Deutsch­land: Nach­rich­ten des Tages (02.09.2026)

Sabo­ta­ge­ak­te auf das deut­sche Strom­netz

Am Diens­tag kam es in Deutsch­land gleich zu zwei fol­gen­schwe­ren mut­maß­li­chen Sabo­ta­ge­ak­ten auf wich­ti­ge Umspann­wer­ke. Der ers­te Anschlag ereig­ne­te sich am Diens­tag­mor­gen im süd­li­chen Bran­den­burg nahe dem Kraft­werk Jänsch­wal­de. Am Diens­tag­abend gegen 20:00 Uhr folg­te ein wei­te­rer Vor­fall in Berg­heim bei Köln in Nord­rhein-West­fa­len.

In Berg­heim gin­gen die Täter äußerst gezielt vor: Aus einem angren­zen­den Mais­feld her­aus wur­den mit­hil­fe von pyro­tech­ni­schen Vor­rich­tun­gen Gegen­stän­de – ver­mut­lich ein Draht – über die dor­ti­gen Hoch­span­nungs­lei­tun­gen geschos­sen. Der dadurch ent­stan­de­ne Licht­bo­gen führ­te zu einem Kurz­schluss, wor­auf­hin der Ener­gie­kon­zern RWE fünf Kraft­werks­blö­cke in den Kraft­wer­ken Nie­der­au­ßem und Neu­r­a­th kon­trol­liert her­un­ter­fah­ren muss­te. Ein groß­flä­chi­ger Strom­aus­fall konn­te jedoch ver­hin­dert wer­den, da das Strom­netz sta­bil blieb und die Pro­fis der Netz­be­trei­ber schnell reagier­ten.

Die Ermitt­lungs­be­hör­den prü­fen der­zeit inten­siv einen koor­di­nier­te­ren Angriff, da die auf­ge­fun­de­nen Abschuss­vor­rich­tun­gen und das Vor­ge­hen an bei­den Tat­or­ten erheb­li­che Par­al­le­len auf­wei­sen. Die Ermitt­lun­gen lau­fen wegen des Anfangs­ver­dachts der ver­fas­sungs­feind­li­chen Sabo­ta­ge. Dabei wird in zwei Rich­tun­gen ermit­telt: fremd­staat­lich gesteu­er­te Sabo­ta­ge (unter Ver­dacht steht Russ­land) sowie Links­extre­mis­mus.

Als Reak­ti­on auf die Angrif­fe wächst die poli­ti­sche For­de­rung nach einem deut­lich bes­se­ren Schutz der kri­ti­schen Infra­struk­tur. NRW-Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul (CDU) wies dar­auf hin, dass die rund 38.000 Kilo­me­ter Höchst­span­nungs­lei­tun­gen in Deutsch­land unmög­lich lücken­los von der Poli­zei bewacht wer­den kön­nen. Er for­dert daher, den Betrei­bern von Infra­struk­tur­an­la­gen mehr recht­li­che Befug­nis­se ein­zu­räu­men, wie etwa den prä­ven­ti­ven Ein­satz von Video­über­wa­chung im direk­ten Umfeld oder eige­ne Droh­nen­ab­wehr­sys­te­me. Dies erfor­de­re jedoch eine gesell­schaft­li­che Debat­te über Daten­schutz und Bür­ger­rech­te. Das im März geplan­te „Kri­tis-Dach­ge­setz“, das sol­che Schutz­maß­nah­men regeln soll, befin­det sich der­zeit noch in der behörd­li­chen Abstim­mung.


Ermitt­lungs­er­fol­ge beim Leip­zi­ger Droh­nen­vor­fall und inter­na­tio­na­le Span­nun­gen mit Russ­land

Nach­dem die Bun­des­re­gie­rung am Vor­tag Russ­land direkt für einen ver­such­ten Droh­nen­an­schlag am Flug­ha­fen Leipzig/Halle ver­ant­wort­lich gemacht hat­te, konn­ten die Ermitt­ler des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes nun zwei kon­kre­te Tat­ver­däch­ti­ge iden­ti­fi­zie­ren, deren Spu­ren ein­deu­tig nach Russ­land füh­ren.

