Das PEG-Ratio (Price/Earnings-to-Growth Ratio) ist eine Finanzkennzahl, die zur Bewertung von Aktien verwendet wird. Es stellt eine Erweiterung des klassischen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) dar und berücksichtigt zusätzlich die erwartete Wachstumsrate eines Unternehmens. Damit liefert es Investoren eine aussagekräftigere Grundlage zur Einschätzung, ob eine Aktie unter- oder überbewertet ist.
Berechnung und Interpretation
Die Kennzahl berechnet sich nach folgender Formel:
[math]\text{PEG-Ratio} = \frac{\text{Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)}}{\text{Gewinnwachstumsrate in Prozent}}[/math]
Dabei gilt:
- KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Aktienkurs geteilt durch den Gewinn pro Aktie (EPS).
- Gewinnwachstumsrate: Erwartete prozentuale Wachstumsrate des Gewinns pro Aktie pro Jahr (typischerweise auf Basis von Analystenschätzungen für die nächsten drei bis fünf Jahre).
Beispiel:
Angenommen, eine Aktie hat ein KGV von 20 und die geschätzte Gewinnwachstumsrate beträgt 10 % pro Jahr: PEG-Ratio=2010=2\text{PEG-Ratio} = \frac{20}{10} = 2
Ein PEG-Ratio von „1“ wird häufig als fair bewertet angesehen. Werte unter 1 könnten darauf hinweisen, dass eine Aktie im Verhältnis zu ihrem Wachstumspotenzial günstig bewertet ist. Werte deutlich über 1 deuten hingegen oft darauf hin, dass die Aktie relativ teuer bewertet ist.
PEG-Ratio | Interpretation |
---|---|
< 1 | Aktie potenziell unterbewertet |
≈ 1 | Aktie fair bewertet |
> 1 | Aktie potenziell überbewertet |
Vorteile der PEG-Ratio gegenüber dem KGV
- Wachstumsfaktor: Im Gegensatz zum KGV berücksichtigt die PEG-Ratio das zukünftige Gewinnwachstum explizit.
- Bessere Vergleichbarkeit: Unternehmen unterschiedlicher Wachstumsphasen lassen sich leichter miteinander vergleichen. Wachstumsstarke Unternehmen haben oft hohe KGVs, die auf den ersten Blick teuer wirken. Die PEG-Ratio relativiert dies.
Kritische Auseinadersetzung mit der PEG-Ratio
Trotz der erweiterten Aussagekraft gibt es mehrere kritische Punkte, die Investoren beachten sollten:
1. Prognoseunsicherheiten
Die Qualität der PEG-Ratio steht und fällt mit der Genauigkeit der Gewinnwachstumsprognosen. Analystenschätzungen können stark schwanken oder sich als unzutreffend erweisen, was die Aussagekraft der Kennzahl deutlich mindern kann.
2. Vernachlässigung weiterer Faktoren
Die PEG-Ratio fokussiert ausschließlich auf Gewinne und deren Wachstum. Andere bedeutende Einflussfaktoren, wie Verschuldungsgrad, Cashflow-Qualität oder Risikoprofil eines Unternehmens, bleiben unberücksichtigt.
3. Zeitlicher Horizont
Die PEG-Ratio verwendet meist Wachstumsprognosen über drei bis fünf Jahre. Langfristige Entwicklungen oder kurzfristige, außerordentliche Effekte können verzerrend wirken.
4. Negative Gewinne oder Wachstum
Die Kennzahl ist wenig aussagekräftig bei Unternehmen, die aktuell Verluste erwirtschaften oder ein rückläufiges Gewinnwachstum aufweisen. Hier kann das PEG-Ratio nicht sinnvoll eingesetzt werden.
Fazit und Einordnung
Das PEG-Ratio ist ein nützliches Instrument zur Beurteilung von Aktien, insbesondere, wenn man Wachstumsunternehmen bewertet. Es liefert wichtige Hinweise darauf, ob eine Aktie im Verhältnis zu ihrem erwarteten Gewinnwachstum attraktiv bewertet ist.
Gleichzeitig ist es entscheidend, sich der Grenzen dieser Kennzahl bewusst zu sein. PEG sollte nicht isoliert betrachtet, sondern stets durch weitere Kennzahlen und qualitative Analysen ergänzt werden. Anleger, die ausschließlich nach PEG-Ratio investieren, laufen Gefahr, Risiken zu übersehen oder falschen Prognosen zu viel Gewicht beizumessen.
In der Praxis empfiehlt sich daher eine Kombination verschiedener Bewertungsmethoden, um möglichst umfassende und robuste Entscheidungen treffen zu können.