Leich­ter Rück­gang der Indus­trie­auf­trä­ge bei wei­ter­hin hohem Auf­trags­be­stand im Janu­ar 2026

1. Zen­tra­le Ergeb­nis­se (Janu­ar 2026)

  • Auf­trags­be­stand (real, preis­be­rei­nigt):
    • -0,4 % gegen­über Dezem­ber 2025 (sai­son- und kalen­der­be­rei­nigt)
    • +6,6 % gegen­über Janu­ar 2025 (kalen­der­be­rei­nigt)
  • Reich­wei­te des Auf­trags­be­stands:
    • 8,3 Mona­te (leich­ter Anstieg gegen­über 8,2 Mona­ten im Dezem­ber)

2. Ursa­chen der Ent­wick­lung

Nega­ti­ve Ein­flüs­se:

  • Auto­mo­bil­in­dus­trie: −4,5 % (wesent­li­cher Trei­ber des Rück­gangs)
  • Elek­tri­sche Aus­rüs­tun­gen: −3,2 %

Posi­ti­ve Ein­flüs­se:

  • Sons­ti­ger Fahr­zeug­bau (z. B. Flug­zeu­ge, Schif­fe, Züge): +2,7 %

3. Dif­fe­ren­zie­rung nach Märk­ten

  • Inlands­auf­trä­ge: −0,1 %
  • Aus­lands­auf­trä­ge: −0,7 %

→ Rück­gang stär­ker im Aus­lands­ge­schäft als im Inland.

4. Dif­fe­ren­zie­rung nach Güter­grup­pen

  • Inves­ti­ti­ons­gü­ter: unver­än­dert
  • Vor­leis­tungs­gü­ter: −0,3 %
  • Kon­sum­gü­ter: −8,5 % (star­ker Rück­gang)

→ Beson­ders auf­fäl­lig ist die deut­li­che Schwä­che im Kon­sum­gü­ter­be­reich.

5. Reich­wei­te des Auf­trags­be­stands (Detail)

  • Gesamt: 8,3 Mona­te
  • Inves­ti­ti­ons­gü­ter: 11,5 Mona­te (Anstieg)
  • Vor­leis­tungs­gü­ter: 4,5 Mona­te (Anstieg)
  • Kon­sum­gü­ter: 3,6 Mona­te (Rück­gang)

→ Inter­pre­ta­ti­on: Unter­neh­men ver­fü­gen wei­ter­hin über rela­tiv hohe Auf­trags­re­ser­ven, ins­be­son­de­re im Inves­ti­ti­ons­gü­ter­be­reich.

6. Ein­ord­nung und Inter­pre­ta­ti­on

Kurz­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve:

  • Der Rück­gang um −0,4 % signa­li­siert eine leich­te Abschwä­chung der indus­tri­el­len Dyna­mik.
  • Beson­ders rele­vant ist der Ein­bruch bei Kon­sum­gü­tern → Hin­weis auf schwa­che End­nach­fra­ge.

Mit­tel­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve:

  • Der deut­li­che Anstieg von +6,6 % gegen­über dem Vor­jahr zeigt, dass das Niveau wei­ter­hin hoch ist.
  • Die gestie­ge­ne Reich­wei­te deu­tet auf anhal­tend gut gefüll­te Auf­trags­bü­cher hin.

Struk­tu­ri­el­le Beob­ach­tun­gen:

  • Star­ke Abhän­gig­keit von Schlüs­sel­in­dus­trien (v. a. Auto­mo­bil­sek­tor)
  • Diver­genz zwi­schen Inves­ti­ti­ons­gü­tern (sta­bil) und Kon­sum­gü­tern (schwach)

7. Kri­ti­sche Wür­di­gung

  • Ambi­va­len­tes Gesamt­bild:
    • Kurz­fris­tig nega­tiv (Monats­rück­gang)
    • Lang­fris­tig posi­tiv (Vor­jah­res­ver­gleich)
  • Metho­di­sche Ein­schrän­kung:
    • Monats­ver­glei­che sind vola­til und stark von ein­zel­nen Bran­chen beein­flusst.
    • Vor­jah­res­ver­glei­che glät­ten sai­so­na­le Effek­te, kön­nen aber struk­tu­rel­le Wen­de­punk­te ver­zö­gern abbil­den.
  • Öko­no­mi­sche Impli­ka­ti­on:
    • Die stei­gen­de Reich­wei­te kann zwei­schnei­dig sein:
      • posi­tiv: hohe Aus­las­tungs­si­cher­heit
      • nega­tiv: mög­li­che Nach­fra­ge­schwä­che bei neu­en Auf­trä­gen, wenn Bestän­de nicht abge­baut wer­den

8. Begriffs­de­fi­ni­ti­on

  • Auf­trags­be­stand: Sum­me aller noch nicht abge­ar­bei­te­ten und nicht stor­nier­ten Auf­trä­ge
  • Reich­wei­te: Zeit (in Mona­ten), die benö­tigt wird, um bestehen­de Auf­trä­ge bei kon­stan­tem Umsatz abzu­ar­bei­ten

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts

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