Marktkommentar – 05.02.2026

Marktkommentar – Globale Finanzmärkte

Morning Briefing

1. Gesamtbild und Marktstimmung

Die globalen Finanzmärkte zeigen sich klar uneinheitlich. Während sich in den USA eine deutliche Divergenz zwischen Standardwerten und Technologieaktien abzeichnet, präsentieren sich Europa und Asien überwiegend schwach. Parallel dazu steigen Volatilität und Risikoaversion, was sich in fallenden Aktienkursen außerhalb weniger Gewinnersegmente, rückläufigen Renditen und einer breiten Schwäche bei Rohstoffen – insbesondere Edelmetallen – widerspiegelt.

Die Marktverfassung ist damit weniger von klassischem „Risk-on“ oder „Risk-off“ geprägt, sondern von Selektivität, Positionsabbau und kurzfristigem Taktieren.

2. US-Märkte: Rotation und Nervosität

Entwicklung im Überblick

  • Dow Jones: +0,53 %
  • NASDAQ: −1,51 %
  • S&P 500: −0,51 %
  • Russell 2000: −0,90 %
  • VIX: +3,56 % auf 18,64

Analyse

Auf den ersten Blick wirkt der US-Markt widersprüchlich: Der Dow Jones legt zu, während alle breiteren und wachstumsorientierten Indizes deutlich nachgeben. Diese Konstellation deutet auf eine Rotation in defensivere, indexschwere Einzeltitel hin, nicht auf eine breit getragene Erholung.

Besonders kritisch ist:

  • der deutliche Rückgang des NASDAQ, der auf Gewinnmitnahmen im Technologiesektor hindeutet,
  • die Schwäche des Russell 2000, die zeigt, dass zinssensitive Small Caps weiterhin gemieden werden,
  • der gleichzeitige Anstieg des VIX, der steigende Absicherungsbedürfnisse signalisiert.

Kritische Einordnung

Der Anstieg des Dow Jones wirkt wenig überzeugend, da er nicht von Marktbreite begleitet wird. Historisch betrachtet sind solche Phasen häufig Vorboten erhöhter Volatilität. Der Markt scheint weniger an neues Wachstum zu glauben als an kurzfristige Stabilität einzelner Großunternehmen.

3. Lateinamerika: Deutliche Risikoaversion

Die meisten lateinamerikanischen Märkte stehen klar unter Druck:

  • Bovespa (Brasilien): −2,14 %
  • Mexiko (S&P/BMV): −1,44 %
  • Chile (IPSA): −1,58 %
  • Merval (Argentinien): −0,74 %

Eine Ausnahme bildet der IBC Index mit einem zweistelligen Plus, was eher auf Sondereffekte oder extreme Marktverzerrungen als auf eine nachhaltige Trendwende schließen lässt.

Bewertung

Lateinamerika reagiert sensibel auf:

  • den festeren US-Dollar,
  • schwächere Rohstoffpreise,
  • steigende globale Risikoaversion.

Der Abverkauf unterstreicht, dass Investoren aktuell Kapital aus volatileren Regionen abziehen.

4. Europa: Stabiler Kern, schwache Peripherie

Kerneuropa

  • FTSE 100: +1,04 %
  • SMI (Schweiz): +1,07 %
  • CAC 40: +0,97 %
  • IBEX 35: +0,73 %

Europa zeigt sich insgesamt robuster als Asien, allerdings mit klaren Unterschieden. Defensive Märkte mit hohem Anteil an Pharma-, Konsum- und Energieaktien entwickeln sich besser als zyklische Volkswirtschaften.

Deutschland

  • DAX: −0,72 %
  • MDAX: −0,04 %
  • SDAX: −0,44 %
  • TecDAX: +0,20 %

Der deutsche Markt bleibt zurück. Die Underperformance des DAX spiegelt:

  • konjunkturelle Unsicherheit,
  • strukturelle Schwächen der Industrie,
  • hohe Abhängigkeit vom globalen Handel

wider.

Kritische Würdigung

Die relative Stärke einzelner europäischer Indizes darf nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Europa insgesamt wachstumsschwach und stark zinssensitiv bleibt. Die Performance ist defensiv motiviert, nicht expansiv.

