Wochen­rück­blick: US-Bör­sen 29. KW

Wochen­zu­sam­men­fas­sung vom 14. bis 18. Juli 2025: US-Bör­sen zwi­schen Rekord­hochs und neu­en Zoll-Sor­gen

Die ver­gan­ge­ne Han­dels­wo­che war von einem stän­di­gen Tau­zie­hen zwi­schen star­ken Wirt­schafts- und Unter­neh­mens­da­ten auf der einen und der Unsi­cher­heit durch die US-Han­dels­po­li­tik auf der ande­ren Sei­te geprägt. Wäh­rend der S&P 500 und der Nasdaq im Wochen­ver­lauf neue Rekord­hochs erreich­ten, schlos­sen sie am Frei­tag nahe­zu unver­än­dert. Der Dow Jones been­de­te die Woche leicht im Minus.

IndexSchluss­standWochen­ver­än­de­rung abso­lutWochen­ver­än­de­rung in %Bemer­kung
S&P 5006.296,79 Punk­te+37 Punk­te+0,6 %Neu­es All­zeit­hoch am Don­ners­tag
Nasdaq Com­po­si­te20.895,66 Punk­teca. +310 Punk­te+1,5 %11. Rekord­schluss des Jah­res
Dow Jones Indus­tri­al Avg.44.342,19 Punk­te−50 Punk­te−0,1 %Kaum betei­ligt an Tech-Ral­ly
Rus­sell 20002.240,01 Punk­te+4 Punk­te+0,2 %Leich­te Erho­lung bei Small Caps

Für die Woche:

  • Der S&P 500 ist um 37,04 Punk­te oder 0,6% gestie­gen.
  • Der Dow Jones ist um 29,32 Punk­te oder 0,1% gefal­len.
  • Der Nasdaq ist um 310,13 Punk­te oder 1,5% gestie­gen.
  • Der Rus­sell 2000 ist um 5,18 Punk­te oder 0,2% gestie­gen.

Für das Jahr:

  • Der S&P 500 ist um 415,16 Punk­te oder 7,1% gestie­gen.
  • Der Dow ist um 1.797,97 Punk­te oder 4,2% gestie­gen.
  • Der Nasdaq ist um 1.584,86 Punk­te oder 8,2% gestie­gen.
  • Der Rus­sell 2000 ist um 9,85 Punk­te oder 0,4% gestie­gen.

Markt­ent­wick­lung im Über­blick

  • S&P 500 & Nasdaq: Bei­de Indi­zes erreich­ten unter der Woche neue All­zeit­hochs, gaben ihre Gewin­ne zum Wochen­en­de aber wie­der ab. Auf Wochen­sicht schloss der S&P 500 mit einem leich­ten Plus von ca. 0,5 % und der Nasdaq mit einem Zuwachs von ca. 1,4 %.
  • Dow Jones: Der Index zeig­te sich vola­ti­ler und schloss die Woche leicht im Minus, belas­tet vor allem durch Kurs­ver­lus­te bei Ame­ri­can Express am Frei­tag.

Haupt­the­ma: Han­dels­kon­flik­te und Zöl­le

Das beherr­schen­de The­ma der Woche war die Han­dels­po­li­tik von US-Prä­si­dent Trump.

  • EU & Mexi­ko: Zu Beginn der Woche wur­de bekannt, dass ab dem 1. August Zöl­le von 30 % auf Impor­te aus der EU und Mexi­ko erho­ben wer­den sol­len. Zum Ende der Woche sorg­te Trump für neue Unsi­cher­heit, als er Berich­ten zufol­ge eine Eini­gung mit der EU von einem Min­dest­zoll­satz von 15–20 % abhän­gig mach­te.
  • Chi­na & Wei­te­re: Das US-Han­dels­mi­nis­te­ri­um ver­häng­te vor­läu­fi­ge Anti-Dum­ping-Zöl­le von 93,5 % auf chi­ne­si­sche Gra­phit-Impor­te. Zudem kün­dig­te Trump an, ein­heit­li­che Zöl­le von 10–15 % für über 150 klei­ne­re Han­dels­part­ner zu pla­nen.
  • Russ­land: Trump droh­te mit Sekun­där­zöl­len von 100 % gegen Russ­land, soll­te nicht inner­halb von 50 Tagen ein Frie­dens­ab­kom­men mit der Ukrai­ne erzielt wer­den.

Star­ke US-Wirt­schafts­da­ten

Die Kon­junk­tur­da­ten zeich­ne­ten ein robus­tes Bild der US-Wirt­schaft:

  • Ver­brau­cher: Das Ver­brau­cher­ver­trau­en der Uni­ver­si­tät Michi­gan stieg im Juli auf ein Fünf­mo­nats­hoch. Die Ein­zel­han­dels­um­sät­ze für Juni über­tra­fen mit einem Anstieg von 0,6 % die Erwar­tun­gen deut­lich.
  • Infla­ti­on: Die Infla­ti­ons­da­ten fie­len schwä­cher aus als befürch­tet. Sowohl die Ver­brau­cher­prei­se (CPI) als auch die Erzeu­ger­prei­se (PPI) für Juni zeig­ten eine mode­ra­te Ent­wick­lung. Die Infla­ti­ons­er­war­tun­gen für das kom­men­de Jahr san­ken laut der Michi­gan-Umfra­ge auf 4,4 %, den nied­rigs­ten Wert seit Febru­ar.
  • Arbeits­markt: Die wöchent­li­chen Erst­an­trä­ge auf Arbeits­lo­sen­hil­fe fie­len uner­war­tet auf ein Drei­mo­nats­tief.
  • Indus­trie & Woh­nungs­markt: Wich­ti­ge Früh­in­di­ka­to­ren wie der Phil­adel­phia Fed Manu­fac­tu­ring Index und der Empire Sta­te Manu­fac­tu­ring Index erhol­ten sich stark. Auch die Daten zu Bau­be­gin­nen und ‑geneh­mi­gun­gen für Juni waren posi­tiv.