Bei den Ver­däch­ti­gen han­delt es sich um zwei mut­maß­li­che Hin­ter­män­ner, die sich ver­mut­lich bereits wie­der in Russ­land auf­hal­ten:

  • Ein in Bela­rus gebo­re­ner Mann mit rus­si­schem Pass konn­te über DNA-Spu­ren iden­ti­fi­ziert wer­den, die er an Droh­nen­tei­len am Tat­ort hin­ter­las­sen hat­te. Da er bereits im Bal­ti­kum straf­fäl­lig gewor­den war, gab es einen Tref­fer in den Daten­ban­ken. Die Ermitt­ler stu­fen ihn als soge­nann­ten „Weg­wer­f­agen­ten“ für gro­be Hilfs­ar­bei­ten ein.
  • Ein in Russ­land gebo­re­ner Mann mit let­ti­schem Pass hat­te laut Bewe­gungs­pro­fi­len eine orga­ni­sa­to­ri­sche Rol­le. Er reis­te kurz vor der Tat mit einem Tou­ris­ten­vi­sum über Ber­lin nach Sach­sen ein und unmit­tel­bar danach wie­der aus.

Die Geheim­diens­te gehen von einer direk­ten Ver­bin­dung der Män­ner zu rus­si­schen Nach­rich­ten­diens­ten aus. Als diplo­ma­ti­sche Kon­se­quenz hat das Aus­wär­ti­ge Amt die Schlie­ßung des rus­si­schen Gene­ral­kon­su­lats in Bonn zum 18. Sep­tem­ber ange­ord­net. Zudem sol­len Ein­rei­se­kon­trol­len ver­schärft und der Druck auf die rus­si­sche „Schat­ten­flot­te“ erhöht wer­den, mit der Russ­land inter­na­tio­na­le Han­dels­ver­bo­te für Öl und Gas umgeht.

Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Putin wies die Vor­wür­fe bei einem Auf­tritt in Wla­di­wos­tok zurück, warf der Bun­des­re­gie­rung ein wahl­kampf­be­ding­tes Ablen­kungs­ma­nö­ver vor und behaup­te­te, Deutsch­land habe kei­ner­lei Bewei­se. Wäh­rend Putin kon­kre­te Gegen­maß­nah­men offen­ließ, droh­te Dmi­t­ri Med­we­dew mit direk­ten Mili­tär­schlä­gen auf deut­sche Mili­tär­pro­duk­ti­ons­stät­ten und Ein­rich­tun­gen in Ber­lin. Als spie­gel­bild­li­che Reak­ti­on droht in Russ­land nun die Schlie­ßung deut­scher Kul­tur­ein­rich­tun­gen wie dem Goe­the-Insti­tut in Mos­kau. Der deut­sche Geschäfts­trä­ger wur­de bereits in das Mos­kau­er Außen­mi­nis­te­ri­um ein­be­stellt.

Unter­des­sen erhielt Deutsch­land beim Tref­fen der EU-Außen­mi­nis­ter im iri­schen Wick­low brei­te euro­päi­sche Soli­da­ri­tät. Die EU berei­tet weit­rei­chen­de neue Sank­tio­nen gegen über 1600 Per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen aus dem rus­si­schen Rüs­tungs­sek­tor sowie schnel­le Visa­ver­schär­fun­gen vor. Die EU-Außen­be­auf­trag­te Kaja Kal­las sprach in die­sem Zusam­men­hang von „staat­lich geför­der­tem Ter­ro­ris­mus“.


Kabi­nett bringt die Ein­kom­mens­steu­er­re­form auf den Weg

Die Bun­des­re­gie­rung hat den Gesetz­ent­wurf zur Reform der Ein­kom­mens­steu­er beschlos­sen. Mit einem Ent­las­tungs­vo­lu­men von ins­ge­samt 10 Mil­li­ar­den Euro sol­len vor allem Fami­li­en sowie Men­schen mit klei­nen und mitt­le­ren Ein­kom­men – wie Pfle­ge­kräf­te, Erzie­he­rin­nen, Poli­zis­ten und Bus­fah­rer – spür­bar ent­las­tet wer­den.

