Die DIHK-Sonderauswertung zu Auslandsinvestitionen (2026) zeigt eine klare Verschiebung der Investitionsstrategie deutscher Industrieunternehmen – mit strukturellen Problemen am Standort Deutschland als zentralem Treiber.
Kernaussagen:
- Zunahme von Auslandsinvestitionen:
43 % der Industrieunternehmen planen Investitionen im Ausland (+3 Prozentpunkte zum Vorjahr). - Kostendruck als Hauptmotiv:
41 % investieren primär zur Kostensenkung – ein Höchstwert seit 2003. Gründe sind hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten und strukturelle Standortprobleme. - Rückgang strategischer Investitionen:
Investitionen zur Markterschließung oder zum Ausbau von Vertrieb sinken deutlich (z. B. Vertrieb: 35 % → 31 %). Damit nehmen die früher positiven Effekte für den Standort Deutschland ab. - Negative Folgen für Deutschland:
Unternehmen mit Kostensenkungsstrategie planen häufig:- Beschäftigungsabbau im Inland (47 %)
- Rückgang inländischer Investitionen (44 %)
- Verschiebung der Zielregionen:
- Eurozone bleibt wichtigste Region (64 %)
- Nordamerika verliert an Attraktivität (48 % → 44 %)
- Asien gewinnt (China: 31 % → 34 %, Asien/Pazifik: 21 % → 26 %)
- Strukturelle Standortprobleme:
Laut Analyse sind nicht nur konjunkturelle, sondern vor allem strukturelle Faktoren entscheidend:- hohe Energie- und Arbeitskosten
- bürokratische Hürden
- steuerliche Belastung
- infrastrukturelle Defizite
Einordnung (kritisch):
Die Daten deuten auf eine qualitative Verschlechterung der Investitionen hin: Während frühere Auslandsinvestitionen komplementär zum Inland wirkten (Markterschließung), sind sie zunehmend substitutiv (Kostenflucht). Das erhöht das Risiko einer dauerhaften Deindustrialisierung. Gleichzeitig bleibt unklar, inwieweit geopolitische Faktoren (z. B. Handelskonflikte) gegenüber reinen Kostenargumenten unterschätzt werden.
Wenn gewünscht, kann ich die Ergebnisse noch stärker einordnen (z. B. im Vergleich zu früheren Jahren oder im internationalen Kontext).
Quelle:dihk
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