Ein­bür­ge­rungs­zah­len 2000–2024

Die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung (Druck­sa­che 21/2838, 21. Wahl­pe­ri­ode, Stand: 17.11.2025) auf eine Klei­ne Anfra­ge der AfD-Frak­ti­on zu Anzahl und Kos­ten von Ein­bür­ge­rungs­ver­fah­ren in Deutsch­land. Die Bun­des­re­gie­rung ant­wor­tet mit Daten und Erläu­te­run­gen zu Ent­wick­lun­gen seit dem Jahr 2000 bis ein­schließ­lich 2024 (für 2025 lie­gen noch kei­ne voll­stän­di­gen Daten vor).

Die Gesamt­zahl der Ein­bür­ge­run­gen im Zeit­raum von 2000 bis 2024 beträgt ca. 3 155 883 Per­so­nen (Basis: jähr­li­che Wer­te von 2000 bis 2024).

1. Ein­bür­ge­rungs­zah­len 2000–2024

Die Zahl der Ein­bür­ge­run­gen unter­lag star­ken Schwan­kun­gen im Zeit­ver­lauf:

  • Tiefst­stand: 2008 mit 94.474 Ein­bür­ge­run­gen
  • Höchst­stand: 2024 mit 292.020 Ein­bür­ge­run­gen – ein Anstieg um 45,9 % gegen­über 2023
  • Lang­fris­ti­ger Trend: Rück­läu­fi­ge Zah­len von 2000 bis ca. 2008, danach schwan­ken­der Anstieg mit deut­li­chem Zuwachs ab 2018.

Bei­spiel­haf­te Ent­wick­lung:

  • 2000: 186.672 (Basis­jahr)
  • 2010: 101.570
  • 2020: 109.880
  • 2021: 131.595 (+19,8 %)
  • 2022: 168.775 (+28,3 %)
  • 2023: 200.095 (+18,6 %)
  • 2024: 292.020 (+45,9 %)

2. Her­kunfts­län­der der Ein­ge­bür­ger­ten (2000–2024)

Eine umfang­rei­che Tabel­le (Sei­ten 4–11) zeigt die zehn häu­figs­ten Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten pro Jahr.

Wich­ti­ge Ten­den­zen:

  • 2000er Jah­re: Domi­nanz von Men­schen mit tür­ki­scher, ira­ni­scher, jugo­sla­wi­scher und liba­ne­si­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit.
  • 2010er Jah­re: Tür­kei bleibt vorn, zuneh­mend Ein­bür­ge­run­gen aus ost­eu­ro­päi­schen EU-Län­dern (Polen, Rumä­ni­en, Bul­ga­ri­en) und Kri­sen­staa­ten (Irak, Afgha­ni­stan).
  • Ab 2018: Mar­kan­ter Anstieg von Ein­bür­ge­run­gen syri­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger, ab 2021 jähr­lich an Platz 1.
  • 2024 Top 5:
    1. Syri­en: 83.185
    2. Tür­kei: 22.525
    3. Irak: 13.545
    4. Rus­si­sche Föde­ra­ti­on: 12.980
    5. Afgha­ni­stan: 10.095

Kri­tik­punkt: Die Bun­des­re­gie­rung ver­weist dar­auf, dass für 2025 noch kei­ne Daten ver­füg­bar sei­en. Die Lis­te zeigt eine star­ke Fokus­sie­rung auf Kri­sen­re­gio­nen (Syri­en, Irak, Afgha­ni­stan), was auf ver­mehr­te Inte­gra­ti­ons- und Flucht­be­we­gun­gen hin­weist.