5. Asien: Breiter Abgabedruck

Nahezu alle asiatischen Leitindizes verzeichnen Verluste:

  • KOSPI (Korea): −3,73 %
  • Shenzhen: −1,81 %
  • Hang Seng: −1,27 %
  • Shanghai: −1,03 %
  • Nikkei: −0,79 %

Interpretation

Der deutliche Rückgang in Korea und China spricht für:

  • anhaltende Wachstumssorgen,
  • schwache Exportperspektiven,
  • fehlendes Vertrauen in politische Stützungsmaßnahmen.

Japan leidet zusätzlich unter Währungseffekten und einer Neubewertung geldpolitischer Perspektiven.

Kritische Einordnung

Asien bleibt aktuell der schwächste globale Marktblock. Die Breite der Verluste spricht gegen eine rein technische Korrektur und eher für strukturelle Zweifel an der mittelfristigen Wachstumsdynamik.

6. Anleihemärkte: Flucht in Sicherheit

Die Renditen sinken in den USA und Japan:

  • US 10Y: −1,2 Basispunkte
  • US 2Y / 5Y: ebenfalls rückläufig
  • Japan 10Y: −1,2 Basispunkte

Europa zeigt sich stabil bis leicht fester.

Bewertung

Fallende Renditen bei gleichzeitig steigender Volatilität sind ein klassisches Zeichen für:

  • zunehmende Konjunkturskepsis,
  • Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik,
  • defensive Portfolioumschichtungen.

Dies steht in einem gewissen Widerspruch zu der noch immer hohen Bewertung vieler Aktienmärkte.

7. Rohstoffe: Breite Schwäche

Nahezu alle Rohstoffe geben nach:

  • Öl: −2,10 %
  • Gold: −1,01 %
  • Silber: −8,78 %
  • Kupfer: −0,95 %

Besonders auffällig ist der massive Rückgang bei Silber und Platin.

Interpretation

Die Rohstoffmärkte senden ein klares Signal:

  • schwächere industrielle Nachfrage,
  • Abbau von Inflationsabsicherungen,
  • Liquiditätsbedarf der Investoren.

Der gleichzeitige Rückgang von Edel- und Industriemetallen spricht gegen ein robustes globales Wachstumsszenario.

8. Währungen: Dollarstärke und Risikoscheu

  • US-Dollar-Index: +0,16 %
  • EUR/USD: −0,16 %
  • GBP/USD: −0,19 %

Der festere Dollar verstärkt den Druck auf Schwellenländer, Rohstoffe und exportabhängige Volkswirtschaften.

9. Futures und kurzfristiger Ausblick

Die Futures signalisieren zum Handelsstart keine klare Gegenbewegung. Die Veränderungen sind marginal und deuten eher auf Abwarten als auf Risikobereitschaft hin.

10. Fazit

Die aktuelle Marktphase ist geprägt von:

  • steigender Volatilität,
  • fehlender Marktbreite,
  • defensiver Positionierung,
  • wachsender Skepsis gegenüber dem globalen Wachstum.

Kritische Gesamteinschätzung:
Die Märkte wirken fragil. Weder Aktien noch Rohstoffe senden überzeugende Wachstumssignale, während Anleihemärkte und der US-Dollar auf Vorsicht hindeuten. Die jüngsten Bewegungen sprechen weniger für eine gesunde Korrektur als für eine Neujustierung der Risikobereitschaft.

Kurzfristig dominiert Stabilisierung, mittelfristig bleibt das Umfeld jedoch anfällig für weitere Rückschläge, insbesondere bei enttäuschenden Konjunktur- oder Unternehmensdaten.

