Jochen Kopelke zur Polizeilichen Kriminalstatistik.
Jochen Copelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, sprach heute in einem Phoenix-Interview über die alarmierenden Ergebnisse. „Heute ist der Tag der Tage“, betonte er, denn die Statistik bestätigt, was viele Menschen in Deutschland schon lange spüren: Die Kriminalität hat zugenommen. Mit über 5,8 Millionen Straftaten, mehr Opfern – darunter auch Polizisten – und einer besorgniserregend niedrigen Aufklärungsquote steht die Polizei vor enormen Herausforderungen.
Besonders alarmierend sind die 11-prozentige Zunahme von Gewalttaten durch Kinder, der Anstieg schwerer Verbrechen mit Messern und die hohe Gewaltbereitschaft junger Männer, oft mit ausländischen Wurzeln. Copelke hob hervor, dass alle fünf Minuten ein Polizist Opfer von Gewalt wird – ein „sehr ernster Tag“ für Polizei und Gesellschaft.
Dringende Maßnahmen gefordert
Copelke sieht zwei zentrale Herausforderungen: die steigende Gewalt, die Frauen unterdrückt und Leben kostet, sowie die Überlastung der Justiz. „Wenn es fünf Jahre dauert, einen Schläger zu verurteilen, funktioniert das nicht“, kritisiert er. Er fordert mehr Polizei, eine stärkere Justiz, schnellere Verurteilungen und bessere Prävention. Konkret schlägt er vor:
- Mehr Personal: Sicherheit beginnt mit mehr Polizisten bei Bundespolizei, BKA und in den Ländern.
- Gesetzesreformen: IP-Adressen-Speicherung und automatisierte Gesichtserkennung zur Täterfindung, ein schnellerer Rechtsschutz für Frauen (statt erst 2030/32).
- Justizstärkung: Schnelle Anklagen und harte Urteile, besonders gegen jugendliche Täter.
Schutz für die Polizei
Angesichts der Gewalt gegen Polizisten – wie der Fall Mannheim zeigt – fordert Copelke bessere Schutzausstattung und Absicherung für Beamte und ihre Familien. „Wir sind die Einzigen, die sich der Gewalt entgegenstellen“, sagt er und hofft auf Verbesserungen durch die Innenministerkonferenz.
Ein Moment für die Politik
Mit laufenden Koalitionsverhandlungen sieht Copelke die Chance, jetzt zu handeln. „Die Politik weiß, was zu tun ist“, betont er. Die Kriminalstatistik sei ein Weckruf: Mehr Sicherheit erfordert konkrete Schritte – von mehr Polizei über moderne Technologien bis hin zu einer Justiz, die Wirkung zeigt.