Monats­be­richt der Bun­des­agen­tur für Arbeit für April 2026

1. Gesamt­la­ge: Schwa­che Früh­jahrs­be­le­bung

Die wirt­schaft­li­che Erho­lung, die in den ers­ten bei­den Mona­ten des Jah­res ange­deu­tet wur­de, kommt auf­grund der Aus­wir­kun­gen des Iran-Krie­ges vor­erst zum Still­stand. Höhe­re Ener­gie­prei­se dämp­fen die Kauf­kraft und ver­teu­ern die Pro­duk­ti­on, was zu einer deut­lich ver­schlech­ter­ten Stim­mung in den Unter­neh­men führt. Der Arbeits­markt reagiert dar­auf mit einer schwa­chen Ent­wick­lung.

2. Arbeits­markt im Detail

  • Arbeits­lo­sig­keit:
    • Die Zahl der Arbeits­lo­sen sank im April leicht um 13.000 auf 3,008 Mil­lio­nen. Dies ist für einen April (typi­scher­wei­se Monat der star­ken Früh­jahrs­be­rei­ni­gung) eine sehr schwa­che Abnah­me.
    • Sai­son­be­rei­nigt ist die Arbeits­lo­sig­keit sogar um 20.000 gestie­gen.
    • Die Arbeits­lo­sen­quo­te blieb unver­än­dert bei 6,4 %.
    • Im Ver­gleich zum Vor­jahr ist die Arbeits­lo­sig­keit um 77.000 gestie­gen.
    • Beson­ders stark stieg die Arbeits­lo­sig­keit in Baden-Würt­tem­berg, Sach­sen, Bay­ern und Hes­sen (jeweils +4 % oder mehr im Vor­jah­res­ver­gleich).
  • Beschäf­ti­gung:
    • Die sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung ist im Febru­ar (aktu­ells­te ver­füg­ba­re Daten) sai­son­be­rei­nigt wei­ter gesun­ken (-16.000).
    • Ins­ge­samt liegt die Beschäf­ti­gung nun unter dem Vor­jah­res­ni­veau.
    • Es wächst aus­schließ­lich die Teil­zeit­be­schäf­ti­gung; die Voll­zeit­be­schäf­ti­gung geht zurück.
    • Die Zahl der Selbst­stän­di­gen und der aus­schließ­lich gering­fü­gig Beschäf­tig­ten nimmt wei­ter ab.
  • Stel­len­an­ge­bot:
    • Die gemel­de­ten Arbeits­stel­len haben sich auf einem nied­ri­gen Niveau sta­bi­li­siert (Bestand: 641.000 im April).
    • Der BA-Stel­len­in­dex (BA‑X) sank leicht auf 102 Punk­te.
    • Die Vakanz­zei­ten blei­ben hoch (durch­schnitt­lich 162 Tage), was auf Pas­sungs­pro­ble­me zwi­schen Ange­bot und Nach­fra­ge hin­deu­tet, trotz gestie­ge­ner Arbeits­lo­sig­keit.
  • Kurz­ar­beit:
    • Die Inan­spruch­nah­me von kon­junk­tu­rel­lem Kurz­ar­bei­ter­geld hat im Febru­ar leicht zuge­nom­men (156.000 Per­so­nen), liegt aber deut­lich unter dem Vor­jah­res­ni­veau.

3. Sozia­le Siche­rung

  • Ins­ge­samt bezo­gen im April 2026 rund 4,831 Mil­lio­nen Men­schen Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts (SGB II und SGB III).
  • Arbeits­lo­sen­geld (SGB III): Rund 1,07 Mil­lio­nen Bezie­her (+93.000 gegen­über dem Vor­jahr). Dies spie­gelt die kon­junk­tu­rel­le Schwä­che wider.
  • Bür­ger­geld (SGB II): Rund 3,826 Mil­lio­nen erwerbs­fä­hi­ge Leis­tungs­be­rech­tig­te (-125.000 gegen­über dem Vor­jahr).

4. Aus­bil­dungs­markt (Berichts­jahr 2025/26)

  • Ange­bot: Die Zahl der gemel­de­ten Aus­bil­dungs­stel­len ist im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum (Okto­ber 2025 bis April 2026) erneut gesun­ken (sta­tis­tisch ‑12 %, real geschätzt etwas weni­ger auf­grund von Pro­zess­um­stel­lun­gen in der Sta­tis­tik).
  • Nach­fra­ge: Die Zahl der gemel­de­ten Bewer­ber ist leicht gestie­gen (+1 % auf 357.000).
  • Ver­sor­gungs­la­ge:
    • Weni­ger Bewer­ber mün­de­ten in eine Aus­bil­dung ein (-13 %).
    • Die Zahl der unver­sorg­ten Bewer­ber (ohne Stel­le und ohne Alter­na­ti­ve) ist um 4 % auf 211.000 gestie­gen.
    • Der Anteil der unver­sorg­ten Bewer­ber liegt bei 59 %.
    • Die Situa­ti­on hat sich ins­be­son­de­re in Ber­lin, Sach­sen-Anhalt und Schles­wig-Hol­stein ver­schärft.

5. Arbeits­markt­po­li­tik

  • Im April 2026 nah­men rund 726.000 Per­so­nen an geför­der­ten Maß­nah­men teil (deut­lich mehr als im Vor­jah­res­mo­nat).
  • Die Akti­vie­rungs­quo­te lag bei 16,2 %.
  • Schwer­punk­te lagen wei­ter­hin in der beruf­li­chen Wei­ter­bil­dung und der Aktivierung/Eingliederung.

Fazit und Aus­blick

Der Arbeits­markt zeigt sich im April 2026 robust, aber mit kla­ren Ermü­dungs­er­schei­nun­gen. Die typi­sche Früh­jahrs­ent­las­tung blieb aus. Die Risi­ken, arbeits­los zu wer­den, stei­gen lang­sam wie­der an, wäh­rend die Chan­cen, aus der Arbeits­lo­sig­keit in eine Beschäf­ti­gung zu fin­den, his­to­risch nied­rig sind. Der Iran-Krieg und die dar­aus resul­tie­ren­den Unsi­cher­hei­ten sowie Ener­gie­preis­stei­ge­run­gen belas­ten die Kon­junk­tur und damit mit­tel­fris­tig auch den Arbeits­markt. Der Aus­bil­dungs­markt bleibt ange­spannt, mit zuneh­men­den Schwie­rig­kei­ten für Jugend­li­che, einen Platz zu fin­den.


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