AMERICAS MARKETS

NAMELASTCHG%CHG
DJIA49.501,3+260,31+0,53
NASDAQ22.904,579-350,606-1,51
S&P 5006.882,72-35,09-0,51
RUSS 2K2.624,546-23,953-0,9
VIX18,64+0,64+3,56
TSX COMP32.571,55+182,95+0,56
TSX 601.885,84+12,19+0,65
MEXICO S&P/BMV68.730,69-1.004,37-1,44
BOVESPA181.708,23-3.966,2-2,14
MERVAL3.015.927,4-22.613,8-0,74
CHILE CLX IPSA11.425,88-183,52-1,58
IBC INDEX4.874,6+456,37+10,33

Europa

NameLetzterÄnd.
Euro Stoxx 505.970,47-0,41%
AEX 25 (Amsterdam)989,9332-0,35%
ATX (Wien)5.748,06+0,26%
CAC 40 (Paris)8.268,92+0,97%
IBEX 35 (Madrid)18.029,37+0,73%
FTSE 100 (London)10.413,55+1,04%
SMI (Zürich)13.477,57+1,07%
MIB (Mailand)46.600,90+0,36%
PTX (Warschau)1.765,65+0,91%
WBI (Wien)2.171,06+0,20%

Deutschland

NameLetzterÄnd.
DAX24.603,04-0,72%
TecDAX3.613,05+0,20%
MDAX31.524,63-0,04%
SDAX17.925,77-0,44%
HDAX13.053,20-0,68%

ASIA MARKETS

NAMELASTCHG%CHG
NIKKEI53.865,51-427,85-0,79
SHANGHAI4.059,909-42,293-1,03
SHENZHEN13.900,326-255,947-1,81
HSI26.506,33-340,99-1,27
ASX 2008.886,4-41,4-0,46
KOSPI5.170,72-200,38-3,73
STI4.950,29-15,21-0,31
NZX 5013.444,02-23,27-0,17
NIFTY 5025.676-100-0,39
SETI1.340,76-5,78-0,43
MALAYSIA1.735,73-7,09-0,41
TAIWAN31.917,09-372,72-1,15

BONDS

NAMEYIELDCHG
US 10-YR4,266-0,012
US 30-YR4,907-0,008
US 5-YR3,819-0,014
US 2-YR3,549-0,01
US 3-MO3,693+0,009
BUND 10-YR2,866+0,003
JPN 10-YR2,239-0,012
UK 10-YR4,555+0,004

FUTURES & COMMODITIES

NAMELASTCHG%CHG
OIL63,77-1,37-2,1
NAT GAS3,479+0,014+0,4
GOLD4.901-49,8-1,01
SILVER76,985-7,411-8,78
WHEAT525,25-1,5-0,28
COPPER5,795-0,056-0,95

CURRENCIES

NAMELASTCHG%CHG
JPY/USD0,638+0+0,03
ICE US DOLLAR INDEX97,772+0,156+0,16
USD/JPY156,8-0,05-0,032
GBP/USD1,362-0,003-0,191
EUR/USD1,179-0,002-0,161
USD/CAD1,368+0,002+0,13
AUD/USD0,697-0,003-0,386

Rohstoffpreise

EdelmetalleKurs%Einheit
Goldpreis4.886,87-1,56USD je Feinunze
Palladiumpreis1.716,50-1,35USD je Feinunze
Platinpreis2.078,50-5,03USD je Feinunze
Silberpreis77,42-12,38USD je Feinunze

Futures in der Übersicht

NameKurs%
Dax Future24.679,00-0,03
TecDax Future3.614,50-0,15
DJ Euro Stoxx 50 Future5.974,000,02
Dow Jones Future49.526,00-0,13
Nasdaq Futures24.998,00-0,01
S&P 500 Future6.900,00-0,09
Euro-BOBL-Future116,540,03
Euro-BUND-Future128,030,07
Euro-SCHATZ-Future106,890,01
SMI Future13.385,001,07
FTSE 100 Future9.211,004,64
CAC 40 Future8.277,000,93
OMXS 30 Future3.122,500,97
Euro-BTP Futures (Long Term)121,030,24
Euro-BTP Futures (Mid Term)114,44
Euro-BTP Futures (Short Term)107,540,05
Euro-OAT-Futures121,790,06

*Es sei darauf hingewiesen, dass es sich bei den vorliegenden Daten um jene des vorherigen Handelstags handelt. Die Kursdaten der Futures sowie die Kursdaten aus Asien sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuelle Momentaufnahmen.

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