Wenn Mut­ter­schaft zur Ware wird

Bir­git Kel­le und Chris­ti­an Rieck über ein glo­ba­les Geschäft mit Kin­dern

Im Gespräch mit Prof. Dr. Chris­ti­an Rieck rech­net die Autorin Bir­git Kel­le scho­nungs­los mit dem glo­ba­len Geschäft der Leih­mut­ter­schaft ab. Ihr zen­tra­ler Punkt: Mut­ter­schaft wird dabei in Ein­zel­tei­le zer­legt – gene­tisch, bio­lo­gisch, sozi­al – und genau die­se Zer­stü­cke­lung geht am Ende auf Kos­ten des Kin­des, des­sen Rech­te in die­sem Sys­tem kaum eine Rol­le spie­len.

Kel­le beschreibt die Pra­xis als knall­har­ten Markt. Aus­beu­te­ri­sche Ver­trä­ge, gesund­heit­li­che Risi­ken, Frau­en aus pre­kä­ren Ver­hält­nis­sen, die zur Ware wer­den – das ist für sie die Rea­li­tät hin­ter dem sau­be­ren Mar­ke­ting-Bild der Bran­che. Beson­ders ein­dring­lich spricht sie über das, was beim Kind selbst ver­lo­ren geht: die Bin­dung zur Frau, die es aus­ge­tra­gen hat, wird im Zuge der Ver­trags­ab­wick­lung ein­fach aus­ge­blen­det, als wäre sie irrele­vant.

Dazu kom­men recht­li­che Grau­zo­nen, die Tür und Tor öff­nen für Prak­ti­ken, die kaum noch vom inter­na­tio­na­len Kin­der­han­del zu unter­schei­den sind – Gren­zen, die in vie­len Län­dern erstaun­lich unklar blei­ben.

Am Ende läuft das Gespräch auf einen Appell hin­aus: Man müs­se end­lich hin­ter die Fas­sa­de der „glück­li­chen Bestel­ler­fa­mi­lie“ schau­en. Denn was von außen wie ein Hap­py End erscheint, ver­deckt oft genug ethi­sche Abgrün­de, über die kaum jemand spre­chen will.


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