten in die­sem Kon­flikt tat­säch­lich zusam­men? Wenn die­se Ris­se grö­ßer wer­den, könn­te das die Hand­lungs­fä­hig­keit aller Betei­lig­ten schwä­chen.

Die wirt­schaft­li­chen Fol­gen sind längst spür­bar

Und dann ist da noch die Wirt­schaft. Inter­na­tio­na­le Insti­tu­tio­nen rech­nen bereits mit stei­gen­der Infla­ti­on und schwä­che­rem Wachs­tum welt­weit. Die Unsi­cher­heit an den Ener­gie­märk­ten allein reicht dafür aus. Selbst wenn mor­gen eine Eini­gung käme, wären die öko­no­mi­schen Schä­den nicht ein­fach vom Tisch.

Wie geht es wei­ter?

Ehr­lich gesagt: Es ist schwer, opti­mis­tisch zu sein. Ja, es gibt diplo­ma­ti­sche Signa­le, und ja, bei­de Sei­ten haben Grün­de, eine wei­te­re Eska­la­ti­on zu ver­mei­den. Aber die Rea­li­tät spricht eine ande­re Spra­che. Die mili­tä­ri­sche Dyna­mik hat eine Eigen­wir­kung ent­wi­ckelt, die sich nicht so leicht stop­pen lässt.

Am Ende wird ent­schei­dend sein, ob die betei­lig­ten Akteu­re bereit sind, über ihre Maxi­mal­for­de­run­gen hin­aus­zu­den­ken. Die Kon­trol­le der Han­dels­rou­ten, die Sicher­heits­in­ter­es­sen aller Sei­ten, die nuklea­re Fra­ge – all das muss irgend­wann an einem Ver­hand­lungs­tisch gelöst wer­den. Die Fra­ge ist nur, wie viel Zer­stö­rung es bis dahin noch braucht.


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