1. Zentrale Kernaussage
Im Januar 2026 verzeichnete die Eurozone im Warenhandel mit dem Rest der Welt ein Defizit von 1,9 Mrd. €.
Im Vorjahr (Januar 2025) lag das Defizit bei 1,4 Mrd. €.
Damit verschlechterte sich die Handelsbilanz leicht. Ein wichtiger Faktor war der starke Rückgang der Überschüsse im Bereich Maschinen und Fahrzeuge.
2. Entwicklung der Eurozone (Euro Area)
2.1 Handelsvolumen
- Exporte: 215,3 Mrd. €
- Rückgang um 7,6 % gegenüber Januar 2025
- Importe: 217,2 Mrd. €
- Rückgang um 7,3 % gegenüber Januar 2025
→ Beide Handelsströme gingen zurück, Exporte jedoch stärker. Dadurch entstand das Defizit.
2.2 Monatlicher Vergleich
Im Dezember 2025 bestand noch ein Handelsüberschuss von 11,2 Mrd. €.
Im Januar 2026 wandelte sich dieser zu einem Defizit von 1,9 Mrd. €.
→ Ein deutlicher Monatsumschwung.
3. Ursachen nach Produktgruppen
3.1 Maschinen und Fahrzeuge
- Überschuss fiel stark:
- 13,2 Mrd. € → 1,6 Mrd. €
→ wichtigste Ursache für den Umschwung.
3.2 Chemische Produkte
- Überschuss sank:
- 24,6 Mrd. € → 16,7 Mrd. €
→ deutliche Verschlechterung der Handelsbilanz in diesem Sektor.
3.3 Energie
- Defizit verringerte sich:
- −26,2 Mrd. € → −19,2 Mrd. €
→ Energiepreise bzw. Importkosten verbesserten die Handelsbilanz teilweise.
4. Entwicklung im Gesamtjahr 2025 (Eurozone)
Trotz des Januar-Defizits weist das Gesamtjahr weiterhin einen Handelsüberschuss auf:
- 2025: 149,9 Mrd. €
- 2024: 159,0 Mrd. €
Weitere Kennzahlen:
| Kennzahl | 2025 |
|---|---|
| Exporte | 2 938,7 Mrd. € |
| Importe | 2 788,8 Mrd. € |
| Binnenhandel Eurozone | 2 670,2 Mrd. € |
→ Der Überschuss blieb hoch, ist aber leicht rückläufig.
5. Entwicklung der Europäischen Union (EU)
5.1 Handelsbilanz
Im Januar 2026:
- Defizit: 5,9 Mrd. €
- Januar 2025: 5,4 Mrd. €
→ ebenfalls leichte Verschlechterung.
5.2 Handelsströme
- Exporte: 189,2 Mrd. € (−10 %)
- Importe: 195,1 Mrd. € (−9,5 %)
Auch hier gilt:
→ stärkerer Rückgang der Exporte als der Importe.
6. Wichtigste Handelspartner der EU
Im Januar 2026:
| Partner | Handelsbilanz |
|---|---|
| China | −32,5 Mrd. € (hohes Defizit) |
| USA | +9,2 Mrd. € |
| Vereinigtes Königreich | +16,4 Mrd. € |
| Schweiz | +5,2 Mrd. € |
| Norwegen | −3,5 Mrd. € |
→ EU hat besonders hohe Defizite im Handel mit China.
7. Saisonbereinigte Daten
Im Vergleich Januar 2026 zu Dezember 2025:
Eurozone:
- Exporte: −1,9 %
- Importe: −2,8 %
- Handelsüberschuss: 12,1 Mrd. €
EU:
- Exporte: −2,8 %
- Importe: −3,7 %
- Überschuss: 10,3 Mrd. €
→ saisonbereinigt zeigt sich weiterhin ein Überschuss, im Gegensatz zu den nicht bereinigten Monatswerten.
8. Kritische Einordnung
8.1 Strukturelle Schwächen
Der Rückgang der Überschüsse in Industriesektoren (Maschinen, Fahrzeuge, Chemie) ist relevant, da diese traditionell Kernbereiche der europäischen Exportstärke darstellen.
8.2 Energieabhängigkeit
Die Verbesserung im Energiesaldo zeigt, dass Energiepreise bzw. Importvolumen stark auf die Handelsbilanz wirken. Die strukturelle Abhängigkeit bleibt jedoch bestehen.
8.3 Rückgang des Handelsvolumens
Sowohl Exporte als auch Importe gingen deutlich zurück (ca. −7 % bis −10 %).
Das kann auf mehrere Faktoren hinweisen:
- schwächere globale Nachfrage
- konjunkturelle Abkühlung
- geopolitische Spannungen
- Wechselkurseffekte
Quelle: Eurostat
