Die 72er-Regel schätzt, wie lange es dauert, bis sich ein Kapital bei einer konstanten Rendite verdoppelt:
Beispiele:
| Rendite p. a. | 72er-Regel | Exakt ungefähr |
|---|---|---|
| 2 % | 36 Jahre | 35,0 Jahre |
| 4 % | 18 Jahre | 17,7 Jahre |
| 6 % | 12 Jahre | 11,9 Jahre |
| 8 % | 9 Jahre | 9,0 Jahre |
| 10 % | 7,2 Jahre | 7,3 Jahre |
Bei 6 % Rendite würde sich das Geld also ungefähr alle 12 Jahre verdoppeln. Aus 10.000 € würden bei konstant 6 % und Wiederanlage rechnerisch etwa 20.000 € nach 12 Jahren und rund 40.000 € nach 24 Jahren.
Wichtig ist aber die Formulierung „So schnell verdoppelt sich Ihr Geld“: Sie kann irreführend sein, wenn sie eine garantierte Entwicklung suggeriert. Die Regel setzt eine konstante positive Rendite und Zinseszinseffekt voraus. Bei Aktien oder Fonds schwanken Renditen; außerdem reduzieren Kosten, Steuern und Inflation den tatsächlichen Vermögenszuwachs.
Die exakte Formel lautet:
wobei die jährliche Rendite als Dezimalzahl ist.
Kurz gesagt: Die 72er-Regel ist mathematisch eine erstaunlich gute Näherung, aber keine Prognose oder Garantie.
72er-Regel im Praxischeck:
Zum Beispiel mit bekannten Aktienindizes – jeweils vereinfacht mit angenommener langfristiger Durchschnittsrendite:
| Index | angenommene Rendite p. a. | Verdopplung nach 72er-Regel |
|---|---|---|
| MSCI World | 7 % | ca. 10,3 Jahre |
| S&P 500 | 8 % | ca. 9 Jahre |
| DAX | 7 % | ca. 10,3 Jahre |
| MSCI Emerging Markets | 6 % | ca. 12 Jahre |
Beispiel MSCI World bei 7 % p. a.:
10.000 € → ca. 20.000 € nach rund 10 Jahren → ca. 40.000 € nach rund 20 Jahren → ca. 80.000 € nach rund 30 Jahren.
Entscheidend: Das sind Rechenbeispiele, keine erwartbaren festen Zeiträume. Indexrenditen schwanken erheblich, und die tatsächliche Verdopplungszeit hängt vom Einstiegszeitpunkt, Dividenden, Kosten, Steuern und der konkreten Indexvariante ab.