Hin­ter­grün­de des Schei­terns der deut­schen Bewer­bung um einen nicht­stän­di­gen Sitz

Hin­ter­grün­de des Schei­terns der deut­schen Bewer­bung um einen nicht­stän­di­gen Sitz im Sicher­heits­rat der Ver­ein­ten Natio­nen

Wor­um es geht

Die Bun­des­re­gie­rung beant­wor­tet eine Klei­ne Anfra­ge der AfD zum Schei­tern der deut­schen Bewer­bung für einen nicht­stän­di­gen Sitz im UN‑Sicherheitsrat. Die Fra­gen dre­hen sich um Ursa­chen, Kos­ten, diplo­ma­ti­sche Stra­te­gien und mög­li­che Kon­se­quen­zen für die deut­sche Außen‑ und Ent­wick­lungs­po­li­tik.

Kern­punk­te der Vor­be­mer­kung der Fra­ge­stel­ler

  • Deutsch­land gehört zu den größ­ten finan­zi­el­len Unter­stüt­zern der UN (Pflicht­bei­trä­ge, Frie­dens­mis­sio­nen, frei­wil­li­ge Bei­trä­ge).
  • 2025 stell­te Deutsch­land 26 Mrd. Euro für Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit bereit – welt­weit größ­ter Geber.
  • Trotz die­ser Leis­tun­gen schei­ter­te die Sicher­heits­rats­kan­di­da­tur.
  • Die Fra­ge­stel­ler ver­mu­ten mög­li­che Fehl­ein­schät­zun­gen, diplo­ma­ti­sche Feh­ler oder kom­mu­ni­ka­ti­ve Pro­ble­me.
  • Sie kri­ti­sie­ren die Unter­stüt­zung der Bun­des­re­gie­rung für die Wahl von Anna­le­na Baer­bock zur Prä­si­den­tin der UN‑Generalversammlung.

Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung

1. Beginn des Wahl­kampfs

  • Kan­di­da­tur wur­de 2019 erklärt.
  • Stra­te­gi­sche Pla­nungs­un­ter­la­gen wer­den nicht detail­liert offen­ge­legt.

2. Zuge­sag­te Leis­tun­gen an Staa­ten

  • Kei­ne Anga­ben zu gehei­men Abspra­chen bei UN‑Wahlen.

3. Gesamt­kos­ten der Bewer­bung

  • Kei­ne genaue Berech­nung mög­lich, da die Kan­di­da­tur über Jah­re in vie­le außen­po­li­ti­sche Akti­vi­tä­ten inte­griert war.

4. Beauf­trag­te Agen­tu­ren

  • Kom­mu­ni­ka­ti­ons­agen­tur „Ahoy“ erhielt zwi­schen 2023–2026 ins­ge­samt 223.813,43 Euro.

5. Rück­mel­dun­gen nicht unter­stüt­zen­der Staa­ten

  • Kei­ne Anga­ben – Ver­weis auf Geheim­hal­tung bei UN‑Wahlen.

6. Ein­fluss deut­scher Äuße­run­gen auf das Abstim­mungs­ver­hal­ten

  • Kei­ne Erkennt­nis­se, da Staa­ten ihr Wahl­ver­hal­ten übli­cher­wei­se nicht offen­le­gen.

7. Unter­stüt­zung Baer­bocks für UN‑GA‑Präsidentschaft

  • Ent­schei­dung im März 2025.
  • Wahl Baer­bocks am 2. Juni 2025.
  • Bun­des­re­gie­rung betont: Getrenn­ter Vor­gang zur Sicher­heits­rats­kan­di­da­tur.

8. Bewer­tung man­geln­der Unter­stüt­zung trotz hoher Bei­trä­ge

  • Staa­ten ent­schei­den aus einer Viel­zahl von Beweg­grün­den.

9. Abstim­mungs­ver­hal­ten von Emp­fän­ger­staa­ten (Indi­en, Viet­nam, Süd­afri­ka)

  • Ent­wick­lungs­po­li­ti­sche Zusam­men­ar­beit bleibt im deut­schen Inter­es­se.
  • Zukunfts­ent­schei­dun­gen sind aktu­el­les Regie­rungs­han­deln → kei­ne Aus­kunft.

10. Über­prü­fung der UN‑Beiträge

  • Pflicht­bei­trä­ge blei­ben unver­än­dert.
  • Frei­wil­li­ge Bei­trä­ge rich­ten sich nach poli­ti­schen Prio­ri­tä­ten.

11. Über­prü­fung der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit

  • Ver­weis auf Fra­ge 9 → kei­ne kon­kre­ten Anga­ben.

12. Leh­ren für zukünf­ti­ge Kan­di­da­tu­ren

  • Deutsch­land wird wei­ter­hin kan­di­die­ren.
  • Ent­schei­dun­gen erfol­gen situa­ti­ons­ab­hän­gig.

Kurz­fa­zit

Die Bun­des­re­gie­rung:

  • ver­mei­det detail­lier­te Offen­le­gung diplo­ma­ti­scher Vor­gän­ge,
  • betont die Kom­ple­xi­tät inter­na­tio­na­ler Wahl­ent­schei­dun­gen,
  • hält an ihrer mul­ti­la­te­ra­len Aus­rich­tung fest,
  • sieht kei­ne direk­te Ver­bin­dung zwi­schen Baer­bocks Wahl und dem Schei­tern der Sicher­heits­rats­kan­di­da­tur,
  • gibt kei­ne Hin­wei­se auf grund­le­gen­de stra­te­gi­sche Ände­run­gen.

Quel­le: Bundestags‑Drucksache 21/7679

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