Fahrzeugzulassungen im Dezember 2025

1. Gesamtmarkt: Volumen und Entwicklung

  • Neuzulassungen Pkw Dezember 2025: 246.439 Fahrzeuge, +9,7 % gegenüber Dezember 2024.
  • Jahresbilanz 2025: ca. 2,86 Mio. Pkw, +1,4 % gegenüber 2024.
  • Alle Kfz gesamt: 3,41 Mio. Neuzulassungen, -2,4 %.
  • Gebrauchtmarkt: 7,6 Mio. Besitzumschreibungen, +1,0 %.

Einordnung:
Der Pkw-Markt wächst leicht, der Gesamtfahrzeugmarkt schrumpft jedoch. Das deutet auf eine Verlagerung innerhalb des Marktes (z. B. weg von Krafträdern, Nutzfahrzeugen) und nicht auf einen generellen Mobilitätsboom hin.

2. Halterstruktur und Farben

  • Gewerblich: 66,1 % (leichter Rückgang)
  • Privat: 33,6 % (Zuwachs +5,1 %)
  • Beliebteste Farben: Grau (32,4 %), Schwarz (26,8 %), Weiß (18,6 %)

Kritische Anmerkung:
Der hohe Gewerbeanteil zeigt weiterhin die Abhängigkeit des Marktes von Flotten- und Leasingkunden. Das macht den Markt anfällig für konjunkturelle Schwankungen und Förderpolitik.

3. Markenentwicklung

Deutsche Hersteller

  • Gewinner:
    • BMW +8,9 % (Marktanteil 8,9 %)
    • Ford +8,8 %
    • VW +4,5 % (mit 19,6 % Marktanteil weiterhin klar führend)
  • Verlierer:
    • Opel -7,9 %
    • Porsche -17,7 %
    • Smart -62,1 %

Importmarken

  • Stark wachsend:
    • Skoda +10,2 % (7,9 % Marktanteil, stärkste Importmarke)
    • Seat +6,7 %
    • BYD +706 % (von sehr niedrigem Ausgangsniveau)
    • MG Roewe +26,2 %
  • Deutlich rückläufig:
    • Tesla -48,4 %
    • Mitsubishi -29,0 %
    • Peugeot -14,6 %, Kia -12,0 %, Mazda -10,0 %

Einordnung:
Die extremen Wachstumsraten chinesischer Marken sind statistisch verzerrt durch niedrige Ausgangswerte, zeigen aber klar den Markteintrittsdruck neuer Anbieter. Gleichzeitig ist der starke Rückgang von Tesla bemerkenswert und widerspricht dem oft angenommenen linearen Wachstum der Elektromobilität.

4. Segmente

  • SUVs: 33,3 % Marktanteil, +11,9 % – weiterhin dominant
  • Kompaktklasse: 16,7 %, -9,5 %
  • Kleinwagen: 11,8 %, stabil
  • Obere Mittelklasse: +37,3 %, aber nur 5,4 % Marktanteil
  • Utilities: +15,3 %

Kritische Bewertung:
Der SUV-Boom hält ungebrochen an, trotz Klimadebatte und Flächenproblemen. Die Politikziele (Verkehrswende, Ressourceneffizienz) spiegeln sich im realen Kaufverhalten nur begrenzt wider.

5. Antriebsarten

  • Elektro (BEV): 545.142 Fahrzeuge, +43,2 %, 19,1 % Marktanteil
  • Hybrid gesamt: 1,13 Mio., +19,0 %, 39,5 % Anteil
    • davon Plug-in-Hybrid: +62,3 %, 10,9 % Anteil
  • Benzin: -21,6 %, nur noch 27,2 % Anteil
  • Diesel: -18,3 %, 13,8 % Anteil
  • Wasserstoff / Erdgas: praktisch bedeutungslos

Einordnung und Kritik:
Der starke Zuwachs bei BEV und Plug-in-Hybriden ist positiv, allerdings:

  • Plug-in-Hybride profitieren stark von steuerlichen Anreizen, nicht unbedingt von echter Klimawirkung.
  • Der Rückgang von Benzin/Diesel ist deutlich, aber der Verbrenner ist weiterhin Mehrheit, wenn man Hybride einrechnet.

6. CO₂-Emissionen

  • Durchschnitt 2025: 105,8 g/km
  • Rückgang: -11,7 % gegenüber 2024

Bewertung:
Das ist ein signifikanter Fortschritt, jedoch stark getrieben durch Elektrifizierung und Flottenzulassungen. Ohne strukturelle Änderungen im Verkehrsverhalten (z. B. weniger Autos, kleinere Fahrzeuge) bleibt der Effekt begrenzt.

7. Nutzfahrzeuge und Krafträder

  • Nutzfahrzeuge gesamt: 390.987, rückläufig
    • Nur Kraftomnibusse +28 %
    • Lkw, Zugmaschinen, sonstige Kfz im Minus
  • Krafträder: 162.009, -35,5 %

Einordnung:
Der Einbruch bei Krafträdern ist außergewöhnlich stark und könnte auf Nachholeffekte der Vorjahre, Preissteigerungen oder regulatorische Effekte hindeuten. Der Nutzfahrzeugmarkt signalisiert eher wirtschaftliche Zurückhaltung.

8. Gesamtfazit

Kurz zusammengefasst:

  • Der deutsche Pkw-Markt wächst leicht, aber ohne Dynamik.
  • Elektromobilität legt stark zu, doch Verbrenner dominieren weiterhin in absoluten Zahlen.
  • SUVs bleiben das Leitsegment, entgegen klima- und verkehrspolitischer Zielsetzungen.
  • Chinesische Hersteller gewinnen an Boden, während etablierte Marken teils deutlich verlieren.
  • Der Rückgang bei Nutzfahrzeugen und Krafträdern deutet auf konjunkturelle Unsicherheit hin.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 01/2026

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