Ein Death Cross ist ein Begriff aus der technischen Analyse von Finanzmärkten und bezeichnet ein bärisches (negatives) Signal. Es tritt auf, wenn eine kurzfristige gleitende Durchschnittslinie eine langfristige gleitende Durchschnittslinie von oben nach unten durchkreuzt.
Typische Definition:
- Die 50-Tage-Linie (50-Tage gleitender Durchschnitt, GD) fällt unter die 200-Tage-Linie (200-Tage gleitender Durchschnitt, GD).
- Dies wird als Zeichen für eine mögliche langfristige Abwärtsbewegung gewertet.
Bedeutung:
- Das Death Cross signalisiert oft eine Trendwende nach unten und kann auf eine längere Bärenmarktphase oder eine anhaltende Schwäche hindeuten.
- Viele technische Analysten sehen es als eine Bestätigung, dass eine bestehende Abwärtsbewegung weitergehen könnte.
Psychologischer Effekt:
- Weil viele Marktteilnehmer dieses Muster kennen, könnte ein Death Cross zu einer Kettenreaktion führen: Anleger verkaufen aus Angst vor weiteren Kursverlusten, was den Abwärtstrend verstärkt.
Praxisbeispiele:
- S&P 500 (2008, 2015, 2022): In mehreren Fällen war ein Death Cross ein Vorbote starker Marktkorrekturen oder Rezessionen.
- Bitcoin (2022): Nach einem Death Cross fiel Bitcoin um über 50 % in den folgenden Monaten.
Einschränkungen & Kritik:
- Oft ein nachlaufendes Signal – Da gleitende Durchschnitte historische Daten verwenden, wird ein Death Cross oft erst erkannt, wenn ein Großteil der Abwärtsbewegung bereits stattgefunden hat.
- Kein sicherer Indikator – Nicht jedes Death Cross führt zu einem Crash. Manchmal erholt sich der Markt kurz danach wieder.
- Kontext ist entscheidend – In einem volatilen Markt kann es zu kurzfristigen Death Crosses kommen, die keine tiefere Bedeutung haben.
Fazit:
Das Death Cross ist ein wichtiges Warnsignal in der technischen Analyse, sollte aber nicht isoliert betrachtet werden. Es ist sinnvoll, es mit anderen Indikatoren (z. B. Handelsvolumen, RSI, makroökonomische Faktoren) zu kombinieren, um Fehlsignale zu vermeiden.