BDA-Arbeit­ge­ber­ba­ro­me­ters Novem­ber 2025

1. Zen­tra­le Pro­blem­la­gen der Unter­neh­men

Die Befra­gung zeigt eine deut­li­che Pro­blem­ver­dich­tung in meh­re­ren Berei­chen:

  • Büro­kra­tie & Regu­lie­rung (82 %) gel­ten als größ­tes Hin­der­nis.
  • Unsi­cher­heit über poli­ti­sche Rich­tungs­ent­schei­dun­gen (70 %),
    Arbeits- und Fach­kräf­te­man­gel (70 %) sowie zu hohe Arbeits­kos­ten (70 %) bil­den die zwei­te Pro­blem­grup­pe.
  • Sozi­al­ab­ga­ben (66 %) belas­ten zwei Drit­tel der Unter­neh­men stark.
  • Man­geln­de Digi­ta­li­sie­rung der Ver­wal­tung (45 %) und
    Vor­schrif­ten im Arbeits- und Tarif­recht (39 %) kom­plet­tie­ren die Pro­blem­fel­der.

Kri­ti­sche Ein­ord­nung:
Die Daten spie­geln eine struk­tu­rel­le Über­for­de­rung vie­ler Betrie­be durch regu­la­to­ri­sche Anfor­de­run­gen wider. Auf­fäl­lig ist, dass sowohl Kos­ten- als auch Steue­rungs­un­si­cher­hei­ten domi­nie­ren – ein Hin­weis auf feh­len­de Plan­bar­keit und auf poli­ti­sche Vola­ti­li­tät als Risi­ko­fak­tor.

2. Ein­schät­zung der wirt­schaft­li­chen Lage

  • 67 % bewer­ten ihre aktu­el­le Lage als gut oder sehr gut,
    33 % hin­ge­gen als weni­ger gut oder schlecht.
  • Für die nächs­ten drei Mona­te erwar­ten ledig­lich 13 % eine Ver­bes­se­rung,
    20 % eine Ver­schlech­te­rung und 66 % kei­ne Ver­än­de­rung.

Kri­ti­sche Ein­ord­nung:
Die Dis­kre­panz zwi­schen guter aktu­el­ler Lage und pes­si­mis­ti­schen Erwar­tun­gen deu­tet auf kon­junk­tu­rel­le Unsi­cher­heit und mög­li­cher­wei­se poli­tisch beding­te Inves­ti­ti­ons­zu­rück­hal­tung hin.

3. Beschäf­ti­gungs­ent­wick­lung

  • 20 % pla­nen Neu­ein­stel­lun­gen,
  • 11 % erwar­ten einen Per­so­nal­ab­bau,
  • 68 % rech­nen mit sta­bi­ler Beschäf­ti­gung.

Dies zeigt ins­ge­samt eine leich­te Expan­si­ons­nei­gung, die aber durch Unsi­cher­heit gebremst bleibt.

4. Wirt­schafts­aus­sich­ten für Deutsch­land

  • Nur 9 % der Unter­neh­men erwar­ten eine Ver­bes­se­rung der gesamt­wirt­schaft­li­chen Lage in den kom­men­den sechs Mona­ten.
  • 51 % rech­nen mit einer Ver­schlech­te­rung,
  • 39 % erwar­ten Sta­gna­ti­on.

Kri­ti­sche Ein­ord­nung:
Die stark nega­ti­ve Ein­schät­zung deu­tet auf sin­ken­des Ver­trau­en in wirt­schafts­po­li­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen und auf Befürch­tun­gen einer wei­ter abküh­len­den Kon­junk­tur.

5. Zufrie­den­heit mit der Bun­des­re­gie­rung

  • Mit der Gesamt­ar­beit der Bun­des­re­gie­rung sind nur 21 % zufrie­den; 77 % unzu­frie­den.
    Beson­ders kri­tisch sind Unter­neh­men mit 50–249 Beschäf­tig­ten.
  • Die Wirt­schafts- und Arbeits­markt­po­li­tik wird noch schlech­ter bewer­tet:
    17 % zufrie­den, 82 % unzu­frie­den.

Kri­ti­sche Ein­ord­nung:
Die Wer­te zei­gen eine mas­si­ve Ver­trau­ens­kri­se der deut­schen Wirt­schaft gegen­über der Bun­des­re­gie­rung. Auf­fäl­lig ist, dass gera­de mit­tel­stän­di­sche Betrie­be – das Rück­grat der deut­schen Wirt­schaft – beson­ders kri­tisch sind.

6. Rekru­tie­rungs­schwie­rig­kei­ten

  • 68 % der Unter­neh­men haben Pro­ble­me bei der Beset­zung offe­ner Stel­len.
  • Haupt­grün­de sind:
    • Zu weni­ge oder kei­ne Bewer­ber (83 %)
    • Zu hohe Ansprü­che bzw. unzu­rei­chen­de Qua­li­fi­ka­ti­on (66 %)
    • Attrak­ti­vi­tät von Sozi­al­leis­tun­gen (50 %)

Kri­ti­sche Ein­ord­nung:
Die Ergeb­nis­se bestä­ti­gen den Arbeits- und Fach­kräf­te­man­gel, zei­gen aber auch deut­li­che Span­nun­gen zwi­schen Arbeit­ge­ber­er­war­tun­gen und Bewer­ber­pro­fi­len. Der Hin­weis auf „zu attrak­ti­ve Sozi­al­leis­tun­gen“ ist poli­tisch bri­sant, soll­te jedoch dif­fe­ren­ziert betrach­tet wer­den – er zeigt eher die Per­spek­ti­ve der Unter­neh­men als eine objek­ti­ve Bewer­tung des Sozi­al­sys­tems.

Gesamt­fa­zit

Das Arbeit­ge­ber­ba­ro­me­ter zeich­net ein Bild einer Wirt­schaft, die trotz aktu­ell sta­bi­ler Lage von erheb­li­chen Struk­tur- und Stand­ort­pro­ble­men betrof­fen ist. Regu­la­to­ri­sche Belas­tun­gen, poli­ti­sche Unsi­cher­hei­ten und Arbeits­kräf­te­man­gel domi­nie­ren. Die Zukunfts­er­war­tun­gen sind auf­fal­lend pes­si­mis­tisch, und das Ver­trau­en in die Wirt­schafts­po­li­tik ist mini­mal. Die Daten unter­strei­chen struk­tu­rel­le Reform­be­dar­fe, ins­be­son­de­re im Bereich Regu­lie­rung, Arbeits­markt, Sozi­al­ab­ga­ben und Digi­ta­li­sie­rung der Ver­wal­tung.


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