Marktbericht Schweiz: 28.03.2025

Tagesanalyse Schweizer Finanzmarkt – Freitag, 28. März 2025

1. Gesamtmarkt und Makrolage
Der Schweizer Finanzmarkt schloss die Woche mit einer insgesamt schwachen Tendenz. Der SMI fiel am Freitag um 0,21 % auf 12’840,43 Punkte, während der breitere SPI um 0,08 % auf 17’117,84 Punkte und der SLI – der 30 wichtigsten Schweizer Werte – um 0,42 % auf 2’074,03 Punkte nachgaben. Über die Woche verlor der SMI 1,8 %, was auch durch Dividendenabgänge (u. a. Roche, Givaudan, Sika, Swisscom) beeinflusst wurde.

SMI 5-Tage

Auf globaler Ebene sorgten US-Inflationsdaten (PCE-Kernrate: 2,8 %) und eskalierende Handelskonflikte (neue US-Zölle, vor allem auf europäische Autoimporte) für Nervosität. Diese Unsicherheiten bremsten sowohl die Wall Street als auch die europäischen Börsen. Der EuroStoxx 50 sank um 0,96 %, der DAX um 0,98 %.

Das KOF-Wirtschaftsbarometer stieg im März auf 103,9 Punkte, was trotz der geopolitischen Risiken auf eine robuste Konjunkturlage in der Schweiz hindeutet.


2. Unternehmenswerte – Gewinner und Verlierer im SMI

Top-Performer:

  • Nestlé (+0,78 % auf 90,24 CHF): Wieder über 90 CHF, gestützt durch defensive Qualität und Spekulationen über Wassergeschäftsverkauf.
  • Roche GS (+0,78 % auf 296,70 CHF): Erholung nach Dividendenabschlag.
  • Novartis (+0,34 % auf 98,62 CHF): Defensive Nachfrage.
  • Givaudan (+0,87 % auf 3’833,00 CHF), Sonova, Kühne+Nagel (+0,39 %): Solide Zugewinne dank defensiver Positionierung bzw. branchenspezifischer Stärke.
  • Sandoz (+1,5 %): Technische Erholung nach Schwäche im Februar/März.
  • Meyer Burger (+9,9 %): Kursexplosion durch Liefervertrag mit italienischem PV-Großhändler Memodo.

Flop-Werte:

  • Swisscom (-3,93 %): Kursrückgang durch Dividendenabgang.
  • ABB (-2,69 %): Zyklisches Umfeld belastet, auch Protektionismus-Thematik.
  • Geberit (-1,86 %), Logitech, Partners Group (-1,45 %): Allgemeine Risikomeidung bei zyklischen Titeln.
  • Holcim (-1,11 %): Trotz solider Kapitalmarkttagsprognosen negativ, wohl wegen der zyklischen Sensitivität in unsicherem Marktumfeld.
SMI

3. Währungen und Obligationen

  • EUR/CHF: +0,26 % auf 0,9543 – Der Euro konnte gegenüber dem Franken zulegen, was auf eine leichte Abschwächung der Safe-Haven-Nachfrage nach CHF hinweist.
  • USD/CHF: +0,02 % auf 0,8817 – Der Dollar zeigt sich stabil, jedoch mit wenig Bewegung.
  • Schweizer Bundesobligationen: Deutlich schwächer bei 0,5650 (-12,81 %) – Deutlicher Kursrückgang, was auf einen Renditeanstieg schließen lässt, möglicherweise wegen veränderter Zinserwartungen nach US-Inflationsdaten.

4. Rohstoffe und Kryptowährungen

  • Ölpreis (Brent): -0,97 % auf 72,64 USD – Belastet durch Rezessionsängste und drohende Handelszölle.
  • Gold: +0,94 % auf 3’084,90 USD – Als sicherer Hafen gesucht, angesichts globaler Unsicherheiten.
  • Bitcoin: -3,54 % auf 83’749,09 USD – Volatiler Rücksetzer nach zuletzt starker Performance.

5. Internationale Einflüsse und Sentiment

  • Die Marktstimmung ist deutlich durch US-Zins- und Handelsrisiken getrübt. Die gestiegene US-Kerninflation (PCE) von 2,8 % sowie die Ankündigung neuer Importzölle durch die USA sorgen für Nervosität.
  • Analysten sprechen zunehmend von Stagflationssorgen, besonders im Zusammenhang mit der restriktiven Fiskalpolitik der USA.
  • Die Defensive Aktienstruktur des SMI (Nestlé, Roche, Novartis) hat verhindert, dass der Index stärker gefallen ist.

6. Fazit

Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich zum Wochenschluss widerstandsfähig, jedoch im negativen Bereich. Der SMI wurde im Wesentlichen durch defensive Titel gestützt, während zyklische Werte und Finanzwerte schwächelten. Die Volatilität bleibt hoch, was v. a. auf geopolitische Risiken und geldpolitische Unsicherheiten zurückzuführen ist. Für die kommende Woche ist mit anhaltender Zurückhaltung und hoher Selektivität unter den Anlegern zu rechnen, besonders im Vorfeld der erwarteten Zolleskalationen Anfang April.


