Die Edelmetallmärkte haben im vergangenen Jahr eine eindrucksvolle Rally hingelegt – insbesondere Gold. Der Preis für eine Feinunze hat Anfang 2025 erstmals die psychologisch wichtige Marke von 3 000 US-Dollar überschritten. Doch während Gold als klassischer Krisenschutz profitiert, gerät sein „kleiner Bruder“ Silber zunehmend in den Fokus von Analysten und Investoren – aus gutem Grund.
Gold glänzt – aber Silber holt auf
Zahlen aus dem aktuellen Marktgeschehen belegen den Aufwärtstrend:
- Gold notiert aktuell je nach Produkt bei 3 025 bis 3 650 USD je Feinunze – ein Anstieg von knapp 39 % gegenüber dem Vorjahr.
- Silber liegt derzeit bei rund 33 bis 42 USD je Unze, was einem Zuwachs von etwa 35–38 % entspricht.
Trotzdem bleibt Silber im Verhältnis zu Gold historisch unterbewertet. Die sogenannte Gold-Silber-Ratio, die angibt, wie viele Unzen Silber für eine Unze Gold benötigt werden, liegt aktuell bei rund 92. Der 27-Jahres-Durchschnitt beträgt jedoch 67 – ein klares Signal für mögliches Aufholpotenzial.
Silber als Industrie-Metall der Zukunft
Während Gold vor allem als Wertaufbewahrungsmittel gilt, ist Silber ein strategisch wichtiges Industriemetall – vor allem in der Solar- und Elektronikbranche. Der steigende Einsatz von Photovoltaik-Modulen treibt die physische Nachfrage an: Aufgrund seiner elektrischen Leitfähigkeit ist Silber dort kaum zu ersetzen. Zudem steigt der Verbrauch pro Modul – ein starker Treiber in einem wachsenden Markt.
Investieren in Gold und Silber – aber wie?
Die Investitionsmöglichkeiten sind vielfältig:
- Physische Barren und Münzen: krisensicher, aber mit Lagerkosten verbunden.
- ETFs/ETCs: liquide und günstig, jedoch abhängig von Emittentenstrukturen.
- Minenaktien: spekulativ, mit hohem Potenzial – aber auch Risiko.
- Sparpläne oder Fonds: bequem, aber oft teuer und weniger transparent.
Welche Form die richtige ist, hängt vom individuellen Ziel ab: Sicherheit, Flexibilität oder Renditechance.
Fazit
Der Edelmetallmarkt ist im Aufbruch – Gold hat die psychologische Hürde genommen, doch Silber wirkt wie ein schlafender Riese. Die Kombination aus unterbewertetem Kursverhältnis und industrieller Nachfrage macht das weiße Metall zur spannenden Alternative für 2025.
Wer langfristig denkt und Diversifikation sucht, sollte Silber nicht mehr nur als Nebenrolle betrachten – sondern als strategisches Investment mit Zukunft.