Kompaktversion
Index: DAX
Börse: Xetra
Datum: 02.02.2026
Uhrzeit: 17:50:00
Erster: 24392,09
Höchst: 24851,70 (16:26:02)
Tiefst: 24384,21 (09:04:18)
Letzter: 24797,52
Veränderung: +258,71
Veränderung(%): +1,05


DAX-Tagesüberblick | 02. Februar 2026
1. DAX schüttelt Edelmetall-Schock ab und schließt deutlich im Plus
Gold- und Silbercrash verunsichert kurzzeitig – starke US-Daten und Analystenimpulse stabilisieren die Aktienmärkte
Stimmung:
Volatil, aber konstruktiv. Der Markt zeigt sich nervös, zugleich bemerkenswert resilient.
Nach einem schwachen Handelsstart infolge massiver Turbulenzen an den Edelmetallmärkten drehte der DAX im Tagesverlauf klar ins Plus. Gestützt von positiven US-Konjunkturdaten und der Einschätzung, dass sich am grundsätzlich aktienfreundlichen Umfeld wenig geändert hat, schloss der Leitindex über 1 Prozent höher bei rund 24.800 Punkten .
2. Marktbericht: Indizes & Konjunktur
Indizes:
- DAX: +1,05 % auf 24.797 Punkte
- MDAX: +1,1 % auf rund 31.512 Punkte
- EuroStoxx 50: +1,0 %
- USA: Dow Jones und Nasdaq im Plus
Der DAX war am Morgen zeitweise unter die Marke von 24.400 Punkten gefallen, konnte diese Schwäche jedoch vollständig abschütteln. Die Erholung setzte insbesondere am Nachmittag ein, parallel zur Stabilisierung der US-Börsen und besseren Stimmungsindikatoren .
Konjunkturdaten:
- Deutschland: Der Einzelhandel überraschte positiv. Die realen Umsätze stiegen im Dezember um 2,7 %, nominal sogar um 3,5 %. Das unterstreicht die Rolle des privaten Konsums als Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft .
- USA: Der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie kletterte überraschend wieder über die Wachstumsschwelle – ein klares Signal steigender wirtschaftlicher Aktivität .
Kritische Einordnung:
Die positiven Daten kontrastieren mit der weiterhin gesenkten Wachstumsprognose der Bundesregierung. Der Markt blendet diese mittelfristigen Risiken derzeit aus und fokussiert sich stark auf kurzfristige Stimmungsimpulse – ein potenziell fragiles Gleichgewicht.
3. Einzelwerte & Unternehmensnachrichten (Tops & Flops)
Verlierer (Fokus):
Rüstungswerte:
- Rheinmetall: ca. −3 %
- Hensoldt: −5 %
- TKMS: −1 %
- Renk: −3 %
Der Sektor leidet unter anhaltenden Gewinnmitnahmen nach einem sehr starken Jahresstart. Fundamental bleibt die Story zwar intakt (NATO-Aufrüstung, geopolitische Risiken), kurzfristig dominiert jedoch die technische Korrektur. Zudem dämpfen Signale über mögliche neue Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Krieges die Fantasie .
Kritisch:
Die Abgaben wirken eher wie eine gesunde Konsolidierung als wie ein Trendbruch. Allerdings zeigt sich, wie sensibel der Sektor auf politische Schlagzeilen reagiert.
Gewinner (Fokus):
Delivery Hero: +8–9 %
Gestützt durch einen positiven Analystenkommentar von Barclays, der sowohl regulatorische Entspannung in Kernmärkten als auch M&A-Potenzial hervorhebt .
Adidas: deutlich im Plus
Auslöser war die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms über 1 Mrd. Euro – ein klares Signal für Kapitaldisziplin und Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung .
Pandora: ca. +10 %
Profiteur des Silberpreisverfalls: Sinkende Inputkosten erhöhten kurzfristig die Margenfantasie .
Kritisch:
Vor allem bei Delivery Hero bleibt die Rally stark analystengetrieben. Fundamentale Fortschritte müssen erst noch nachhaltig geliefert werden.
4. Rohstoffe & Devisen
Edelmetalle:
- Gold: zeitweise −9 % binnen zwei Tagen, später Stabilisierung bei knapp unter 4.700 USD
- Silber: zwischenzeitlich −40 % unter dem Rekordhoch, extrem hohe Tagesvolatilität
Auslöser war die Aussicht auf einen restriktiveren geldpolitischen Kurs in den USA, ausgelöst durch die mögliche Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Chef. Margin Calls und Zwangsliquidationen verstärkten die Abwärtsbewegung massiv .
Einordnung:
Die These der „sicheren Häfen“ ist damit nicht widerlegt, aber kurzfristig beschädigt. Der Markt zeigt, wie überhebelt viele Positionen waren.
Währungen:
- Euro: ohne starke Impulse, leicht stabil
- Yen: tendenziell fester als klassischer Risikoindikator, aber kein dominierendes Thema des Tages
5. Geopolitischer & makroökonomischer Hintergrund
Die Gemengelage bleibt komplex:
- mögliche geldpolitische Wende in den USA
- anhaltende Spannungen im Nahen Osten (Iran/USA)
- Ukraine-Krieg zwischen Eskalation und diplomatischen Signalen
Ölpreise reagierten zwischenzeitlich mit deutlichen Abschlägen, was ebenfalls auf eine temporäre Entspannungserwartung hindeutet.
Zusammenfassend:
Der Börsentag zeigt eindrucksvoll die derzeitige Marktlogik: Schocks werden schnell verarbeitet, solange die Hoffnung auf Wachstum und stabile Unternehmensgewinne überwiegt. Gleichzeitig nehmen die systemischen Risiken zu. Die heutige Erholung wirkt stabil, aber nicht risikolos – sie basiert stärker auf Vertrauen als auf struktureller Entspannung.
Fazit:
Der DAX demonstriert Stärke, doch unter der Oberfläche bleibt der Markt nervös. Edelmetalle haben ihre Funktion als Stabilisator kurzfristig verloren – Aktien profitieren davon, stehen aber selbst unter Beobachtung.
Order Book Statistics – Xetra® Close (17:30)
Top/Flop – Xetra® Close (17:30)
