Analyse des Schweizer Finanzmarktes vom 18. März 2025
Gesamtmarktentwicklung
Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich am Dienstag weitgehend stabil und konsolidierte sich nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Tage. Der Swiss Market Index (SMI) schloss minimal um 0,03 % höher bei 13’062,11 Punkten, während der Swiss Leader Index (SLI) um 0,13 % auf 2113,38 Punkte und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,07 % auf 17’287,01 Punkte zulegten. Damit blieb der SMI über der psychologisch wichtigen Marke von 13’000 Punkten, nachdem er in den letzten beiden Sitzungen deutlich gestiegen war.
Seit Jahresbeginn verzeichnet der SMI ein Plus von fast 13 %, wobei das Jahreshoch bei 13’199 Punkten liegt. Dennoch zeigten sich Anleger vor den anstehenden geldpolitischen Entscheidungen der Federal Reserve (Mittwoch) und der Schweizerischen Nationalbank (SNB, Donnerstag) zurückhaltend.

Internationale Einflüsse
- Der DAX profitierte von der politischen Entscheidung in Deutschland zur Lockerung der Schuldenbremse, was hohe Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur ermöglichen soll. Dies trieb den deutschen Leitindex auf ein neues Allzeithoch.
- In den USA erwarten Anleger keine sofortige Zinssenkung durch die Fed, jedoch könnten Hinweise auf zukünftige Lockerungen gegeben werden.
- Die geopolitische Lage, insbesondere der Konflikt im Nahen Osten und die Spannungen zwischen den USA und China, bleiben zentrale Risikofaktoren.
Branchen- und Unternehmensperformance
Gewinner
- Adecco (+3,3 %): Der Personalvermittler setzte seinen Aufwärtstrend fort, da er als Profiteur der erwarteten hohen staatlichen Investitionen in Deutschland gilt.
- Julius Bär (+1,9 %): Die Bank erhielt eine behördliche Genehmigung zur Eröffnung einer Filiale in Mailand, um wohlhabende italienische Kunden besser zu bedienen.
- Logitech (+0,9 %): Weiterhin starke Nachfrage nach ihren Produkten.
- Kühne+Nagel (+0,9 %): Der Logistikkonzern profitierte von der geopolitischen Lage, insbesondere der Instabilität im Nahen Osten, und eröffnete ein neues Logistikzentrum in New Mexico.
- UBS (+0,9 %) und Nestlé (+0,3 %) stützten den Gesamtmarkt durch ihre hohe Marktkapitalisierung.
Verlierer
- Novartis (-0,2 %) und Roche (-0,6 %) belasteten den SMI stark. Besonders Roche litt unter einem Todesfall im Zusammenhang mit der Gentherapie Elevidys.
- SGS (-0,7 %), SIG und Sika (je -0,8 %) verzeichneten Verluste.
- Ems-Chemie (-4,1 %) wurde von einer Analystenabstufung (Kepler Cheuvreux) getroffen, die das Kursziel aufgrund globaler Handelsspannungen senkte.
- Geberit (-0,4 %) und Swisscom (-0,47 %) standen ebenfalls unter Druck.
Im breiten Markt sorgten Spekulationen über eine mögliche Fusion zwischen Baloise und Helvetia (+0,4 %) kurzzeitig für Kursgewinne, die jedoch bis Handelsschluss wieder abgaben.

Makroökonomische Entwicklung
- Die Schweizer Wirtschaft wird 2025 voraussichtlich mit 1,4 % und 2026 mit 1,6 % wachsen, unterhalb des historischen Durchschnitts von 1,8 %.
- Die Inflationsprognose für 2025 bleibt mit 0,3 % stabil.
- Die SNB-Zinsentscheidung am Donnerstag könnte eine weitere Zinssenkung bringen, was für Schweizer Aktien positiv wäre.
Wechselkurse und Rohstoffe
- Der EUR/CHF-Kurs fiel um 0,37 % auf 0,9589, was auf eine relative Stärke des Schweizer Frankens hindeutet.
- Der USD/CHF-Kurs sank um 0,51 % auf 0,8768, was die Erwartung widerspiegelt, dass die Fed die Zinsen bald senken könnte.