Zu den Kern­maß­nah­men der Reform gehö­ren:

  • Die schritt­wei­se Erhö­hung des steu­er­li­chen Grund­frei­be­trags auf 12.564 Euro im kom­men­den Jahr.
  • Die Anhe­bung des Kin­der­gel­des um 8 Euro auf 267 Euro pro Monat ab dem ers­ten Schritt.
  • Die Erhö­hung des Arbeit­neh­mer­pausch­be­trags um 200 Euro auf 1.430 Euro.
  • Eine gerin­ge­re Besteue­rung von Sonn- und Fei­er­tags­zu­schlä­gen.

Zur Gegen­fi­nan­zie­rung und für mehr sozia­le Aus­ge­wo­gen­heit sol­len Spit­zen­ver­die­ner stär­ker belas­tet wer­den: Der Spit­zen­steu­er­satz von 45 % soll bereits ab 250.000 Euro zu ver­steu­ern­dem Ein­kom­men grei­fen, zudem wird ab 280.000 Euro ein neu­er Steu­er­satz von 47 % ein­ge­führt.

Die Plä­ne sto­ßen jedoch auf hef­ti­gen Wider­stand aus ver­schie­de­nen Lagern:

  • Kri­tik an der kal­ten Pro­gres­si­on: Das CDU-geführ­te Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um unter Katha­ri­na Rei­che kri­ti­sier­te in einem Brief an das Finanz­mi­nis­te­ri­um scharf, dass die kal­te Pro­gres­si­on nicht voll­stän­dig abge­baut wer­de. Dies kom­me einer „infla­ti­ons­be­ding­ten heim­li­chen Steu­er­erhö­hung“ gleich.
  • Net­to-Ver­lus­te durch Sozi­al­ab­ga­ben: Wirt­schafts­exper­ten wie Flo­ri­an Neu­en warn­ten, dass die gerin­gen Ent­las­tun­gen der Mit­tel­schicht durch die Infla­ti­on und zeit­gleich stei­gen­de Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge (für Ren­te, Gesund­heit und Pfle­ge) voll­stän­dig auf­ge­fres­sen wer­den. In Ein­zel­fäl­len könn­te dies ab 2027 sogar zu weni­ger Net­to in der Tasche füh­ren als noch 2026.
  • Poli­ti­sches Kurio­sum: Finanz­mi­nis­ter Lars Kling­beil (SPD) konn­te an der ent­schei­den­den Kabi­netts­sit­zung in Ber­lin nicht teil­neh­men. Sei­ne Regie­rungs­ma­schi­ne war auf einem US-Flug­ha­fen ver­se­hent­lich beschä­digt wor­den, wes­halb er sein State­ment zur Reform per Video aus South Caro­li­na abge­ben muss­te.

Neu­es Kita-Qua­li­täts­ent­wick­lungs­ge­setz ver­ab­schie­det

Das Bun­des­ka­bi­nett hat das neue Kita-Gesetz beschlos­sen, das ab dem kom­men­den Jahr schritt­wei­se bis 2029 in Kraft tre­ten soll. Nach dem von Fami­li­en­mi­nis­te­rin Prien vor­ge­stell­ten Ent­wurf sol­len künf­tig alle Kin­der im Alter von vier Jah­ren nach ein­heit­li­chen Stan­dards auf ihre Sprach­ent­wick­lung und ande­re Fähig­kei­ten getes­tet wer­den.

Soll­ten sich bei den Tests Defi­zi­te zei­gen, ist eine geziel­te För­de­rung vor­ge­se­hen, um die Start­chan­cen der Kin­der beim Über­gang in die Grund­schu­le unab­hän­gig von Her­kunft oder Wohn­ort zu ver­bes­sern. Zudem soll mehr Per­so­nal in Kitas in Pro­blem­vier­teln flie­ßen. Exper­ten und Gewerk­schaf­ten äußer­ten sich zwar posi­tiv über die Absich­ten, kri­ti­sier­ten jedoch das Feh­len bun­des­ein­heit­li­cher Stan­dards bei der Per­so­nal­be­mes­sung ange­sichts des bereits jetzt ekla­tan­ten Per­so­nal­man­gels in den Kitas.


Sor­gen­er­re­gen­der Rück­gang des Kin­der­wunschs in Deutsch­land

Eine aktu­el­le Stu­die des Bun­des­in­sti­tuts für Bevöl­ke­rungs­for­schung hat offen­ge­legt, dass der Kin­der­wunsch bei jun­gen Erwach­se­nen (18 bis 39 Jah­re) in Deutsch­land erst­mals seit vie­len Jah­ren deut­lich gesun­ken ist. Frau­en wün­schen sich im Durch­schnitt noch 1,7 Kin­der, Män­ner sogar nur noch 1,6. Die tat­säch­li­che Gebur­ten­ra­te sank zuletzt auf rund 1,3 Kin­der pro Frau – ein Ein­bruch, der sich beson­ders nach Beginn des Ukrai­ne-Krie­ges beschleu­nigt hat.

Als Haupt­ur­sa­chen ermit­tel­ten die For­scher wach­sen­de Zukunfts- und Kri­sen­sor­gen, die durch die Kli­ma­kri­se, den Ukrai­ne-Krieg und Ängs­te um die Sta­bi­li­tät der Demo­kra­tie befeu­ert wer­den. Auch die per­ma­nen­te media­le Kon­fron­ta­ti­on mit nega­ti­ven Kri­sen­mel­dun­gen spie­le eine Rol­le. Exper­ten war­nen vor gra­vie­ren­den lang­fris­ti­gen Fol­gen für den Fach­kräf­te­man­gel, die Wirt­schafts­leis­tung und die Finan­zie­rung der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me.


Regie­rungs­kri­se in Thü­rin­gen nach BSW-Aus­trit­ten

In Thü­rin­gen hat das Regie­rungs­bünd­nis aus CDU, SPD und dem Bünd­nis Sahra Wagen­knecht (BSW) sei­ne par­la­men­ta­ri­sche Mehr­heit im Land­tag ver­lo­ren. Drei Abge­ord­ne­te ver­lie­ßen aus Pro­test gegen den Kurs des BSW-Bun­des­vor­stands um Sahra Wagen­knecht die Par­tei und die Frak­ti­on. Die BSW-Frak­ti­on schrumpft dadurch von 15 auf 12 Mit­glie­der. Die Koali­ti­on muss nun als Min­der­heits­re­gie­rung wei­ter­ar­bei­ten und ist im Par­la­ment künf­tig noch stär­ker als zuvor auf Stim­men ande­rer Par­tei­en, wie etwa der Lin­ken, ange­wie­sen.


Wei­te­re wich­ti­ge Mel­dun­gen aus dem In- und Aus­land

  • Kata­stro­phe im Hima­la­ya: Eine Woche nach dem ver­hee­ren­den Glet­scher­ab­bruch in der Grenz­re­gi­on zwi­schen Tibet und Nepal wur­den bereits mehr als 1100 (teil­wei­se über 1200) Todes­op­fer gebor­gen. Rund 4500 Men­schen gel­ten wei­ter­hin als ver­misst. Die Zahl der zer­stör­ten Häu­ser wird auf über 10.000 geschätzt. Da Stra­ßen, Brü­cken und Strom­lei­tun­gen voll­stän­dig weg­ge­spült wur­den, gestal­tet sich die Ver­sor­gung der Über­le­ben­den in den abge­le­ge­nen Berg­re­gio­nen extrem schwie­rig.
  • Eska­la­ti­on zwi­schen USA und Iran: Nach einer Pha­se rela­ti­ver Ruhe ist es zu schwe­ren gegen­sei­ti­gen Angrif­fen gekom­men. Bei nächt­li­chen US-Mili­tär­schlä­gen auf ira­ni­sche Stel­lun­gen wur­den min­des­tens 18 Men­schen getö­tet; laut Tehe­ran wur­de dabei auch eine Hoch­zeits­fei­er getrof­fen. Iran reagier­te mit Angrif­fen auf US-Stütz­punk­te in Jor­da­ni­en, Irak, Kuwait und Bah­rain. Zudem lie­fen in der Stra­ße von Hor­mus zwei Öltan­ker auf See­mi­nen auf.
  • Mil­li­ar­den­hil­fe für neue Gas­kraft­wer­ke: Die EU-Kom­mis­si­on hat der Bun­des­re­gie­rung den Bau neu­er Gas­kraft­wer­ke bis 2031 mit einer För­de­rung von bis zu 35 Mil­li­ar­den Euro bewil­ligt. Die Kraft­wer­ke sol­len als Brü­cke ein­sprin­gen, wenn Son­ne und Wind aus­blei­ben. Finan­ziert wird das Pro­jekt über eine Umla­ge der Strom­kun­den, was von Umwelt­ver­bän­den scharf kri­ti­siert wird.
  • Dür­re­kri­se in der Land­wirt­schaft: Ange­sichts mas­si­ver Ern­te­ein­brü­che (beim Getrei­de um ca. 7 % im Ver­gleich zum Vor­jahr) sprach Bun­des­agrar­mis­ter Rei­ner von einer Kri­se „von natio­na­ler Trag­wei­te“ und stell­te betrof­fe­nen land­wirt­schaft­li­chen Betrie­ben Hil­fen in Höhe von einer Mil­li­ar­de Euro in Aus­sicht.
  • Kul­tur & Sport:
    • In Vene­dig wur­den die 83. Film­fest­spie­le eröff­net. Der US-Schau­spie­ler und Regis­seur Geor­ge Cloo­ney wur­de für sein Lebens­werk mit dem Gol­de­nen Löwen aus­ge­zeich­net und hielt eine viel beach­te­te Rede zur Ver­tei­di­gung von Kunst und Kul­tur in auto­kra­ti­schen Zei­ten.
    • Im Ten­nis ver­hin­der­te Deutsch­lands Num­mer 1, Alex­an­der Zverev, bei den US Open in einem dra­ma­ti­schen Fünf­satz-Kri­mi über fast 5 Stun­den gegen den Ita­lie­ner Loren­zo Son­ego ein frü­hes Erst­run­den-Aus.
    • Die ost­deut­sche Fuß­ball­welt trau­ert um die DDR-Natio­nal­spiel-Legen­de Eber­hard Vogel, der im Alter von 83 Jah­ren nach lan­ger Krank­heit ver­starb.

Das Wet­ter in Deutsch­land zeigt sich in die­sen Tagen zwei­ge­teilt, wobei uns aus dem Wes­ten war­me Luft­mas­sen über die zu war­men Mee­re errei­chen.

Die Wet­ter­si­tua­ti­on in der Nacht zum Don­ners­tag (3. Sep­tem­ber)

In der Nacht zieht im Nor­den Deutsch­lands Bewöl­kung auf, die Regen und einen kräf­ti­gen süd­west­li­chen Wind mit sich bringt. Im Süden bleibt es dage­gen weit­ge­hend tro­cken, und der Him­mel klart vie­ler­orts auf. Die nächt­li­chen Tiefst­wer­te bewe­gen sich um 10 °C in den öst­li­chen Mit­tel­ge­bir­gen und errei­chen bis zu 16 °C im Wes­ten bezie­hungs­wei­se 17 °C im Nord­wes­ten. In eini­gen höhe­ren Berg­la­gen kann das Ther­mo­me­ter auch auf unter 10 °C fal­len.

Wet­ter­si­tua­ti­on am Don­ners­tag (3. Sep­tem­ber)

  • Der Nor­den und die Nord­hälf­te: Die­ser Bereich steht unter Tief­druck­ein­fluss, was zu sehr win­di­gem und wech­sel­haf­tem Wet­ter führt. Es ist mit vie­len Wol­ken, Schau­ern, teils län­ger anhal­ten­dem Regen und ver­ein­zel­ten Gewit­tern zu rech­nen. Beson­ders an der Nord­see und in Küs­ten­nä­he wird es immer wie­der nass, und es kön­nen kräf­ti­ge Schau­er nie­der­ge­hen. Es weht ein kräf­ti­ger Wind aus west­li­chen Rich­tun­gen. Die Höchst­tem­pe­ra­tu­ren lie­gen hier bei mäßi­gen 20 bis 21 °C.
  • Der Süden und die Süd­hälf­te: Hier domi­niert Hoch­druck­ein­fluss. Abge­se­hen von ver­ein­zel­ten Schau­ern, die auch hier vor­kom­men kön­nen, zeigt sich häu­fig die Son­ne neben eini­gen Wol­ken. Auch hier ist ein spür­ba­rer West­wind aktiv. Die Tem­pe­ra­tu­ren stei­gen deut­lich an: Im Süd­wes­ten wer­den bis zu 28 °C erreicht, am Ober­rhein krat­zen die Wer­te sogar an der 30-Grad-Mar­ke.

Die wei­te­ren Aus­sich­ten (Frei­tag bis Sonn­tag)

  • Frei­tag: Die Wär­me brei­tet sich wei­ter nach Nor­den aus, und es wird wie­der extrem heiß. Im Süd­wes­ten sind Spit­zen­wer­te von bis zu 33 °C mög­lich. Wäh­rend es im Süden heiß bleibt, wird es im Nor­den unbe­stän­dig und teil­wei­se stür­misch, wobei sich hef­ti­ge Gewit­ter mit Unwet­ter­cha­rak­ter ent­la­den kön­nen.
  • Sams­tag: Die Wet­ter­la­ge wird auch im Süden unbe­stän­di­ger. Im Nord­os­ten bleibt es wei­ter­hin sehr win­dig.
  • Sonn­tag: Zum Ende des Wochen­en­des zeigt der Trend bei den Tem­pe­ra­tu­ren und Son­nen­stun­den ins­be­son­de­re im Süden wie­der nach oben, wo erneut hei­ße 32 °C gemes­sen wer­den kön­nen.

Rück­blick auf einen extre­men Som­mer und kli­ma­ti­sche Fol­gen

Die aktu­el­le Hit­ze­wel­le schließt an einen Som­mer an, der bezüg­lich Wet­ter und Kli­ma als äußerst extrem ein­ge­stuft wird. Ers­te Daten der ver­schie­de­nen Wet­ter­diens­te zei­gen, dass Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Öster­reich und die Schweiz den hei­ßes­ten Som­mer seit Beginn der Wet­ter­auf­zeich­nun­gen erleb­ten. In Deutsch­land war es der zweit­hei­ßes­te Som­mer der Geschich­te.

Die­se extre­men Tem­pe­ra­tu­ren hin­ter­las­sen dra­ma­ti­sche Spu­ren in den Alpen: Die Glet­scher in den Alpen (bei­spiel­haft in der Schweiz) lie­gen völ­lig blank und ohne schüt­zen­de Schnee­de­cke direkt in der Son­ne. Die dadurch aus­ge­lös­te Glet­scher­schmel­ze ist mas­siv und setzt sich auch jetzt im Sep­tem­ber unver­min­dert fort.


Der deut­sche Leit­in­dex DAX lei­det der­zeit unter erheb­li­chen Infla­ti­ons- und Zins­sor­gen. Am Mitt­woch mar­kier­te der DAX zwi­schen­zeit­lich bei 25.727 Punk­ten den tiefs­ten Stand seit Ende Juli. Damit liegt er fast drei Pro­zent unter sei­nem Rekord­hoch von 26.618 Punk­ten. Zuvor hat­te er bereits am Mon­tag (vor­ges­tern) 1,2 Pro­zent und am Diens­tag 1,1 Pro­zent ver­lo­ren (Schluss­kurs am Diens­tag bei 25.970 Punk­ten). Am Mitt­woch schwäch­te sich der Aus­ver­kauf etwas ab, sodass der DAX nach einer leich­ten Erho­lung vom Tages­tief mit einem Minus von 0,5 Pro­zent bei 25.839 Punk­ten schloss.