Wochenvorschau für die Schweiz vom 31. März 2025 bis zum 4. April 2025 und listet wichtige Wirtschafts- und Finanztermine auf. Hier sind die Hauptpunkte zusammengefasst:

  • 31. März 2025: Ergebnisse von Varia US und Devisenmarkt-Interventionsvolumen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) für das 4. Quartal 2024.
  • 1. April 2025: Jahresergebnisse verschiedener Unternehmen, darunter Adval Tech, Newron und Valartis. Veranstaltungen wie der Solution Day 2025 und die Generalversammlungen von Clariant, Intershop und Oerlikon.
  • 2. April 2025: Präsentationen von Jahresergebnissen durch Firmen wie Orior und Huber+Suhner sowie Generalversammlungen von Autoneum und Mobilezone.
  • 3. April 2025: Ergebnisse 2024 von Jungfraubahn, Montana Aerospace und weiteren, sowie Berichte wie der Landesindex der Konsumentenpreise vom Bundesamt für Statistik (BFS).
  • 4. April 2025: Arbeitsmarktdaten März 2025 von Seco und Logiernächte Februar 2025 vom BFS.

Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer 2024 – Zusammenfassung der Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik (BFS)

Veröffentlicht am 28. März 2025

Wachstum und Verteilung der Auslandschweizer Bevölkerung

Zum Jahresende 2024 lebten 826 700 Schweizerinnen und Schweizer im Ausland – ein Anstieg um 13 300 Personen bzw. +1,6 % im Vergleich zu 2023. Damit setzt sich der kontinuierliche Wachstumstrend fort, wenn auch etwas verlangsamt im Vergleich zum Vorjahr (+1,7 %).

  • Europa bleibt mit 64 % (530 500 Personen) die Hauptregion der Auslandschweizer:innen.
    Besonders grosse Gemeinschaften finden sich in:
    • Frankreich (212 100)
    • Deutschland (101 000)
    • Italien (52 600)
    • Vereinigtes Königreich (40 900)
    • Spanien (27 300)
  • Stärkster Zuwachs in Europa: Bosnien-Herzegowina (+13,5 %) und Portugal (+10,2 %)
  • Weltweite Verteilung:
    • Nordamerika: 16 %
    • Lateinamerika & Karibik: 7 %
    • Asien: 7 %
    • Ozeanien: 4 %
    • Afrika: 2 %
    • Grösste Gemeinschaft ausserhalb Europas: USA (84 700), gefolgt von Kanada (41 700) und Australien (26 600)

Demografischer Wandel und Alterung

Ein deutliches Zeichen demografischen Wandels ist der rasche Anstieg älterer Auslandschweizer:innen:

  • Altersverteilung:
    • Unter 18 Jahre: 21 %
    • 18–64 Jahre: 55 %
    • Ab 65 Jahre: 24 %
  • Stärkstes Wachstum: +4,2 % bei den über 65-Jährigen
  • Spitzenreiter bei Senior:innen-Anteilen:
    • Thailand: 43 %
    • Portugal: 36 %
    • Südafrika & Spanien: je 33 %

Ein methodischer Vorbehalt besteht: Nicht gemeldete Todesfälle in den Konsularregistern könnten zur Überschätzung älterer Bevölkerung führen.

Mehrfachstaatsangehörigkeit – die Regel, nicht die Ausnahme

Drei Viertel (74,7 %) der Auslandschweizer:innen besitzen mindestens eine weitere Staatsangehörigkeit. Besonders hoch ist dieser Anteil bei Jugendlichen:

  • Unter 18 Jahren: 85 %
  • 18–64 Jahre: 75 %
  • Ab 65 Jahren: 65 %
  • Höchste Quoten bei Mehrfachstaatsbürgerschaft:
    • Argentinien: 95 %
    • Chile: 92 %
    • Israel (unter den asiatischen Ländern): 86 %
    • Allgemein hohe Werte in Lateinamerika, Ozeanien und Nordamerika
  • Niedrigste Quoten:
    • Thailand (nur 37 %)
    • Allgemein tief in Asien (63 %) und Afrika (66 %)
  • Deutliche Altersunterschiede in Ländern wie Thailand, Deutschland, Österreich und Spanien: Während bei Jugendlichen rund 80 % mehrere Staatsangehörigkeiten haben, trifft dies bei über 65-Jährigen oft nur auf ein Drittel oder weniger zu.

Kritische Würdigung

Die Medienmitteilung des BFS liefert wertvolle Einblicke in Struktur und Entwicklung der Auslandschweizer:innen. Doch einige Aspekte verdienen kritische Reflexion:

  1. Methodische Schwächen: Die Gefahr einer systematischen Überschätzung älterer Personen durch nicht gemeldete Todesfälle ist real. Dies kann politische Konsequenzen haben – etwa im Zusammenhang mit Rentenfragen, Stimmbeteiligung oder konsularischer Betreuung.
  2. Demografische Alterung: Der rasche Anstieg der Senior:innen im Ausland stellt mittelfristig eine Herausforderung für die Schweizer Aussenvertretungen dar – insbesondere in Ländern mit schlechterer medizinischer Versorgung oder geringerer sozialer Sicherheit.
  3. Mehrfachstaatsangehörigkeit als Normalfall: Die Tatsache, dass bereits 85 % der unter 18-Jährigen eine weitere Staatsbürgerschaft besitzen, dürfte langfristig auch Fragen der Identität, Loyalität und staatsbürgerlichen Integration aufwerfen – insbesondere hinsichtlich politischer Rechte und Pflichten.

Insgesamt zeichnet die Statistik ein Bild einer global mobilen, zunehmend mehrsprachigen und alternden Diaspora, die zunehmend diversifizierte Bedürfnisse an die Schweiz als Heimatland stellt. Die Herausforderung liegt darin, diesen Bedürfnissen gerecht zu werden – ohne dabei die Kohärenz der schweizerischen Staatsangehörigkeitspolitik aus dem Blick zu verlieren.


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