ETF-Klas­si­fi­ka­ti­on

In der öffent­li­chen Wahr­neh­mung wird ETF-Inves­t­ing häu­fig auf breit gestreu­te Akti­en­in­di­zes wie den MSCI World Index redu­ziert. Die­se Sicht ist jedoch unvoll­stän­dig, da ETFs ein deut­lich brei­te­res Spek­trum an Anla­ge­klas­sen und Stra­te­gien abde­cken. Eine sys­te­ma­ti­sche Klas­si­fi­ka­ti­on hilft dabei, die­se Viel­falt sicht­bar zu machen und ein dif­fe­ren­zier­te­res Ver­ständ­nis von Port­fo­lio­auf­bau zu ent­wi­ckeln.

Die Klas­si­fi­ka­ti­on von ETFs dient dazu, die gro­ße und hete­ro­ge­ne Pro­dukt­land­schaft sys­te­ma­tisch zu ord­nen und ver­gleich­bar zu machen. Da ein ETF ledig­lich die Hül­le ist, wäh­rend der Inhalt stark vari­ie­ren kann, erfolgt die Ein­ord­nung pri­mär danach, wel­che Ver­mö­gens­wer­te abge­bil­det wer­den (Asset­klas­se) und wie die­se abge­bil­det wer­den (Metho­dik).

In der Pra­xis nut­zen Daten­an­bie­ter wie Mor­ning­star oder Bloom­berg mehr­di­men­sio­na­le Model­le, bei denen ein ETF gleich­zei­tig ent­lang meh­re­rer Kri­te­ri­en beschrie­ben wird (z. B. Regi­on, Fak­tor, ESG, Repli­ka­ti­ons­me­tho­de). Für einen schnel­len Über­blick wird die­se Kom­ple­xi­tät jedoch häu­fig auf eine ver­ein­fach­te, ein­di­men­sio­na­le Struk­tur redu­ziert, in der ETFs in Haupt­ka­te­go­rien wie Akti­en, Anlei­hen oder Roh­stof­fe ein­ge­ord­net wer­den.

Die­se ver­ein­fach­te Klas­si­fi­ka­ti­on ist nütz­lich für Ori­en­tie­rung und Vor­auswahl, hat aber Gren­zen: Vie­le ETFs las­sen sich nicht ein­deu­tig einer ein­zi­gen Kate­go­rie zuord­nen, da sie meh­re­re Eigen­schaf­ten gleich­zei­tig auf­wei­sen. Ent­spre­chend soll­te jede Ein­ord­nung als prag­ma­ti­sche Nähe­rung, nicht als strikt trenn­schar­fes Sys­tem ver­stan­den wer­den.

1‑dimensionale Klas­si­fi­ka­ti­on

Akti­en-ETFs (Equi­ty)

  • brei­tes­te und größ­te Kate­go­rie
  • inkl.:
    • Regio­nen / Län­der
    • Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung
    • Sek­to­ren
    • Fak­to­ren (Value, Momen­tum etc.)
    • The­men (KI, Clean Ener­gy etc.)
    • ESG-Vari­an­ten

Anlei­hen-ETFs (Fixed Inco­me)

  • Staats­an­lei­hen
  • Unter­neh­mens­an­lei­hen
  • High Yield
  • Emer­ging Mar­kets Bonds
  • Infla­ti­on-Lin­ked Bonds
  • Floa­ting Rate Notes

inklu­si­ve:

  • Dura­ti­on-Seg­men­te (kurz/mittel/lang)
  • Boni­täts­seg­men­te

Geld­markt-ETFs (Money Mar­ket)

  • eigen­stän­di­ge Kate­go­rie sinn­voll (trotz Nähe zu Anlei­hen)

Cha­rak­te­ris­ti­ka:

  • sehr kur­ze Dura­ti­on
  • Abbil­dung von Geld­markt­sät­zen (z. B. €STR)
  • gerin­ge Vola­ti­li­tät

Abgren­zung:
→ näher an Cash als an klas­si­schen Bonds

Roh­stoff-ETFs / ETCs (Com­mo­di­ties)

  • Gold, Sil­ber (oft phy­sisch besi­chert)
  • Ener­gie (meist Futures-basiert)
  • breit gestreu­te Roh­stoff­in­di­zes

wich­ti­ge Prä­zi­sie­rung:
→ umfasst auch ETCs, da die­se öko­no­misch gleich genutzt wer­den

Immo­bi­li­en-ETFs (Real Estate / REITs)

  • bör­sen­no­tier­te Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men (REITs)

fach­li­che Ein­ord­nung:
→ for­mal Akti­en, aber wegen eige­nem Ren­di­te-/Ri­si­ko­pro­fil sepa­rat geführt

Mul­ti-Asset-ETFs

  • Kom­bi­na­ti­on meh­re­rer Asset­klas­sen

Typi­sche Bei­spie­le:

  • 60/40 (Aktien/Anleihen)
  • Ziel­ri­si­ko-Port­fo­li­os
  • All-in-One ETFs

Alter­na­ti­ve / Spe­zi­al-ETFs

  • nicht-tra­di­tio­nel­le Stra­te­gien

Unter­grup­pen:

  • Long/Short
  • Mana­ged Futures
  • Vola­ti­li­täts­stra­te­gien
  • Abso­lu­te-Return-Ansät­ze

Struk­tu­rier­te ETFs (Deri­va­te-basiert)

(→ bewusst sepa­rat von „Alter­na­ti­ves“)

  • Lever­a­ged ETFs
  • Inver­se ETFs

Grund:
→ ande­res Risi­ko­pro­fil (Pfad­ab­hän­gig­keit, täg­li­ches Reba­lan­cing)

Fina­le Kurz­struk­tur

  1. Akti­en-ETFs
  2. Anlei­hen-ETFs
  3. Geld­markt-ETFs
  4. Roh­stoff-ETFs / ETCs
  5. Immo­bi­li­en-ETFs
  6. Mul­ti-Asset-ETFs
  7. Alter­na­ti­ve ETFs
  8. Struk­tu­rier­te ETFs (Lever­a­ged / Inver­se)


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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater