Bürogebäude und Büroanmietungen der Bundesregierung und der Bundesbehörden: Anzahl, Flächen und Kosten
Worum es insgesamt geht
Die Bundesregierung beantwortet eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu Bürogebäuden, Büroflächen, Neubauten, Sanierungen und Anmietungen der Bundesministerien und Bundesbehörden. Kernfragen: Bestand, Entwicklung, Kosten, Einsparvorgaben und Mietausgaben.
1. Büroflächen des Bundes (Bestand & Entwicklung)
- Keine vollständige Datenerhebung: Die Bundesregierung erklärt, dass keine konsistenten, zentralen Daten zu Büroflächen (Nutzungsfläche nach DIN 277) für alle Bundesbehörden vorliegen.
- Daher können die Fragen zu:
- Gesamtfläche,
- Entwicklung seit 2015,
- Fläche pro Beschäftigten nicht vollständig beantwortet werden.
2. Neubau‑, Erweiterungs- und Sanierungsvorhaben
- Eine umfangreiche Anlage 1 listet alle laufenden und geplanten Bauvorhaben:
- Projektname
- Standort & Bundesland
- Nutzerbehörde
- Bauherr (BImA, BBR, LBV etc.)
- Nutzungsfläche
- Projektphase (Planung, Realisierung)
- Geplante Fertigstellung
- Kostenprognose & Abweichungen
- Viele Projekte befinden sich noch in der FPU-/EW-Bau-Phase, daher keine Kostenangaben.
- Bei Projekten nach alter RBBau sind Kostenobergrenzen angegeben; neue RBBau nutzt Projektkostenziel (PKZ).
3. Fertiggestellte Bauvorhaben seit 2021
- In Anlage 2: Liste der seit 2021 übergebenen Neubauten/Generalsanierungen mit:
- Nutzer
- Standort
- Nutzungsfläche
- Gesamtkosten
- Diese Anlage ist als VS – Nur für den Dienstgebrauch eingestuft.
4. Anmietungen & Mietausgaben
Angemietete Büroflächen & Mietkosten
- Die Bundesregierung verweist erneut auf fehlende vollständige Flächendaten.
- Anlage 3 enthält die Mietausgaben 2021–2025 für alle Ressorts und Behörden.
- Die Summen sind erheblich:
- 2025: 629 Mio. €
- 2024: 532 Mio. €
- 2023: 470 Mio. €
- 2022: 215 Mio. €
- 2021: 119 Mio. €
Top-10-Anmietungen mit höchsten Jahresmieten
Beispiele:
- BKA Berlin – 30.854 m² – Mietende 2036 – 31 Mio. € Jahresmiete
- DPM München – 44.702 m² – Mietende 2039 – 18,7 Mio. €
- BMWi Berlin – 21.375 m² – 12,9 Mio. €
- Weitere große Anmietungen durch AA, BMWSB, ITZBund, BMI, BVL.
5. Umsetzung der Einsparvorgaben (25 % Flächeneinsparung)
Vorgaben:
- BMF-Erlass 2023:
- Anwesenheitsfaktor: 75 %
- Flächenbudget: 18 m² pro Arbeitsplatz
- Ziel: 25 % Einsparung durch moderne Arbeitsformen (Homeoffice etc.)
- BMF-Erlass 2024 (Bestand):
- Ziel: ebenfalls 25 % Einsparung
- Fokus: Abmietung von Drittliegenschaften
- BImA unterstützt Behörden bei Umsetzung.
Tatsächliche Einsparungen:
- Bis Ende 2025:
- 198.000 m² Bürofläche eingespart
- 300 Mietverträge beendet
- Monetäre Einsparungen noch nicht belastbar bezifferbar.
6. Kostensteuerung & parlamentarische Befassung
- BImA-Verwaltungsrat entscheidet über Bauvorhaben.
- Wertgrenzen für Befassung wurden 2026 erhöht:
- 10 Mio. € für zivile Bundesbauten
- 20 Mio. € für BMVg-Bauten
- Änderungen in RBBau am 31. Juli 2026 eingeführt.
7. Rechtsgrundlagen für eingeschränkte Auskünfte
- Bundesregierung erklärt, dass sie umfassend Auskunft erteilt hat.
- Einschränkungen ergeben sich nur aus:
- fehlenden Daten
- VS-Einstufungen
- vergaberechtlichen Gründen (bei Projekten in frühen Phasen).
Kurzfazit
Die Drucksache zeigt ein sehr großes Bau- und Mietvolumen des Bundes, aber auch erhebliche Datenlücken bei Büroflächen. Gleichzeitig wird ein ambitioniertes Flächeneinsparprogramm umgesetzt, das bereits zu spürbaren Abmietungen geführt hat. Die Bauvorhaben sind umfangreich, kostenintensiv und oft langfristig angelegt.
Quelle: Drucksache 21/7952