3. Kos­ten der Ein­bür­ge­rungs­ver­fah­ren

Die Bun­des­re­gie­rung kann kei­ne Anga­ben zu den tat­säch­li­chen Kos­ten der Ein­bür­ge­rungs­ver­fah­ren machen:

  • Zustän­dig­keit liegt laut Grund­ge­setz bei den Län­dern (Art. 83, 84 GG)
  • Es exis­tie­ren kei­ne zen­tral erfass­ten Kos­ten­da­ten auf Bun­des­ebe­ne

Gebüh­ren für Ein­bür­ge­rungs­be­wer­ber:

Die ein­zi­gen erho­be­nen Kos­ten betref­fen Gebüh­ren nach § 38 StAG:

  • Gesetz­li­che Grund­la­ge bis 2021: Staats­an­ge­hö­rig­keits­ge­büh­ren­ver­ord­nung (StAGebV)
  • Seit 2021: Vier­te Ände­rung des StAG trat in Kraft
  • Die kon­kre­te Höhe der Gebühr bleibt uner­wähnt, wur­de aber in der Ver­gan­gen­heit typi­scher­wei­se auf 255 Euro pro Per­son bezif­fert (nicht im Doku­ment, aber üblich)

4. Aus­ge­stell­te Doku­men­te nach Ein­bür­ge­rung

Nach dem Ver­fah­ren erhält die ein­ge­bür­ger­te Per­son:

  • Ein­bür­ge­rungs­ur­kun­de (nach § 16 StAG)
  • Danach muss sie gebüh­ren­pflich­tig einen Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass bean­tra­gen (§ 1 PAuswG)

Bei­de Aus­wei­se kön­nen auf Wunsch gleich­zei­tig bean­tragt wer­den. Die Aus­weis­pflicht gilt für alle deut­schen Staats­bür­ger glei­cher­ma­ßen.

Kri­ti­sche Wür­di­gung

Posi­tiv:

  • Das Doku­ment bie­tet eine lan­ge Zeit­rei­he (2000–2024) mit kla­ren, ver­gleich­ba­ren Zah­len.
  • Die Ant­wort ist sach­lich, for­mal kor­rekt und ent­hält kei­ne poli­tisch gefärb­te Spra­che.
  • Die Tabel­len zur Her­kunft der Ein­ge­bür­ger­ten sind detail­liert und erlau­ben dif­fe­ren­zier­te Ana­ly­sen.

Pro­ble­ma­tisch:

  • Kei­ne Aus­sa­ge zu tat­säch­li­chen Ver­fah­rens­kos­ten: Ange­sichts der poli­ti­schen Debat­te um Kos­ten öffent­li­cher Leis­tun­gen für Migran­ten ist die Abwe­sen­heit kon­kre­ter Kos­ten­zah­len auf Bun­des­ebe­ne unzu­rei­chend.
  • Star­ke Ver­zö­ge­rung der Bericht­erstat­tung für 2025: Trotz kla­rer Rele­vanz lie­gen kei­ne tages­ak­tu­el­len Daten vor – Ver­öf­fent­li­chung erst im Juni 2026 geplant.
  • Infor­ma­ti­ons­de­fi­zit bzgl. Bear­bei­tungs­dau­er, Per­so­nal­be­darf, Digi­ta­li­sie­rung der Ver­fah­ren – die­se Aspek­te blei­ben unbe­rück­sich­tigt, obwohl sie im Kon­text von Ver­wal­tungs­mo­der­ni­sie­rung rele­vant wären.

Tabel­la­ri­sche Über­sicht der jähr­li­chen Ein­bür­ge­rungs­zah­len (Per­so­nen mit deut­scher Staats­an­ge­hö­rig­keits­er­wer­bung) in Deutsch­land von 2000 bis 2024, inklu­si­ve Ver­än­de­rung gegen­über dem Vor­jahr.

JahrAnzahl Ein­bür­ge­run­genVer­än­de­rung gegen­über Vor­jahr
2000186 672–24,8 %
2001178 098–4,6 %
2002154 547–13,2 %
2003140 731–8,9 %
2004127 153–9,6 %
2005117 241–7,8 %
2006124 566+6,2 %
2007113 030–9,3 %
200894 474–16,4 %
200996 122+1,7 %
2010101 570+5,7 %
2011106 897+5,2 %
2012112 348+5,1 %
2013112 3530,0 %
2014108 422–3,5 %
2015107 317–1,0 %
2016110 383+2,9 %
2017112 211+1,7 %
2018112 340+0,1 %
2019128 905+14,7 %
2020109 880–14,8 %
2021131 595+19,8 %
2022168 775+28,3 %
2023200 095+18,6 %
2024292 020+45,9 %

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