Der US-Börsenaufsicht SEC wurde kurz vor Mitternacht der lang erwartete, über 300 Seiten starke Prospekt für den Börsengang (IPO) von SpaceX vorgelegt. Dabei peilt das Unternehmen eine Bewertung zwischen 1,75 und 2 Billionen Dollar an, was es auf Anhieb zu einem der wertvollsten Unternehmen weltweit machen würde.
Hier sind die wesentlichen Details und Kennzahlen aus dem Prospekt:
- Finanzielle Lage: Der angestrebten Bewertung steht ein Quartalsumsatz von rund 4,7 Milliarden Dollar gegenüber, dem jedoch ein Verlust von etwa 4,3 Milliarden Dollar entgegensteht. Besonders die KI-Tochter XAI belastet die Bilanz massiv und verbrannte im vergangenen Quartal rund 2,5 Milliarden Dollar.
- Geschäftsbereiche:
- Das klassische Raumfahrtgeschäft arbeitet derzeit nicht profitabel; im ersten Quartal stand trotz 40 Raketenstarts ein operativer Verlust von 662 Millionen Dollar zu Buche.
- Starlink ist der Bereich, der wie erwartet Gewinne abwirft (1,18 Milliarden Dollar operativer Gewinn im ersten Quartal). Allerdings gibt es Anzeichen für eine begrenzte Skalierung, da der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer von 99 Dollar (2023) auf 66 Dollar gesunken ist.
- Bewertung im Vergleich: Bei einem für 2025 erwarteten Gesamtumsatz von weniger als 20 Milliarden Dollar entspräche eine 2‑Billionen-Bewertung einem Umsatzmultiple von etwa 100. Die Quellen bezeichnen dies als eine “eigentlich komplett absurde Bewertung”, die vor allem auf einer gigantischen Zukunftshoffnung basiert.
- Kontrolle und Risiken: Ein kritischer Punkt für institutionelle Investoren ist, dass Elon Musk rund 85 % der Stimmrechte behält. Anleger kaufen sich zwar wirtschaftlich ein, haben aber keine echte Kontrolle. Zudem listet der Prospekt Risiken wie mögliche Satellitenkollisionen, regulatorische Probleme und die Gefahr auf, dass Zukunftsprojekte niemals profitabel werden könnten.
- Besonderheiten in der Bilanz: SpaceX hält weiterhin mehr als 8.000 Bitcoin (Wert über 600 Millionen Dollar). Aufgrund neuer Regeln schlagen Kursschwankungen der Kryptowährung künftig direkt auf die Gewinn- und Verlustrechnung durch, was die Zahlen eines Raumfahrtkonzerns volatil machen könnte.
Ein erfolgreicher Börsengang von SpaceX wird zudem als potenzieller Rückenwind für andere Raumfahrtunternehmen wie den deutschen Satellitenhersteller OHB gesehen.