Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im 12/2025

Kernaussagen im Überblick

KennzahlWertBezug
Auftragsbestand (real)+1,2 %gegenüber November 2025 (saison- und kalenderbereinigt)
Auftragsbestand (real)+7,0 %gegenüber Dezember 2024 (kalenderbereinigt)
Reichweite des Bestands8,2 MonateNovember 2025: 8,0 Monate
Inlandsaufträge+3,0 %gegenüber Vormonat
Auslandsaufträge0,0 %unverändert zum Vormonat

Detaillierte Entwicklung nach Branchen

Positive Treiber

  • Sonstiger Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge): +4,5 % zum Vormonat
  • Herstellung von Metallerzeugnissen: +5,4 % zum Vormonat

Negative Entwicklung

  • Automobilindustrie: -2,9 % zum Vormonat

Nach Güterarten

GüterkategorieVeränderung zum VormonatReichweite (Dez. 2025)
Investitionsgüter+1,2 %11,2 Monate (↑ von 11,0)
Vorleistungsgüter+0,8 %4,4 Monate (↑ von 4,3)
Konsumgüter+2,7 %3,9 Monate (↑ von 3,8)

Einordnung und kritische Reflexion

Positive Aspekte

  • Der Anstieg um 7,0 % im Jahresvergleich signalisiert eine robuste Nachfrageentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe.
  • Die gestiegene Reichweite auf 8,2 Monate deutet auf eine verbesserte Auftragslage hin – Unternehmen haben mehr „Puffer“ für die Produktion.
  • Besonders der Sonstige Fahrzeugbau und die Metallerzeugung zeigen dynamische Impulse, was auf Investitionen in Infrastruktur oder Rüstung hindeuten könnte.

Kritische Punkte und Unklarheiten

  1. Auslandsaufträge stagnieren (0,0 %): Angesichts der Exportorientierung der deutschen Industrie ist dies ein Warnsignal. Mögliche Ursachen: globale Konjunkturabkühlung, handelspolitische Unsicherheiten oder Wettbewerbsnachteile.
  2. Automobilindustrie im Minus (-2,9 %): Dieser zentrale Sektor schwächelt weiterhin – mögliche Gründe sind Transformationskosten (E-Mobilität), Lieferkettenprobleme oder nachlassende Nachfrage.
  3. Geschätzte Saarland-Daten: Die Schätzung für ein Bundesland kann die Gesamtgenauigkeit beeinträchtigen, insbesondere bei regionalen Analysen.
  4. Reichweite als theoretischer Wert: Die Kennzahl unterstellt konstante Umsätze und keine neuen Aufträge – in der Praxis ist dies eine starke Vereinfachung. Sie dient eher als Orientierung denn als präzise Planungsgrundlage.
  5. Fehlende Kontextdaten: Die Mitteilung nennt keine absoluten Auftragsvolumina oder Umsatzgrößen, was die Einordnung der prozentualen Veränderungen erschwert.

Fazit

Die Dezember-Zahlen 2025 zeigen kurzfristig eine leichte Erholung des Auftragsbestands im Verarbeitenden Gewerbe, getrieben vor allem durch investitionsintensive Branchen. Der starke Jahresvergleich (+7,0 %) unterstreicht eine grundsätzlich stabile Nachfrage. Dennoch bleiben strukturelle Herausforderungen bestehen: Die Stagnation der Auslandsaufträge und die Schwäche der Automobilindustrie deuten auf anhaltende Unsicherheiten hin.


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