Anlei­hen­markt und der „Zan­gen­griff“ der Märk­te

Ana­lyst Frank Sohl­le­der von ActivT­ra­des beschrieb die aktu­el­le Stim­mung der Anle­ger als einen „Zan­gen­griff aus Ölpreis­schock und Zins­angst“. Auch der deut­sche Ren­ten­markt geriet unter Druck: Die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen Bun­des­an­lei­hen klet­ter­te in der Spit­ze auf über 3,39 Pro­zent und lag zuletzt bei 3,377 Pro­zent.

Ölmarkt und geo­po­li­ti­sche Span­nun­gen im Nahen Osten

Ein wesent­li­cher Trei­ber der Infla­ti­on und der Markt­un­ru­he sind die stark stei­gen­den Ölprei­se. Ana­lys­ten von West­pac wei­sen dar­auf hin, dass die Gefahr von Stö­run­gen an der Stra­ße von Hor­mus neue Infla­ti­ons­ängs­te geschürt hat, was welt­weit zu Akti­en­ver­käu­fen und Ein­brü­chen an den Anlei­he­märk­ten führ­te. Aus­lö­ser waren jüngs­te gegen­sei­ti­ge mili­tä­ri­sche Angrif­fe im Nahen Osten, bei denen das US-Mili­tär ira­ni­sche Stel­lun­gen atta­ckier­te und Tehe­ran mit Rake­ten­an­grif­fen auf US-Stütz­punk­te reagier­te.

Roh­öl der Sor­te Brent ver­teu­er­te sich dar­auf­hin über Nacht auf fast 97 Dol­lar pro Bar­rel (den höchs­ten Stand seit Mit­te Juni), bevor der Preis wie­der leicht auf knapp über 95 Dol­lar sank. Ole Han­sen von der Saxo Bank beton­te die extre­me Vola­ti­li­tät des Ölmark­tes auf­grund des unbe­re­chen­ba­ren Kon­flikts. Je nach geo­po­li­ti­scher Ent­wick­lung könn­ten neue Nach­rich­ten die Prei­se rasch um bis zu fünf Dol­lar in bei­de Rich­tun­gen bewe­gen.

Impul­se aus den USA

Die US-Bör­sen zeig­ten am Mitt­woch­mit­tag eine leich­te Gegen­be­we­gung und leg­ten um etwa ein hal­bes Pro­zent zu, was den euro­päi­schen Märk­ten etwas Rücken­wind gab. Der Dow Jones (der am Diens­tag noch 0,8 % ver­lo­ren hat­te) erhol­te sich teil­wei­se auf 53.005,03 Punk­te (+0,41 %). Am Vor­tag hat­te die Tech-Bör­se Nasdaq 1,0 Pro­zent ver­lo­ren. Gleich­zei­tig beschleu­nig­ten sich die Ver­lus­te am US-Anlei­he­markt: Die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger US-Staats­an­lei­hen stieg auf 4,81 Pro­zent – den höchs­ten Stand seit fast drei Jah­ren.

Wich­ti­ge Unter­neh­mens­mel­dun­gen

  • Dell: Die Akti­en von Dell leg­ten um mehr als acht Pro­zent zu. Grund war eine Anhe­bung der Umsatz- und Gewinn­pro­gno­sen für das Geschäfts­jahr (bereits die zwei­te in die­sem Jahr), getrie­ben durch eine boo­men­de Nach­fra­ge nach Ser­vern für Künst­li­che Intel­li­genz (KI).
  • Com­merz­bank & UniCre­dit: Com­merz­bank-Che­fin Bet­ti­na Orlopp bestä­tig­te auf dem „Handelsblatt“-Bankengipfel in Frank­furt direk­te Kon­tak­te und Gesprä­che mit der ita­lie­ni­schen Groß­bank UniCre­dit bezüg­lich einer mög­li­chen Über­nah­me. Sie erklär­te, dies lie­ge im Inter­es­se bei­der Sei­ten, mahn­te jedoch vor einer über­eil­ten Inte­gra­ti­on und warnt vor einer poten­zi­el­len „Wert­ver­nich­tung“. Die Com­merz­bank-Aktie gehör­te am Mitt­woch trotz des all­ge­mein schwa­chen Markt­trends zu den grö­ße­ren Gewin­nern im DAX.

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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater