1. Der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada
Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada hat sich drastisch verschärft. Nachdem bilaterale Gespräche am Wochenende scheiterten, hat der kanadische Premierminister Mark Carney eine direkte Gegenreaktion angekündigt und die neuen US-Zölle Dollar für Dollar ausgeglichen.
- Kanadas Gegenzölle: Kanada wird ab dem 8. September seine bestehenden Zölle auf US-Stahl- und Aluminiumprodukte auf 50 % verdoppeln. Zudem wurde ein Hilfsprogramm in Höhe von 7,5 Milliarden kanadischen Dollar für betroffene Unternehmen angekündigt.
- Eskalation der Rhetorik: Präsident Donald Trump reagierte auf Truth Social mit scharfer Rhetorik und gab an, eine Namensänderung des Lake Ontario in „Lake America“ ernsthaft in Erwägung zu ziehen sowie den Handel mit Ontario künftig massiv einzuschränken.
- Sorgen der Industrie: Doug Ford, Premierminister von Ontario, betonte die tiefe Verflechtung der beiden Volkswirtschaften und warnte vor enormen Schäden für die Bevölkerung auf beiden Seiten. Lana Payne, die Präsidentin der größten kanadischen Privatsektorgewerkschaft Unifor, erklärte, dass eine Erhöhung der Zölle auf Autoteile im Januar die gesamte nordamerikanische Automobilindustrie innerhalb von nur 10 Tagen zum Erliegen bringen könnte. Senator Ted Cruz äußerte sich hingegen zuversichtlich, dass eine Einigung erzielt wird, und wies auf die enge Kooperation im Energiesektor hin.
2. Die neue US-Sanktionswelle gegen den Iran („Operation Economic Outcast“)
Die Trump-Administration hat im Rahmen ihrer neuen Strategie gegenüber dem Iran eine massive wirtschaftliche Offensive gestartet, die als „Economic D‑Day“ bezeichnet wird.
- Zielgerichtete Sanktionen: Die von Finanzminister Scott Bessent verkündeten Maßnahmen zielen darauf ab, das gesamte finanzielle Ökosystem des Irans zu blockieren. Die Sanktionen treffen insbesondere die Schifffahrt, Luftfahrt, Goldreserven sowie digitale Vermögenswerte.
- Fokus auf China und die VAE: Da herkömmliche Bankenwege geschlossen sind, weicht der Iran auf Wechselstuben und Kryptowährungen aus. Während offizielle chinesische Institutionen nicht direkt in den Sanktionsdokumenten genannt wurden, gilt China (das 90 % der iranischen Ölexporte abnimmt) als wirtschaftlicher Rettungsanker des Regimes und steht im Zentrum der Bemühungen. Peking reagierte mit Trotz und forderte, dass die bilateralen Beziehungen nicht untergraben werden dürfen.
- Militärische Lage und Straße von Hormus: Berichte deuten darauf hin, dass die USA vorerst von neuen militärischen Schlägen absehen und sich auf diese wirtschaftliche Blockade konzentrieren. Gleichzeitig gab die US-Regierung bekannt, dass die Straße von Hormuz durch die US Navy vollständig von Minen geräumt wurde und engmaschig überwacht wird. Ein Militärexperte wies darauf hin, dass die wirtschaftliche Not die innere Opposition stärken und das iranische Regime brüchig machen könnte.
3. Stanley Druckenmillers scharfe Kritik am US-Finanzminister
Für großes Aufsehen in der Finanzwelt sorgte ein Gastbeitrag des legendären Investors Stanley Druckenmiller im Wall Street Journal, in dem er Finanzminister Scott Bessent ungewöhnlich scharf kritisierte.
- Kritik am Anleihekaufprogramm: Bessent hatte zuvor angekündigt, das langfristige Anleihe-Rückkaufprogramm des Finanzministeriums von 2 Milliarden auf 4 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln. Druckenmiller bezeichnete dies als gravierenden Fehler und als eine Art verdecktes „Quantitative Easing“ (QE), was den früheren Überzeugungen Bessents widerspreche.
- Verstoß gegen Marktprinzipien: Druckenmiller argumentierte, dass Regierungen, die versuchen, Marktpreise gegen fundamentale Gegebenheiten zu verteidigen, am Ende immer verlieren. Er forderte dazu auf, „den Anleihemarkt sprechen zu lassen“.
- Debatte um die Staatsverschuldung: Michael Faulkender verteidigte das Rückkaufprogramm als marginale Maßnahme zur Kostensenkung, stimmte jedoch zu, dass die Gesamtverschuldung der USA von 40 Billionen Dollar ein ernstes und beängstigendes Problem darstellt. Die Zinszahlungen der USA haben inzwischen die Marke von 1 Billion Dollar überschritten und übersteigen die Verteidigungsausgaben.
4. Turbulenzen am Aktienmarkt und nachbörsliche Gewinnwarnungen
Während die großen Indizes am regulären Handelstag leichte Gewinne verzeichneten, sorgte die nachbörsliche Berichtssaison für erhebliche Verschiebungen, insbesondere im Technologiesektor.
- Der Absturz von Intuit: Die Aktie von Intuit brach nachbörslich um 11 % ein. Zwar übertraf der Umsatz im abgelaufenen Quartal mit 4,35 Milliarden Dollar die Erwartungen, doch der Ausblick für das neu begonnene Geschäftsjahr 2027 lag beim operativen Einkommen und Gewinn pro Aktie weit unter den Prognosen der Analysten. Dies schürt an der Wall Street die Angst vor einer Fortsetzung der sogenannten „SaaS-Apokalypse“ im Software-Bereich.
- Zoom und Box: Auch Zoom und Box verzeichneten nachbörslich Verluste. Beide Unternehmen kämpfen mit der Herausforderung, ihre Geschäftsmodelle in einer Ära zu verteidigen, in der neue KI-Tools die traditionellen Software-Vorteile angreifen.
- Der historische Einbruch von Dick’s Sporting Goods: Die Aktie von Dick’s stürzte im regulären Handel um rund 29–31 % ab – der schlechteste Tag in der Unternehmensgeschichte. Grund ist die anhaltende Schwäche der im Vorjahr übernommenen Kette Foot Locker sowie aggressive Rabattaktionen der Schuhhersteller auf ihren eigenen Webseiten, die die Margen belasten.
- Lichtblicke und Krypto: Moderna stieg um 14 % nach einem erfolgreichen MRNA-Impfstofftest gegen Melanome. Bitcoin erlebte ein starkes Comeback und überschritt kurzzeitig die Marke von 80.000 US-Dollar, gestützt durch Kapitalzuflüsse in ETFs und die Erwartung, dass Investoren angesichts sinkender Fiat-Währungen in knappe digitale Vermögenswerte flüchten. Zudem blickt der gesamte Markt gespannt auf die morgigen Quartalszahlen des KI-Schwergewichts Nvidia.
5. Tod von Dolly Parton im Alter von 80 Jahren
Eine traurige Nachricht überschattete den Tag: Die US-Country-Musik-Ikone, Philanthropin und Geschäftsfrau Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren verstorben.
- Parton war nicht nur als Musikerin weltberühmt, sondern auch für ihre großzügigen Spenden bekannt – unter anderem unterstützte sie in den frühen Tagen der Pandemie maßgeblich die Entwicklung des Moderna-Impfstoffs.
- Präsident Trump ordnete an, alle Flaggen im Land für eine Woche auf halbmast zu senken.
6. Politische Entwicklungen und Supreme-Court-Entscheidung zur Briefwahl
- Briefwahl-Restriktionen: Der Supreme Court hat in einer 6:3‑Entscheidung entschieden, dass die restriktiven Briefwahlregeln der Regierung vorerst in Kraft bleiben dürfen. Die Entscheidung wirft heftige Debatten über die Organisation der bevorstehenden Zwischenwahlen (Midterms) auf, da in einigen Staaten wie North Carolina bereits in Kürze die Stimmzettel versendet werden.
- Stichwahl in South Carolina: Im Bundesstaat South Carolina findet die Stichwahl der Republikaner statt, um den dauerhaften Nachfolger des verstorbenen Senators Lindsey Graham zu bestimmen. Seine Schwester, Darlene Graham, tritt mit massiver Unterstützung und Finanzierung durch Donald Trumps Lager gegen den Abgeordneten Ralph Norman an.
Man beschäftigt sich mit amerikanischer Politik nicht aus Amerika-Faszination, sondern aus deutschem Eigeninteresse.
