Flash-PMIs signa­li­sie­ren zuneh­men­den Kon­junk­tur­druck in Deutsch­land und der Euro­zo­ne

Die Kon­junk­tur­la­ge in Deutsch­land und der Euro­zo­ne hat sich im Mai wei­ter ein­ge­trübt. Die aktu­el­len Flash-PMI-Daten von S&P Glo­bal deu­ten auf eine erneu­te Schrump­fung der pri­va­ten Wirt­schafts­ak­ti­vi­tät hin. Dabei ver­schärft sich das Bild vor allem durch die Kom­bi­na­ti­on aus nach­las­sen­der Nach­fra­ge, erhöh­tem Kos­ten­druck und schwä­che­rer Beschäf­ti­gungs­ent­wick­lung. Sowohl in Deutsch­land als auch im Euro­raum lie­gen die Com­po­si­te-Indi­zes unter der Wachs­tums­schwel­le von 50 Punk­ten und signa­li­sie­ren damit eine rück­läu­fi­ge Akti­vi­tät gegen­über dem Vor­mo­nat.

In Deutsch­land stieg der Flash Com­po­si­te PMI im Mai zwar leicht von 48,4 auf 48,6 Punk­te, blieb damit aber den zwei­ten Monat in Fol­ge im kon­trak­ti­ven Bereich. Die Schwä­che kon­zen­trier­te sich erneut auf den Dienst­leis­tungs­sek­tor, des­sen Geschäfts­tä­tig­keits­in­dex mit 47,8 Punk­ten wei­ter unter der Wachs­tums­schwel­le lag. Die Indus­trie zeig­te sich eben­falls weni­ger robust als zuvor. Der Index für die Indus­trie­pro­duk­ti­on sank auf 50,2 Punk­te und deu­te­te nur noch auf eine mini­ma­le Aus­wei­tung hin, wäh­rend der Indus­trie-PMI mit 49,9 Punk­ten wie­der knapp in den nega­ti­ven Bereich fiel.

Belas­tend wirkt ins­be­son­de­re die schwä­che­re Nach­fra­ge. In Deutsch­land gin­gen die Auf­trags­ein­gän­ge im Dienst­leis­tungs­sek­tor den drit­ten Monat in Fol­ge zurück; im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be wur­de erst­mals seit Dezem­ber wie­der ein Minus ver­zeich­net. Auch die Export­nach­fra­ge ent­wi­ckel­te sich in bei­den Sek­to­ren rück­läu­fig. Unter­neh­men ver­wie­sen dabei auf Kauf­zu­rück­hal­tung, geo­po­li­ti­sche Unsi­cher­heit und eine durch höhe­re Prei­se geschwäch­te Kauf­kraft. Zugleich nahm der Kos­ten­druck wei­ter zu. Die Ein­kaufs­prei­se stie­gen so stark wie seit drei­ein­halb Jah­ren nicht mehr, unter ande­rem infol­ge höhe­rer Rohstoff‑, Energie‑, Kraft­stoff- und Trans­port­kos­ten sowie län­ge­rer Lie­fer­zei­ten.

Die Euro­zo­ne zeigt ein noch schwä­che­res Gesamt­bild. Der Flash Euro­zo­ne Com­po­si­te PMI fiel im Mai von 48,8 auf 47,5 Punk­te und erreich­te damit ein 31-Monats­tief. Der Rück­gang der Wirt­schafts­ak­ti­vi­tät beschleu­nig­te sich und fiel laut S&P Glo­bal so stark aus wie seit Okto­ber 2023 nicht mehr. Beson­ders aus­ge­prägt war die Schwä­che im Dienst­leis­tungs­sek­tor, des­sen Akti­vi­täts­in­dex auf 46,4 Punk­te sank und damit den nied­rigs­ten Stand seit 63 Mona­ten erreich­te. Die Indus­trie­pro­duk­ti­on blieb mit 51,0 Punk­ten zwar noch leicht expan­siv, ver­lor aber eben­falls an Dyna­mik.

Auch im Euro­raum ver­schlech­ter­ten sich zen­tra­le Früh­in­di­ka­to­ren. Neue Auf­trä­ge gin­gen sowohl in der Indus­trie als auch im Dienst­leis­tungs­sek­tor zurück, die Export­auf­trä­ge san­ken so stark wie seit Janu­ar 2025 nicht mehr. Gleich­zei­tig fiel die Beschäf­ti­gung den fünf­ten Monat in Fol­ge. Der Rück­gang blieb zwar ins­ge­samt mode­rat, war aber der stärks­te seit Novem­ber 2020; ohne die Pan­de­mie­pha­se war es laut S&P Glo­bal der aus­ge­präg­tes­te Beschäf­ti­gungs­ab­bau seit August 2013.

Auf­fäl­lig ist, dass die schwä­che­re Akti­vi­tät nicht mit nach­las­sen­dem Preis­druck ein­her­geht. Im Gegen­teil: Die Input­kos­ten in der Euro­zo­ne stie­gen im Mai so stark wie seit drei­ein­halb Jah­ren nicht mehr. Auch die Ver­kaufs­prei­se leg­ten wei­ter zu und erreich­ten den stärks­ten Anstieg seit 38 Mona­ten. In Deutsch­land schwäch­te sich die Wei­ter­ga­be höhe­rer Kos­ten an Kun­den zwar etwas ab, was auf Mar­gen­druck hin­deu­tet. Für die Unter­neh­men ent­steht damit eine dop­pel­te Belas­tung: gerin­ge­re Nach­fra­ge auf der einen und stei­gen­de Kos­ten auf der ande­ren Sei­te.

Ins­ge­samt zeich­nen die Flash-PMIs ein stag­fla­tio­nä­res Risi­ko­bild. Die Wirt­schaft ver­liert an Dyna­mik, wäh­rend der Kos­ten- und Preis­druck hoch bleibt. Für Deutsch­land deu­tet der nur noch mini­ma­le Pro­duk­ti­ons­zu­wachs in der Indus­trie dar­auf hin, dass der jüngs­te Auf­trieb zuneh­mend fra­gil wird. Für die Euro­zo­ne ist die Brei­te der Abschwä­chung pro­ble­ma­tisch, da neben der Dienst­leis­tungs­schwä­che inzwi­schen auch neue Indus­trie­auf­trä­ge und Export­nach­fra­ge nach­ge­ben. Die fina­len Mai-Daten wer­den für die Indus­trie am 1. Juni und für Dienst­leis­tun­gen sowie Com­po­si­te-Indi­zes am 3. Juni ver­öf­fent­licht.


Quel­le: S&P Glo­bal

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