1. Kernaussage
Die jährliche Inflationsrate im Euroraum ist im Dezember 2025 auf 2,0 % gesunken, nach 2,1 % im November. Diese Einschätzung basiert auf der Schnellschätzung von Eurostat.
2. Entwicklung der Hauptkomponenten
Die Inflationsentwicklung unterscheidet sich deutlich nach Gütergruppen:
- Dienstleistungen
- Dezember: 3,4 %
- November: 3,5 %
→ Weiterhin stärkster Preistreiber, trotz leichtem Rückgang.
- Lebensmittel, Alkohol und Tabak
- Dezember: 2,6 %
- November: 2,4 %
→ Anstieg, was auf anhaltenden Preisdruck in diesem Bereich hindeutet.
- Industriegüter ohne Energie
- Dezember: 0,4 %
- November: 0,5 %
→ Sehr moderate Teuerung, weiter rückläufig.
- Energie
- Dezember: -1,9 %
- November: -0,5 %
→ Deutlich negativer Beitrag, Hauptgrund für den Rückgang der Gesamtinflation.
3. Methodische Änderungen ab Februar 2026
Angekündigt werden mehrere strukturelle Anpassungen des HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex):
- Neue Klassifikation: Umstellung auf COICOP Version 2, angelehnt an UN-COICOP 2018
- Neue Zuordnung: Glücksspiele werden künftig unter Freizeit und Kultur (Freizeitdienstleistungen) erfasst
- Neuer Basiszeitraum: Index wird auf 2025 = 100 umgestellt
Diese Änderungen treten ab 4. Februar 2026 in Kraft.
4. Kritische Einordnung
- Der Rückgang auf 2,0 % ist vor allem energiepreisgetrieben. Ohne den starken negativen Energieeffekt wäre die Inflationsrate deutlich höher.
- Dienstleistungen bleiben hartnäckig hoch, was auf strukturelle Kostenfaktoren (Löhne, Mieten, Dienstleistungen mit geringer Produktivitätssteigerung) hinweist.
- Der Anstieg bei Lebensmitteln widerspricht dem allgemeinen Rückgang und ist sozialpolitisch relevant, da Haushalte mit niedrigerem Einkommen überproportional betroffen sind.
- Die methodischen Änderungen 2026 erschweren künftige Zeitvergleiche. Hier ist Vorsicht geboten, um statistische Effekte nicht mit realen Preisentwicklungen zu verwechseln.
5. Kurzfazit
- Gesamtinflation sinkt leicht auf 2,0 %
- Energiepreise drücken die Rate, Dienstleistungen und Lebensmittel bleiben problematisch
- Methodische Umstellungen stehen bevor, die die Interpretation künftiger Daten beeinflussen werden
