Kernaussage:
Die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland haben im März 2026 ein Niveau erreicht, das seit über 20 Jahren nicht mehr beobachtet wurde.
Wesentliche Befunde:
- Starker Anstieg der Insolvenzen:
- 1.716 Insolvenzen im März 2026
- +17 % gegenüber Februar 2026
- +18 % gegenüber März 2025
- +71 % gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2016–2019
- Rekordwerte im Quartal:
- 4.573 Insolvenzen im 1. Quartal 2026
- Höchster Stand seit 2005, höher als während der Finanzkrise 2009
- Branchen und Regionen besonders betroffen:
- Höchstwerte im Baugewerbe, Handel und Dienstleistungen
- Regionale Spitzen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen
- Struktur der Insolvenzen:
- Zunahme vor allem bei kleineren Unternehmen
- Große Insolvenzen betreffen weniger Beschäftigte als im Vormonat
- Arbeitsmarkteffekte:
- Ca. 54.000 betroffene Arbeitsplätze im 1. Quartal
- Schwerpunkt im verarbeitenden Gewerbe (~16.000 Jobs)
- Frühindikatoren und Ausblick:
- Frühindikatoren steigen seit Monaten deutlich
- Erwartung: weiterhin hohe Insolvenzzahlen im 2. Quartal 2026
Einordnung:
- Das IWH liefert mit seinem Insolvenztrend frühzeitig belastbare Daten (ca. 2–3 Monate vor amtlicher Statistik).
- Die Analyse fokussiert auf Personen- und Kapitalgesellschaften, die den Großteil der wirtschaftlichen Auswirkungen ausmachen.
Implikation:
Die Entwicklung deutet auf eine anhaltend angespannte wirtschaftliche Lage hin, insbesondere für kleinere Unternehmen, mit potenziell negativen Folgen für Beschäftigung und regionale Wirtschaftsstrukturen.
Quelle: IWH
Disclaimer: Dieser Bericht dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Gewähr übernommen.
