Der asiatische Aktienmarkt verzeichnete am Handelstag eine allgemeine Erholung, die maßgeblich durch einen Technologie-Aufschwung an der Wall Street befeuert wurde. Die Anleger schöpften neues Vertrauen, da die Sorgen über einen Ausverkauf im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) vorerst in den Hintergrund traten.
Japan: Währungsschwäche und geopolitische Spannungen
In Japan deuteten die Nikkei-Futures auf anhaltende Gewinne hin. Ein zentrales Thema war die Abschwächung des Japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar, nachdem Berichte laut wurden, dass Premierministerin Takaichi gegenüber der Bank of Japan (BOJ) eine skeptische Haltung bezüglich weiterer Zinserhöhungen eingenommen hat. Trotz dieser politischen Signale gibt es am Markt weiterhin Erwartungen auf künftige Zinsschritte, was einige Investoren dazu veranlasste, Long-Positionen in japanischen Staatsanleihen (JGBs) einzugehen.
Gleichzeitig wurde die Stimmung durch geopolitische Spannungen mit China getrübt. China verschärfte den wirtschaftlichen Druck auf Japan durch Exportverbote für wichtige Industriegiganten wie Mitsubishi Heavy Industries und Kawasaki Heavy Industries, denen Peking Verbindungen zum japanischen Militär vorwirft. Dies führte dazu, dass die Aktien dieser Unternehmen sowie von Subaru Verluste zwischen 3 % und 5,7 % hinnehmen mussten. Ein weiterer bedeutender Einzelwert war Nippon Steel, deren Aktie um mehr als 5 % einbrach, nachdem das Unternehmen die Ausgabe von Wandelanleihen im Wert von 600 Milliarden Yen zur Finanzierung der Übernahme von U.S. Steel angekündigt hatte. Im Fokus steht zudem ein Übernahmekampf bei Toyota Industries, wobei Elliott Investment Management versucht, die Privatisierung durch die Toyota-Gruppe zu blockieren.
China und Hongkong: Feiertagsstimmung und Budget-Optimismus
In China war die Stimmung nach den Feiertagen zum Mond-Neujahr positiv. Die Inlandsausgaben während der Feiertage stiegen auf 117 Milliarden US-Dollar, was die Erwartungen übertraf. Der Offshore-Yuan hielt sich auf einem Höchststand gegenüber dem US-Dollar seit 2023. Mit der Wiederaufnahme des Handels nach der neuntägigen Pause herrschte Optimismus, getrieben durch die Hoffnung auf eine stabilere Handelslandschaft, obwohl die Unsicherheit über US-Zölle bestehen bleibt.
In Hongkong stiegen die Futures um 0,8 %. Der Finanzsekretär der Stadt wird voraussichtlich einen Haushaltsüberschuss verkünden, der ein Jahr früher als geplant erreicht wurde. Dies wird unter anderem auf einen wiedererstarkten Aktienmarkt, ein hohes Volumen an Börsengängen (IPOs) und Rekordverkäufe durch chinesische Investoren zurückgeführt. Künftige Investitionen sollen verstärkt in den Technologiesektor und das Projekt „Northern Metropolis“ fließen.
Australien und Südkorea: Inflation und Unternehmensgewinne
Der australische Markt eröffnete mit einem Plus von 0,6 % bis 0,9 %. Die Gewinne wurden durch starke Quartalsberichte gestützt, wobei ein Supermarktkonglomerat um fast 10 % zulegte. Das Softwareunternehmen WiseTech Global verzeichnete ebenfalls einen Aufschwung, nachdem es Pläne zur Umstrukturierung und zum verstärkten Einsatz von KI bekannt gab, was jedoch den Abbau von etwa einem Drittel der Belegschaft zur Folge hat. Überschattet wurde die positive Marktentwicklung jedoch von neuen Inflationsdaten: Die monatliche Inflationsrate für Januar lag mit 3,7 % über den Erwartungen von 3,3 %, was den Druck auf die Reserve Bank of Australia (RBA) erhöht.
In Südkorea stieg der KOSPI um etwa 1 %. Angeführt wurde diese Rallye von Automobilherstellern wie Hyundai Motors, die im frühen Handel deutlich zulegen konnten.
Sektor-Fokus: Technologie und Banken
Der Technologiesektor profitierte massiv von Nachrichten aus den USA, insbesondere von der Kooperation zwischen AMD und Meta Platforms. Meta plant, KI-Chips von AMD im großen Stil zu kaufen, was die Hoffnung auf anhaltend hohe KI-Investitionen in der gesamten Region nährte. Im Bankensektor übertraf die OCBC, Singapurs zweitgrößte Bank, die Gewinnerwartungen für das vierte Quartal dank starker Gebühren im Wealth Management. Dennoch stehen die Banken in Singapur unter Druck durch die Aussicht auf sinkende Zinssätze.
Insgesamt zeigt sich der asiatische Markt in einer „Goldilocks“-Verfassung, in der robustes Wachstum und die Hoffnung auf eine abkühlende Inflation in den USA die Kurse stützen, während geopolitische Risiken und lokale Inflationsdaten für punktuelle Volatilität sorgen.