- Bundesanleihen (0,7150, +1,56 %) legten leicht zu, was auf eine Nachfrage nach sicheren Anlagen hindeutet.
- Der Ölpreis (Brent) sank um 0,63 % auf 70,51 USD, was die allgemeine Unsicherheit in den Rohstoffmärkten widerspiegelt.
- Gold stieg um 1,17 % auf 3’035,87 USD, was auf eine verstärkte Flucht in sichere Häfen hindeutet.
- Bitcoin fiel um 2,12 % auf 81’679,12 USD, was auf Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Anstiegen hindeutet.
Fazit und Ausblick
Der Schweizer Finanzmarkt zeigte sich stabil, jedoch mit begrenztem Aufwärtspotenzial aufgrund der Zurückhaltung der Anleger vor den Zinsentscheidungen der Notenbanken. Die Performance wurde durch Roche und Novartis gebremst, während Julius Bär, Adecco und UBS positive Impulse setzten. Der starke Schweizer Franken könnte mittelfristig eine Herausforderung für Exportunternehmen darstellen. Entscheidend wird die SNB-Entscheidung am Donnerstag, die das Marktsentiment erheblich beeinflussen könnte.
Konjunkturprognose und Szenarien für die Schweiz 2025
Wirtschaftsentwicklung 2024 und Prognose für 2025
- Das Schweizer BIP wuchs im 4. Quartal 2024 solide, insbesondere im Dienstleistungssektor.
- Die Industrie stagnierte größtenteils, mit Ausnahme der chemisch-pharmazeutischen Industrie.
- Die Konsumentenstimmung trübte sich zuletzt ein, was auf Unsicherheiten hindeutet.
- Für das 1. Quartal 2025 wird ein moderates Wirtschaftswachstum erwartet.
- Internationale Unsicherheiten prägen die Entwicklung, vor allem in den USA und der EU.
BIP-Prognose 2025 und 2026
- Das BIP-Wachstum für 2025 wurde auf 1,4 % nach unten korrigiert (zuvor 1,5 %).
- 2026 soll sich die wirtschaftliche Erholung mit einem Wachstum von 1,6 % fortsetzen.
- Die Schweizer Exportwirtschaft leidet weiterhin unter schwacher europäischer Nachfrage.
- Der Schweizer Franken hat sich leicht abgewertet, was die Exportbedingungen verbessert.
- Die Inflation bleibt niedrig: Prognose für 2025 bei 0,3 %, für 2026 bei 0,6 %.
- Die Arbeitslosenquote wird auf 2,8 % in 2025 und 2026 geschätzt.
Risikofaktoren
- Internationale Handelspolitik: Potenzielle Eskalation von Handelskriegen, insbesondere durch die USA.
- Geopolitische Spannungen: Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten könnten sich negativ auswirken.
- Schwäche der EU-Wirtschaft: Langsame Erholung könnte Schweizer Exporte weiter belasten.
- Finanzmarktrisiken: Eine mögliche Korrektur an den globalen Märkten könnte die Konjunktur bremsen.
Szenarienanalyse
- Negativszenario:
- Einführung weitreichender US-Importzölle ab Q2 2025.
- Rezession in den USA, Stagnation im Euroraum.
- Schweizer Wirtschaftswachstum nur 1,1 % in 2025, 0,8 % in 2026.
- Arbeitslosigkeit steigt auf 3,0 % in 2026.
- Positivszenario:
- Fiskalimpuls in Deutschland durch erhöhte Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben.
- Steigende Nachfrage nach Schweizer Exporten.
- Schweizer Wirtschaftswachstum von 2,0 % in 2026 (statt 1,6 %).
- Arbeitslosigkeit sinkt leicht.
Die Prognosen basieren auf der Annahme, dass sich keine drastischen neuen Handelshindernisse ergeben. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Unsicherheit hoch.
Prognose für die öffentlichen Finanzen der Schweiz (2025–2028)
Überblick
Die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) hat eine Prognose zur Entwicklung der öffentlichen Finanzen bis 2028 veröffentlicht. Während Kantone weiterhin Überschüsse erzielen, bleiben die Finanzen des Bundes stark von geplanten Entlastungsmaßnahmen abhängig. Große Unsicherheiten bestehen insbesondere bei der Finanzierung der 13. AHV-Rente.
Finanzlage 2024
- Gesamtstaatlicher Überschuss von 7,0 Milliarden Franken erwartet.
- Starke Fiskalerträge bei Bund, Kantonen und Sozialversicherungen.
- Trotz fehlender SNB-Ausschüttung blieb das Ergebnis positiv.
- Nettoschulden sinken auf 112,9 Milliarden Franken.
Prognose 2025
- Gesamtstaatlicher Überschuss von 5,9 Milliarden (leichter Rückgang zu 2024).
- Bund mit ausgeglichenem Haushalt, Kantone mit 2,4 Milliarden Überschuss.
- SNB-Ausschüttungen (1 Mrd. für den Bund, 2 Mrd. für Kantone) stabilisieren die Finanzen.
- Sozialversicherungen: Überschuss sinkt auf 3,8 Milliarden, u. a. wegen schwächerem Wirtschaftswachstum.
Prognose 2026: Belastung durch die 13. AHV-Rente
- Gesamtstaatlicher Überschuss fällt auf 1,9 Milliarden.
- Bund mit leicht negativem Saldo (-0,6 Milliarden).
- Kantone bleiben im Plus (+2 Milliarden), aber schwächere Fiskalerträge erwartet.
- Gemeinden kehren ins Defizit zurück (-380 Millionen).
- Sozialversicherungen nur noch mit einem Überschuss von 930 Millionen.
- Hauptproblem: Finanzierung der 13. AHV-Rente (4,3 Milliarden Mehrausgaben).
Prognose 2027–2028: Abhängig vom Entlastungspaket
- Gesamtstaatlicher Überschuss von 3,3 Milliarden (2027) und 3,7 Milliarden (2028).
- SNB-Ausschüttungen bleiben in der Annahme enthalten (jeweils 3 Milliarden).
- Bund benötigt Entlastungspaket 27 (Einsparungen von 2,7 Mrd. in 2027 und 3,6 Mrd. in 2028).
- Unsicherheiten bei Sozialversicherungen: Erhöhung der Mehrwertsteuer (noch nicht beschlossen).
Alternativszenario: Fehlende Reformen führen zu Defizit
- Ohne SNB-Ausschüttungen, ohne Entlastungspaket und ohne Mehrwertsteuererhöhung droht ab 2027 ein Defizit von -3,8 Milliarden Franken.
- Geopolitische Entwicklungen und Handelspolitik könnten zusätzlich Risiken darstellen.
- Umgekehrt könnte ein positiver Fiskalimpuls aus Deutschland die Schweizer Wirtschaft stützen.
Fazit
- Die Schweizer Staatsfinanzen bleiben stabil, aber 2026 steht die Finanzierung der 13. AHV-Rente als große Belastung an.
- Die Haushaltslage des Bundes hängt stark vom Entlastungspaket 27 und den SNB-Gewinnausschüttungen ab.
- Die Sozialversicherungen stehen vor Unsicherheiten, insbesondere bei der langfristigen Finanzierung der AHV.
- Ohne Reformen könnte sich die Finanzlage ab 2027 deutlich verschlechtern.
Anstieg der Firmeninsolvenzen in der Schweiz und weltweit: Studie prognostiziert weitere Zunahme
Laut einer Studie von Allianz Trade ist die Zahl der Firmeninsolvenzen sowohl in der Schweiz als auch weltweit deutlich gestiegen. Im Jahr 2024 verzeichnete die globale Wirtschaft einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Für die kommenden Jahre wird eine weitere Zunahme erwartet: 2025 um 6 % (statt der ursprünglich prognostizierten 3 %) und 2026 nochmals um 3 %. Zu den Hauptursachen für diese Entwicklung zählen verzögerte Zinssenkungen, ein unsicheres globales Wirtschaftsumfeld, eine schwache Nachfrageerholung sowie die Gefahr potenzieller Handelskriege, die die Insolvenzzahlen weiter in die Höhe treiben könnten.
In der Schweiz zeichnet sich ein besonders deutlicher Anstieg ab. Für das Jahr 2025 wird mit einem Rekord von etwa 9500 Insolvenzen gerechnet, was einem Zuwachs von mindestens 10 % im Vergleich zu 2024 entspricht. Bereits im Vorjahr war die Zahl der Insolvenzen um 18 % auf 8659 Fälle gestiegen. Besonders betroffen sind das Baugewerbe (+22 %), der Handel (+18 %), Business-to-Business-Dienstleistungen (+18 %) und das Gastgewerbe (+11 %).
Weitere Faktoren, die die Insolvenzzahlen beeinflussen könnten, sind Änderungen in der Insolvenzordnung, die ab Januar in Kraft treten, sowie die Stärke des Schweizer Frankens, die insbesondere exportierenden Unternehmen Schwierigkeiten bereitet. Die Prognose warnt zudem davor, dass ein eskalierender Handelskrieg die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen könnte. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu stabilisieren, um den Trend zu bremsen.
Schweizer Ökonomen rechnen mit stabiler, aber verlangsamter Wirtschaftsentwicklung
Schweizer Ökonomen prognostizieren, dass die Inflation in den kommenden Jahren niedrig bleiben wird. Für das Jahr 2026 wurde die Inflationsprognose leicht von 0,7 % auf 0,6 % gesenkt. Auch das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird voraussichtlich langsamer wachsen als bisher angenommen: Für 2025 wurde die Prognose auf 1,4 % (zuvor 1,5 %) und für 2026 auf 1,6 % (zuvor 1,7 %) gesenkt. Trotz dieser Anpassungen bleibt die wirtschaftliche Entwicklung stabil, wobei jedoch eine hohe Unsicherheit besteht, insbesondere aufgrund der globalen Wirtschafts- und Handelspolitik.
Die Arbeitslosenquote wird für die Jahre 2025 und 2026 bei 2,8 % erwartet, was leicht über der bisherigen Prognose von 2,7 % liegt. Experten betonen, dass die Schweiz selbst im schlimmsten Szenario nicht in eine Rezession rutschen wird. Dies liegt vor allem an den starken Pharmaexporten und der soliden Binnennachfrage, die weiterhin als wichtige Stützen der Wirtschaft fungieren. Dennoch dominieren derzeit konjunkturelle Abwärtsrisiken die potenziellen Aufwärtsmöglichkeiten. Die Schweizer Wirtschaft bleibt somit robust, steht aber vor Herausforderungen, die eine genaue Beobachtung erfordern.
Waldbericht 2025: Klimawandel und Biodiversität im Fokus
Der Waldbericht 2025 zeigt, dass der Schweizer Wald zunehmend unter dem Druck des Klimawandels und häufiger Extremereignisse wie Trockenheit, Stürme und Schadorganismen leidet. Viele Wälder sind geschwächt, und die Situation ist in einigen Regionen, beispielsweise im Jura, besonders kritisch. Der Wald erfüllt jedoch weiterhin vielfältige und wichtige Funktionen: Er schützt vor Naturgefahren, reinigt Wasser, speichert CO₂ und liefert Holz als nachhaltigen Baustoff. Zudem ist er ein bedeutender Arbeitgeber.
In puncto Biodiversität gibt es positive Entwicklungen, etwa bei Waldvögeln, Schnecken und Moosen. Die Zunahme von Totholz und die Ausweitung von Schutzgebieten tragen zur Förderung der Artenvielfalt bei. Dennoch sind 13 % der Waldpflanzen und fast die Hälfte der holzbewohnenden Käferarten gefährdet. Um den Wald zukunftsfähig zu machen, sind Anpassungsmaßnahmen erforderlich, darunter die Förderung klimaresistenterer Baumarten, eine naturnahe Waldbewirtschaftung und gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Biodiversität. Der Bericht bildet eine wichtige Grundlage für die „Integrale Wald- und Holzstrategie 2050“, die eine nachhaltige Waldentwicklung sicherstellen soll.