Die Schweiz unterwirft sich Deutschland – Schweiz 17. Bundesland

Die bevorstehende Berlin-Reise von Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter am 2. September 2025 markiert einen außenpolitischen Moment von besonderer Tragweite. Empfangen wird sie von Bundeskanzler Friedrich Merz, was allein schon das Gewicht des Besuchs verdeutlicht. Die Themenpalette, die auf der Agenda steht, reicht von bilateralen Fragen über europapolitische Weichenstellungen bis hin zur weltpolitischen Lage – und berührt damit zentrale Herausforderungen der Gegenwart.

Im Vordergrund steht zunächst das bilaterale Verhältnis zwischen der Schweiz und Deutschland. Berlin ist der wichtigste europäische Partner Berns, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. In Zeiten wachsender Unsicherheit im Welthandel, ausgelöst durch die protektionistische Politik der Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump, gewinnt die enge Abstimmung innerhalb Europas noch stärker an Bedeutung. Zwar betrifft der von Trump forcierte Zollprotektionismus primär die EU, doch auch die Schweiz als exportorientierte Volkswirtschaft ist mittelbar stark betroffen. Keller-Sutters Gespräch mit Merz wird daher nicht zuletzt die Frage berühren, wie die Schweiz ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend von Zöllen und handelspolitischen Blockaden geprägten Umfeld behaupten kann.

Ein weiterer Punkt ist die europäische Dimension. Die Schweiz, formal nicht Mitglied der EU, steht in einem Spannungsfeld zwischen Eigenständigkeit und Integrationsdruck. Für Merz, der als Kanzler eine deutliche marktwirtschaftliche und europapolitische Handschrift trägt, dürfte das Verhältnis der Schweiz zur Europäischen Union ein strategisches Thema sein. Gerade in Zeiten wachsender geopolitischer Instabilität, die nicht nur den Krieg in der Ukraine, sondern auch die Spannungen im indo-pazifischen Raum umfassen, rücken die Fragen nach europäischer Geschlossenheit und wirtschaftlicher Resilienz ins Zentrum.

Hervorzuheben ist zudem der sicherheitspolitische Aspekt. Die Schweiz übernimmt 2026 den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) – ein Amt, das inmitten des fortdauernden Krieges in der Ukraine enorme Bedeutung erlangt. Damit wird Bern unweigerlich stärker ins Rampenlicht internationaler Diplomatie rücken. Es liegt im deutschen Interesse, hier eng mit der Schweiz zu kooperieren, um den europäischen Einfluss in multilateralen Foren zu sichern und das Gewicht des Westens in der OSZE zu stärken.

Der Besuch ist daher weit mehr als ein diplomatischer Höflichkeitstermin. Er steht exemplarisch für die Neujustierung westlicher Politik im Spannungsfeld zwischen transatlantischer Abhängigkeit, europäischer Selbstbehauptung und den Zwängen einer multipolaren Weltordnung. Für die Schweiz bedeutet er die Chance, ihre Rolle als neutraler, aber wirtschaftlich und diplomatisch relevanter Akteur in Europa zu schärfen. Für Deutschland wiederum bietet er die Möglichkeit, in der Ära Merz die deutsch-schweizerische Partnerschaft in einer Weise zu vertiefen, die über das rein Ökonomische hinausgeht.

Damit wird Keller-Sutters Berlin-Besuch zu einem Gradmesser dafür, wie gut kleine und mittelgroße Staaten in Europa ihre Handlungsfähigkeit im globalen Wettbewerb bewahren können.


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