Asien am Morgen – 24.02.2026

Der asiatische Börsenverlauf zeigt sich aktuell von einer Mischung aus Wiedereröffnungsdynamik, technologischen Sorgen und handelspolitischer Ungewissheit geprägt. Während China nach einer neuntägigen Pause zurückkehrt, steht der breitere Markt unter dem Eindruck eines massiven Ausverkaufs im Tech-Sektor, der durch Ängste vor KI-Disruptionen ausgelöst wurde.

China: Rückkehr mit positiven Vorzeichen

Nach der neuntägigen Pause zum Mondneujahr kehrten die chinesischen Märkte mit einem verbesserten Sentiment zurück. Der MSCI China konnte während der Abwesenheit der Festlandmärkte bereits um mehr als 8 % zulegen.

  • Tarif-Hoffnung: Die Entscheidung des US-Supreme Court, Trumps „gegenseitige Tarife“ (reciprocal tariffs) zu kippen, wird als positiv für chinesische Exporteure gewertet, da die effektiven Zollsätze für China laut Analysten von 32 % auf 24 % sinken könnten.
  • KI und Robotik: Ein zentrales Thema in China bleibt die künstliche Intelligenz. Trotz Vorwürfen von US-Unternehmen wie Anthropic bezüglich unlauterer Techniken („Distillation Techniques“) wird der Abstand zwischen US- und chinesischen KI-Modellen als schrumpfend wahrgenommen. Zudem sorgten virale Auftritte von humanoiden Robotern während der Neujahrsgala für einen Kurssprung bei Robotik-Werten in Hongkong.

Japan: Zwischen Währungsschwäche und Inflationsdruck

Japan kehrte ebenfalls von einem langen Wochenende zurück, wobei die Futures zunächst unter Druck standen.

  • Währung: Der Japanische Yen zeigte sich gegenüber dem US-Dollar etwas stärker und bewegte sich um die Marke von 155.
  • Unternehmensnews: McDonald’s Japan erreichte ein Allzeithoch, nachdem Preiserhöhungen für 60 % der Produkte angekündigt wurden, was als Zeichen für den anhaltenden Inflationsdruck in der japanischen Wirtschaft gewertet wird.
  • Handel: Da Japan und die USA ein bilaterales Handelsabkommen haben, hoffen Marktteilnehmer, dass japanische Automobilhersteller von den neuen globalen Zollankündigungen der Trump-Administration weniger stark betroffen sein könnten.

Der „AI Scare Trade“: Erschütterungen im Tech-Sektor

Ein dominierendes Thema für die gesamte Region sind die massiven Verluste bei Technologiewerten, ausgelöst durch einen bärischen Forschungsbericht und neue KI-Tools.

  • IBM-Absturz: Die Aktie von IBM brach um 13 % ein – der stärkste Verlust seit der Dotcom-Ära. Auslöser war die Ankündigung von Anthropic, dass ihr Tool „Claude“ die veraltete, aber in der Finanzwelt weit verbreitete Programmiersprache COBOL modernisieren kann. Dies schürt Ängste, dass etablierte Geschäftsmodelle und Beratungsdienstleistungen durch KI ersetzt werden könnten.
  • Breitere Auswirkungen: Diese Sorgen erfassten auch Zahlungsdienstleister und Lieferdienste wie Amex und Doordash.

Handels- und Geopolitik als Unsicherheitsfaktoren

Die Märkte in Asien reagieren nervös auf die unklare Zollpolitik der USA.

  • Neue Zölle: Präsident Trump erwägt zusätzliche nationale Sicherheitszölle (15 %) auf Industrieprodukte wie Großbatterien, Stromnetz-Komponenten und Telekommunikationsausrüstung.
  • Australien: Das Land sieht sich mit einer Erhöhung der Zölle auf 15 % konfrontiert, was eine 50-prozentige Steigerung gegenüber dem bisherigen Satz von 10 % bedeutet. Dennoch zeigten sich australische Bergbauwerte wie Woodside aufgrund solider Erträge und einer stabilen Strategie widerstandsfähig.
  • Iran-Konflikt: Die anhaltenden Spannungen zwischen Washington und Teheran sowie die Unsicherheit über bevorstehende Verhandlungen belasten die Risikobereitschaft und halten einen Risikopreis bei Öl und Gold aufrecht. Gold gewann weiter an Wert und wird als sicherer Hafen bevorzugt, während die Ölpreise trotz geopolitischer Spikes zuletzt stabil blieben.

Südkorea: KOSPI auf Rekordniveau

Trotz der globalen Unsicherheiten zeigt sich der südkoreanische Markt robust. Der KOSPI verharrt auf Rekordhochs, getrieben durch die starke Nachfrage nach Halbleitern, die für den KI-Sektor essenziell bleiben. Auch der KOSDAQ konnte Boden gutmachen, während der Koreanische Won leichte Schwäche zeigte.


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