Geld­po­li­tik der Fed und Anlei­hen

  • Zins­aus­sich­ten: Trotz posi­ti­ver Wirt­schafts­da­ten bekräf­tig­te Fed-Gou­ver­neur Chris­to­pher Wal­ler sei­ne Unter­stüt­zung für eine Zins­sen­kung im Juli. Der Markt preist jedoch wei­ter­hin kei­ne Sen­kung für die Juli-Sit­zung ein, rech­net aber mit zwei Sen­kun­gen spä­ter im Jahr (vor­aus­sicht­lich Sep­tem­ber und Dezem­ber).
  • Druck auf die Fed: Prä­si­dent Trump übte erneut Druck auf die Fed aus, for­der­te eine Zins­sen­kung auf 1 % und sorg­te mit Spe­ku­la­tio­nen über eine mög­li­che Ent­las­sung von Fed-Chef Jero­me Powell für Unru­he, was er spä­ter jedoch demen­tier­te.
  • Anlei­he­ren­di­ten: Die Ren­di­te der 10-jäh­ri­gen US-Staats­an­lei­he beweg­te sich im Wochen­ver­lauf nach oben und erreich­te zeit­wei­se ein Fünf­wo­chen­hoch, fiel zum Wochen­en­de aber wie­der leicht auf ca. 4,44 % zurück.

Berichts­sai­son der Unter­neh­men

Die Quar­tals­sai­son nahm Fahrt auf und lie­fer­te gemisch­te Ergeb­nis­se und Markt­re­ak­tio­nen:

  • Posi­ti­ve Über­ra­schun­gen: Charles Schwab (+3 %), Che­vron (+1 % nach Abschluss der Hess-Über­nah­me), 3M, Pep­si­Co und John­son & John­son leg­ten nach star­ken Zah­len zu.
  • Ent­täu­schen­de Reak­tio­nen: Net­flix schlug zwar die Umsatz- und Gewinn­schät­zun­gen, die Aktie fiel jedoch um über 5 % auf ein Vier­wo­chen­tief. Auch Ame­ri­can Express mel­de­te Rekord­um­sät­ze, die Aktie ver­lor den­noch über 2 % und belas­te­te den Dow Jones.
  • Ban­ken: Die Groß­ban­ken wie JPMor­gan, Wells Far­go und Citigroup lie­fer­ten über­wie­gend soli­de Ergeb­nis­se, die Akti­en reagier­ten jedoch gemischt.
  • Nvi­dia: Die Aktie pro­fi­tier­te von der Nach­richt, dass das Unter­neh­men mög­li­cher­wei­se den Ver­kauf von KI-Chips nach Chi­na wie­der auf­neh­men kann.

Aus­blick auf die kom­men­de Woche

Die Anle­ger wer­den sich wei­ter­hin auf die Han­dels­ge­sprä­che zwi­schen den USA und der EU kon­zen­trie­ren. Die Berichts­sai­son geht mit Zah­len von Alpha­bet, Tes­la, Veri­zon, Coca-Cola und IBM in die nächs­te Run­de. Wich­ti­ge Wirt­schafts­da­ten wie die Ein­kaufs­ma­na­ger­indi­zes (PMIs) und die Zins­ent­schei­dung der EZB wer­den eben­falls im Fokus ste­hen.

Fazit und Bewer­tung

Die US-Wirt­schaft zeigt sich fun­da­men­tal in guter Ver­fas­sung. Der pri­va­te Kon­sum, die Arbeits­markt­da­ten und ein ins­ge­samt posi­ti­ves Stim­mungs­bild stüt­zen die Märk­te. Die Unter­neh­mens­ge­win­ne über­rasch­ten in Sum­me posi­tiv. Aller­dings wirft die erra­ti­sche Han­dels­po­li­tik des Prä­si­den­ten, gepaart mit einer poli­tisch unter Druck gesetz­ten Noten­bank, erns­te Fra­gen auf: über die mit­tel­fris­ti­ge Sta­bi­li­tät der inter­na­tio­na­len Wirt­schafts­ord­nung, das Ver­trau­en in geld­po­li­ti­sche Insti­tu­tio­nen und die Rol­le Ame­ri­kas im Welt­han­del.

Die Bör­sen pro­fi­tie­ren aktu­ell noch von einem robus­ten Bin­nen­markt. Doch soll­te die geo­po­li­ti­sche Eska­la­ti­on wei­ter vor­an­schrei­ten – ins­be­son­de­re gegen­über der EU – dro­hen struk­tu­rel­le Schä­den, die weder durch kurz­fris­ti­ge Zins­sen­kun­gen noch durch fis­ka­li­sche Maß­nah­men kom­pen­siert wer­den kön­nen. Die poli­ti­schen Risi­ken über­la­gern zuneh­mend die öko­no­mi­schen Chan­cen.


Wie hilf­reich war die­ser Bei­trag?

Kli­cke auf die Ster­ne um zu bewer­ten!

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 0 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 0

Bis­her kei­ne Bewer­tun­gen! Sei der Ers­te, der die­sen Bei­trag bewer­tet.

Es tut uns leid, dass der Bei­trag für dich nicht hilf­reich war!

Las­se uns die­sen Bei­trag ver­bes­sern!

Wie kön­nen wir die­sen Bei­trag ver­bes­sern?

Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater