Großhandelspreise Dezember 2025

1. Kernaussagen auf einen Blick

  • +1,2 % Anstieg der Großhandelsverkaufspreise im Dezember 2025 gegenüber Dezember 2024
  • –0,2 % Rückgang gegenüber November 2025
  • +1,0 % Anstieg im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024

Damit setzt sich zwar eine moderate Teuerung fort, allerdings mit zuletzt nachlassender Dynamik.

2. Haupttreiber der Preisentwicklung (Dezember 2025 ggü. Dezember 2024)

a) Sehr starke Preisanstiege

  • Nicht-Eisen-Erze, -Metalle und -Metallhalbzeug: +34,6 %
    → wichtigster Einzeltreiber des Gesamtanstiegs
  • Nahrungs- und Genussmittel, Getränke, Tabakwaren:+2,4 %
    • Zucker, Süßwaren, Backwaren: +12,8 %
    • Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze: +7,4 %
    • Fleisch und Fleischwaren: +5,0 %

b) Preisrückgänge

  • Getreide, Rohtabak, Saatgut, Futtermittel: –7,3 %
  • Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle, Nahrungsfette: –3,3 %
  • Mineralölerzeugnisse: –3,1 % (ggü. November sogar –2,7 %)

3. Monatsvergleich (Dezember 2025 ggü. November 2025)

  • Gesamtindex: –0,2 %
  • Nicht-Eisen-Metalle: +4,9 %
  • Mineralölerzeugnisse: –2,7 %

→ Der leichte Rückgang insgesamt ist primär energiepreisbedingt und verdeckt starke Gegenbewegungen in einzelnen Warengruppen.

4. Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024

  • Gesamt: +1,0 % (nach –1,3 % in 2024)
  • Besonders stark:
    • Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze: +26,2 %
    • Zucker, Süßwaren, Backwaren: +14,7 %
    • Fleisch und Fleischwaren: +7,4 %
    • Milch, Eier, Öle, Fette: +5,7 %
    • Nicht-Eisen-Metalle: +24,6 %
  • Rückgänge:
    • Datenverarbeitungsgeräte: –4,6 %
    • Altmaterial/Reststoffe: –4,4 %
    • Eisen, Stahl, Stahlhalbzeug: –4,4 %
    • Mineralölerzeugnisse: –3,8 %

5. Einordnung und kritische Bewertung

  1. Strukturelle Ungleichgewichte:
    Die extreme Verteuerung bei Nicht-Eisen-Metallen (+34,6 % im Dezember, +24,6 % im Jahresdurchschnitt) deutet auf anhaltende Angebotsengpässe, geopolitische Risiken oder starke Nachfrage (z. B. Energiewende, Elektromobilität) hin. Das ist kein kurzfristiges Phänomen und kann sich verzögert auf Industriepreise und Endverbraucherpreise auswirken.
  2. Lebensmittel als Inflationsmotor:
    Trotz sinkender Preise bei Getreide und Milchprodukten bleiben verarbeitete Lebensmittel (Zuckerwaren, Backwaren, Fleisch) deutlich teurer. Das spricht für Kostenweitergabe entlang der Wertschöpfungskette (Energie, Löhne, Verpackung), nicht nur für Rohstoffeffekte.
  3. Energie als dämpfender Faktor:
    Die rückläufigen Mineralölpreise stabilisieren den Gesamtindex. Ohne diesen Effekt läge die Großhandelsinflation deutlich höher. Das relativiert die scheinbar „moderate“ Gesamtrate von +1,2 %.
  4. Gesamtbild:
    Die Daten zeigen keine breite Entspannung, sondern eine Verschiebung der Preistreiber: Weg von Energie, hin zu Metallen und bestimmten Nahrungsmitteln. Das ist wirtschaftspolitisch relevant, weil es gezielte Entlastungsmaßnahmen erschwert.

6. Kurzfazit

  • Oberflächlich moderat, aber unter der Oberfläche hochdynamisch und ungleich verteilt.
  • Besonders kritisch: Metalle und bestimmte Lebensmittel.
  • Entlastend: Energiepreise, einzelne Agrarrohstoffe.
  • Für Verbraucher bedeutet das: keine einheitliche Preisentwicklung, sondern spürbare Belastung in bestimmten Bereichen trotz insgesamt niedrigerer Inflationsraten.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts zu den Großhandelspreisen im Dezember 2025

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