Die asiatischen Märkte zeigten sich am 19. Februar 2026 überwiegend in einer bullischen Verfassung, wobei insbesondere der Technologiesektor und die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (KI) als treibende Kräfte fungierten. Während einige wichtige Handelsplätze wie Festlandchina, Hongkong und Taiwan aufgrund des chinesischen Neujahrsfests geschlossen blieben, erreichten andere Indizes historische Höchststände.
Südkorea: Historischer Rekord durch Halbleiter-Boom
Der südkoreanische KOSPI-Index überschritt am 19. Februar erstmals in seiner Geschichte die Marke von 5.600 Punkten.
- Technologie-Rally: Der Anstieg wurde maßgeblich von Schwergewichten wie Samsung Electronics (+4,64 %) und SK Hynix (+2,16 %) getragen.
- HBM-Preise: Ein wesentlicher Faktor waren Berichte über Preisverhandlungen für High-Bandwidth Memory (HBM) der nächsten Generation, bei denen Samsung offenbar Preiserhöhungen von 20 % bis 30 % gegenüber dem Vorgängermodell anstrebt.
- Gewinnprognosen: Analysten hoben die Nettogewinnprognosen für den KOSPI für 2026 massiv an, wobei der Halbleitersektor voraussichtlich etwa 55-56 % der Gesamtgewinne ausmachen wird.
- Politisches Umfeld: Lokal belastete das Urteil gegen den ehemaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol die Stimmung jedoch kaum, da die Märkte eher auf die wirtschaftliche Dynamik und die Exportstärke setzten.
Japan: Exportstärke und politische Weichenstellungen
Der japanische Markt profitierte von positiven Wirtschaftsdaten und einer erwarteten stabilen Handelspolitik.
- Wirtschaftsdaten: Die Kernmaschinenaufträge stiegen im Dezember überraschend stark um 19,1 % im Monatsvergleich. Zudem verzeichneten die Exporte im Januar ein Plus von 16,8 %, getrieben durch die Nachfrage aus den asiatischen Nachbarmärkten.
- Politik: Nach ihrem Wahlsieg richtet Premierministerin Sanae Takaichi ihr Augenmerk auf ein Handelsabkommen mit den USA unter Präsident Trump, wobei Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Dollar in den US-Markt (unter Führung von Softbank) im Fokus stehen.
- Währung: Der Yen blieb unter Druck und handelte gegenüber dem Dollar bei etwa 155, was den Exporteuren zugutekam, aber auch Spekulationen über staatliche Interventionen (Rate Checks) nährte.
Australien: Rohstoffe und Arbeitsmarkt im Fokus
Der australische Markt (S&P/ASX 200) notierte deutlich fester und näherte sich der Marke von 9.100 Punkten.
- Sektoren: Gewinne gab es quer durch alle Sektoren, angeführt von Bergbau (Rio Tinto, BHP) und Energie (Santos, Woodside Energy).
- Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote blieb im Januar stabil bei 4,1 %, was besser als die erwarteten 4,2 % war. Dies festigte die Erwartung, dass die australische Zentralbank (RBA) die Zinsen vorerst hoch halten oder sogar anheben könnte.
- Rohstoffe: Der Anstieg der Ölpreise aufgrund von Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie Goldpreise auf Rekordniveau stützten die australischen Rohstoffwerte.
China: Handelsruhe und Immobilienkrise
Während die Börsen in Festlandchina und Hongkong feiertagsbedingt pausierten, blieb die fundamentale Situation durch die anhaltende Immobilienkrise geprägt.
- Immobiliensektor: Analysten von S&P Global warnten vor einer weiteren Verschärfung der Krise; die prognostizierten Verluste für 2026 könnten von 8 auf 14 Prozent steigen.
- Evergrande: Das Schicksal der China Evergrande Group, deren Liquidatoren versuchen, Vermögenswerte des Gründers zu sichern, schwebt weiterhin als systemisches Risiko über dem Markt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der asiatische Markt derzeit zweigeteilt ist: Eine euphorische Tech- und Halbleiter-Rally in Südkorea und Japan steht einer fragilen fundamentalen Lage in China gegenüber, während Australien von der globalen Nachfrage nach Energie und Metallen profitiert.