- Die Inflationsrate lag im Januar 2026 bei +2,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat und damit höher als im Dezember 2025 (+1,8 %).
- Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,1 %.
- Haupttreiber der Teuerung waren steigende Nahrungsmittelpreise sowie weiterhin überdurchschnittlich teure Dienstleistungen.
Preisentwicklung nach Gütergruppen
Energie
- Energieprodukte waren 1,7 % günstiger als ein Jahr zuvor.
- Haushaltsenergie verbilligte sich u. a. durch:
- niedrigere Strompreise (-3,2 %),
- günstigere Gas- und Fernwärmepreise,
- Wegfall der Gasspeicherumlage.
- Gleichzeitig wirkten CO₂-Preiserhöhungen teils gegenläufig; Heizöl wurde deutlich günstiger, Kraftstoffe leicht teurer.
Einordnung:
Der Rückgang der Energiepreise dämpfte die Gesamtinflation erheblich.
Nahrungsmittel
- Preise +2,1 % gegenüber Januar 2025, deutlich stärker als in den Vormonaten.
- Besonders starke Anstiege:
- Süßwaren (z. B. Schokolade) zweistellig,
- Obst,
- Fleisch.
- Preisrückgänge u. a. bei:
- Speiseölen und -fetten,
- Molkereiprodukten,
- Kartoffeln.
- Eier verteuerten sich spürbar.
Einordnung:
Nach zuvor moderater Entwicklung werden Nahrungsmittel wieder zum wichtigen Inflationstreiber.
Dienstleistungen
- +3,2 % gegenüber Vorjahr und damit überdurchschnittlich.
- Starke Anstiege u. a. bei:
- sozialen Dienstleistungen,
- Personenbeförderung (u. a. höheres Deutschlandticket),
- Fahrzeugreparaturen,
- Versicherungen,
- Gastronomie.
- Nettokaltmieten stiegen moderat; Telekommunikation wurde leicht günstiger.
Einordnung:
Die anhaltend hohe Dienstleistungsinflation zeigt strukturellen Preisdruck, z. B. durch Löhne oder Regulierung.
Waren insgesamt
- +1,0 % gegenüber Vorjahr.
- Teurer u. a. alkoholfreie Getränke und Tabak; günstiger z. B. Haushaltsgeräte.
Kerninflation
- Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel: +2,5 %.
- Deutet auf weiterhin überdurchschnittlichen Preisdruck in anderen Bereichen hin.
Monatliche Veränderungen (Dez 2025 → Jan 2026)
- Nahrungsmittel +1,0 %, besonders frisches Gemüse.
- Energie +0,8 %, vor allem Kraftstoffe.
- Rückgänge u. a. bei:
- Strom und Gas,
- Flugtickets,
- Pauschalreisen,
- Bekleidung.
Methodische Hinweise
- Neben dem nationalen Verbraucherpreisindex wird der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für europäische Vergleiche genutzt.
- Ab Januar 2026 gelten methodische Änderungen und neue Indexbasis (2025 = 100) für den HVPI.
Gesamtbewertung
- Die Inflation bleibt moderat, steigt jedoch wieder leicht an.
- Energiepreise wirken dämpfend, während
- Nahrungsmittel kurzfristig
- und Dienstleistungen strukturell
die Teuerung treiben.
Kritische Einordnung:
- Die relativ hohe Kerninflation (+2,5 %) signalisiert, dass der Preisdruck nicht nur energiebedingt war.
- Gleichzeitig könnte die energiepreisbedingte Entlastung temporär sein, sodass ein erneuter Inflationsanstieg möglich bleibt.