„Taxing Wages 2026“ (Steuern auf Löhne 2026) der OECD:
Hauptthema des Berichts
Der Bericht analysiert die Steuern und Abgaben auf Löhne in den 38 OECD-Mitgliedsstaaten für das Jahr 2025 und vergleicht diese mit den Vorjahren. Ein zentrales Maß ist dabei die sogenannte „Steuer- und Abgabenbelastung“ (Tax Wedge). Sie misst die Differenz zwischen den gesamten Arbeitskosten für den Arbeitgeber und dem tatsächlichen Nettoeinkommen des Arbeitnehmers (Einkommensteuer plus Sozialabgaben von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, abzüglich staatlicher Geldleistungen wie Kindergeld).
Zudem enthält diese Ausgabe ein Sonderkapitel zur Progressivität der Arbeitsbesteuerung (wie sich die Steuerlast im Verhältnis zum steigenden Einkommen verändert).
Zentrale Ergebnisse für 2025:
- Gestiegene Steuer- und Abgabenbelastung für Singles: Für alleinstehende Durchschnittsverdiener ohne Kinder stieg die durchschnittliche Belastung in der OECD im Jahr 2025 auf 35,1 % der Arbeitskosten. Das ist der höchste Stand seit 2016.
- Ländervergleich: In 24 OECD-Ländern stieg die Belastung, in 11 Ländern sank sie, und in 3 blieb sie gleich.
- Höchste Belastung: Belgien (52,5 %), Deutschland (49,3 %), Frankreich (47,2 %), Österreich (47,1 %) und Italien (45,8 %).
- Niedrigste Belastung: Kolumbien (0,0 %), Chile (7,5 %) und Neuseeland (20,8 %).
- Größte Anstiege: Großbritannien (+2,45 Prozentpunkte), Estland (+1,95) und Deutschland (+1,34). Diese Anstiege sind oft auf höhere Sozialabgaben und die sogenannte „kalte Progression“ (fiscal drag) zurückzuführen.
- Schrumpfender Vorteil für Familien: Die Steuer- und Abgabenbelastung stieg für Haushalte mit Kindern stärker als für Singles. Dadurch hat sich der finanzielle und steuerliche Vorteil, den Familien gegenüber kinderlosen Alleinstehenden genießen, im Durchschnitt weiter verringert.
- Reallöhne steigen: Trotz der leicht gestiegenen Steuerlast sind die Reallöhne und die verfügbaren Nettoeinkommen nach Steuern in den meisten OECD-Ländern (in 28 von 38 Ländern für Single-Durchschnittsverdiener) gestiegen.
Sonderkapitel: Steuerprogression in der OECD
- Steuersysteme in der OECD sind im Durchschnitt für Haushalte im unteren Einkommensbereich (unterhalb des Durchschnittslohns) seit dem Jahr 2000 progressiver geworden.
- Dies liegt vor allem an gezielten Steuererleichterungen und staatlichen Transferleistungen (z. B. Steuergutschriften und Kindergeld), die Geringverdiener und Familien entlasten.
- Bei Einkommen, die über dem Durchschnittslohn liegen, hat sich die Progressivität der Steuersysteme im gleichen Zeitraum hingegen kaum verändert.
Fazit: Der Bericht zeigt, dass die Abgabenlast auf den Faktor Arbeit in den meisten OECD-Ländern 2025 leicht gestiegen ist, stark getrieben durch nicht an die Inflation angepasste Steuertarife (kalte Progression) und teilweise höhere Sozialversicherungsbeiträge. Gleichzeitig haben Maßnahmen zur Entlastung von Geringverdienern die Steuersysteme im unteren Einkommenssegment in den letzten Jahrzehnten progressiver gemacht.
Quelle: Bericht „Taxing Wages 2026“ (Steuern auf Löhne 2026) der OECD