Asi­en am Mor­gen – 23.02.2026

Der asia­ti­sche Bör­sen­ver­lauf ist aktu­ell von einer mas­si­ven Han­dels­un­si­cher­heit geprägt, die durch recht­li­che Ent­wick­lun­gen in den USA und neue Zoll­an­dro­hun­gen von Prä­si­dent Trump aus­ge­löst wur­de. Wäh­rend das US-Obers­te Gericht (Supre­me Court) die soge­nann­ten „rezi­pro­ken Zöl­le“ des Prä­si­den­ten für ungül­tig erklärt hat, reagier­te Trump mit der Dro­hung, einen pau­scha­len Basis­zoll von 15 % auf alle glo­ba­len Han­dels­part­ner ein­zu­füh­ren. Die­se Gemenge­la­ge führt in Asi­en zu einer vola­ti­len Mischung aus Erleich­te­rung über das Gerichts­ur­teil und der Sor­ge vor einer neu­en Eska­la­ti­on im Han­dels­kon­flikt.

Hier ist eine detail­lier­te Zusam­men­fas­sung nach Regio­nen und Anla­ge­klas­sen:

Län­der­spe­zi­fi­sche Markt­ent­wick­lun­gen

  • Japan: Die Märk­te in Japan blie­ben auf­grund eines Fei­er­tags geschlos­sen, sodass kein Kas­sa­han­del statt­fand. Die Nik­kei-Futures deu­te­ten jedoch auf eine Abwärts­be­we­gung hin. Japa­ni­sche Regie­rungs­ver­tre­ter bezeich­ne­ten die aktu­el­le Zoll­si­tua­ti­on in den USA als ein „Cha­os“. Der Japa­ni­sche Yen zeig­te sich fest und notier­te um die Mar­ke von 155 gegen­über dem US-Dol­lar, was teil­wei­se auf eine all­ge­mei­ne Dol­lar­schwä­che zurück­zu­füh­ren ist.
  • Süd­ko­rea: Im Gegen­satz zu Japan war der Markt in Süd­ko­rea geöff­net und der KOSPI erreich­te Rekord­hochs, mit einem Anstieg von 2 % zur Eröff­nung. Gestützt wur­de dies durch star­ke Export­da­ten: In den ers­ten 20 Tagen des Monats stie­gen die Expor­te im Jah­res­ver­gleich um 23,5 %, ins­be­son­de­re im Bereich Halb­lei­ter und Tech­no­lo­gie. Die Korea­ni­sche Won wer­te­te gegen­über dem Dol­lar auf. Den­noch bleibt die Unsi­cher­heit bestehen, da Trump Süd­ko­rea bereits mit Zöl­len von 25 % gedroht hat, falls Han­dels­ab­kom­men nicht schnell genug umge­setzt wer­den.
  • Chi­na: Die chi­ne­si­schen Märk­te waren auf­grund der Fei­er­ta­ge zum Mond­neu­jahr eben­falls noch geschlos­sen und neh­men den Han­del erst am Diens­tag wie­der auf. Exper­ten sehen Chi­na jedoch in einer gestärk­ten Ver­hand­lungs­po­si­ti­on für das geplan­te Tref­fen zwi­schen Xi Jin­ping und Trump im nächs­ten Monat. Der Yuan blieb sta­bil in der Nähe sei­ner Höchst­stän­de von 2023. Inter­es­san­ter­wei­se wird das US-Gerichts­ur­teil in chi­ne­si­schen sozia­len Medi­en gefei­ert, wäh­rend sich die Staats­me­di­en bis­her bedeckt hal­ten.
  • Aus­tra­li­en und Indi­en: Der aus­tra­li­sche ASX 200 ver­lor im Han­dels­ver­lauf sei­ne frü­hen Gewin­ne und rutsch­te ins Minus. Indi­en reagier­te auf die Zoll­un­si­cher­heit, indem es geplan­te Gesprä­che zur Fina­li­sie­rung eines Han­dels­pakts mit den USA ver­schob.

Wäh­run­gen und Roh­stof­fe

Die all­ge­mei­ne Markt­stim­mung spie­gelt sich deut­lich in den Devi­sen- und Roh­stoff­märk­ten wider:

  • US-Dol­lar-Schwä­che: Der US-Dol­lar geriet unter Druck, da Anle­ger befürch­ten, dass der Weg­fall von Zoll­ein­nah­men das US-Defi­zit ver­schlech­tern könn­te. Dies hat asia­ti­schen Wäh­run­gen wie dem Yen und dem Won Auf­trieb gege­ben.
  • Flucht in „Siche­re Häfen“: Auf­grund der Unvor­her­seh­bar­keit der US-Han­dels­po­li­tik suchen Inves­to­ren Schutz in Edel­me­tal­len. Gold und Sil­ber ver­zeich­ne­ten Gewin­ne und die­nen als Absi­che­rung (Hedge) gegen die glo­ba­len Markt­tur­bu­len­zen.
  • Ölmarkt: Die Ölprei­se zeig­ten sich vola­til. Einer­seits gab es Rück­gän­ge bei den Ener­gie­prei­sen, ande­rer­seits sorgt die geo­po­li­ti­sche Prä­mie auf­grund der Span­nun­gen zwi­schen den USA und dem Iran für Preis­druck nach oben. Ein mög­li­cher US-Angriff auf den Iran bleibt ein Risi­ko­fak­tor, den Händ­ler ein­prei­sen.

Sek­to­ra­le Trends und Aus­blick

  • Tech­no­lo­gie und KI: Der Sek­tor für Künst­li­che Intel­li­genz wird als weit­ge­hend unab­hän­gig von den unmit­tel­ba­ren Zoll­fra­gen betrach­tet, lei­det aber unter einer all­ge­mei­nen Kom­pres­si­on der Bewer­tun­gen. Den­noch wird die Ver­öf­fent­li­chung der Nvi­dia-Quar­tals­zah­len als ein ent­schei­den­der Impuls­ge­ber für die glo­ba­len Akti­en­märk­te in die­ser Woche ange­se­hen.
  • Beklei­dungs­in­dus­trie: Süd­ko­rea­ni­sche Beklei­dungs­her­stel­ler, die Mar­ken wie Lulu­le­mon und Nike belie­fern, ste­hen auf­grund der poten­zi­el­len 15-Pro­zent-Zöl­le unter beson­de­rer Beob­ach­tung.
  • Han­dels­ab­kom­men: Vie­le asia­ti­sche Part­ner der USA befin­den sich in einer „Wait-and-See“-Haltung. Es herrscht Unklar­heit dar­über, wel­che Zoll­sät­ze aktu­ell an US-Häfen für ankom­men­de Waren gel­ten.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass der asia­ti­sche Markt der­zeit zwi­schen der kurz­fris­ti­gen Erleich­te­rung über die juris­ti­schen Schran­ken für Trumps Han­dels­po­li­tik und der lang­fris­ti­gen Furcht vor neu­en, unvor­her­seh­ba­ren Bar­rie­ren schwankt. Wäh­rend Süd­ko­rea durch star­ke Fun­da­men­tal­da­ten glänzt, blei­ben die regio­na­len Märk­te hoch­gra­dig sen­si­bel für Nach­rich­ten aus Washing­ton und die geo­po­li­ti­sche Lage im Nahen Osten.


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