Staats­de­fi­zit 2025 steigt auf 119,1 Mil­li­ar­den Euro bei unver­än­der­ter Defi­zit­quo­te von 2,7 %

Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt berich­tet in sei­ner Pres­se­mit­tei­lung vom 25. Febru­ar 2026, dass das staat­li­che Finan­zie­rungs­de­fi­zit im Jahr 2025 auf 119,1 Mil­li­ar­den Euro gestie­gen ist . Damit lag es um 3,9 Mil­li­ar­den Euro über dem Vor­jah­res­wert (115,3 Mil­li­ar­den Euro), wäh­rend die Defi­zit­quo­te – gemes­sen am Brut­to­in­lands­pro­dukt – unver­än­dert bei 2,7 % blieb . Die Berech­nung erfolgt nach den Vor­ga­ben des Euro­päi­schen Sys­tems Volks­wirt­schaft­li­cher Gesamt­rech­nun­gen (ESVG 2010) und ist maß­geb­lich für die EU-Haus­halts­über­wa­chung im Rah­men der Maas­tricht-Kri­te­ri­en .

Ent­wick­lung nach staat­li­chen Teil­sek­to­ren

Der größ­te Anteil des Defi­zits ent­fiel 2025 auf den Bund mit 79,6 Mil­li­ar­den Euro; hier stieg das Minus gegen­über 2024 deut­lich an . Auch die Gemein­den ver­zeich­ne­ten einen spür­ba­ren Defi­zit­zu­wachs auf 28,1 Mil­li­ar­den Euro . Dem­ge­gen­über konn­ten die Län­der ihr Defi­zit mehr als hal­bie­ren (9,8 Mil­li­ar­den Euro), eben­so ver­rin­ger­te sich das Minus der Sozi­al­ver­si­che­rung deut­lich auf 1,7 Mil­li­ar­den Euro . Den­noch wie­sen – wie im Vor­jahr – alle vier staat­li­chen Ebe­nen ein Defi­zit auf .

Ein­nah­men­ent­wick­lung

Die Staats­ein­nah­men stie­gen 2025 um 5,7 % auf 2 140,2 Mil­li­ar­den Euro . Trei­ber waren vor allem höhe­re Sozi­al­bei­trä­ge (+8,9 %) . Auch die lau­fen­den Steu­er­ein­nah­men erhöh­ten sich um 3,5 % auf 1 031,5 Mil­li­ar­den Euro, dar­un­ter ins­be­son­de­re die Mehr­wert­steu­er (+4,0 %) sowie Ein­kom­men- und Ver­mö­gen­steu­ern (+3,4 %) . Zusätz­lich wirk­ten höhe­re Ein­nah­men aus ver­mö­gens­wirk­sa­men Steu­ern infol­ge eines gestie­ge­nen Erbauf­kom­mens . Rück­läu­fig waren hin­ge­gen die Zins­ein­nah­men (–18,0 %) .

Aus­ga­ben­ent­wick­lung

Die Staats­aus­ga­ben nah­men mit +5,6 % auf 2 259,3 Mil­li­ar­den Euro stär­ker zu als die Ein­nah­men . Beson­ders stark stie­gen die Zins­aus­ga­ben (+8,1 %) . Auch mone­tä­re Sozi­al­leis­tun­gen (+5,6 %) – ins­be­son­de­re für Ren­ten, Pen­sio­nen, Pfle­ge- und Arbeits­lo­sen­geld – sowie sozia­le Sach­leis­tun­gen (+7,3 %) etwa für Gesund­heits- und Pfle­ge­leis­tun­gen erhöh­ten sich deut­lich . Die Brut­to­in­ves­ti­tio­nen wuch­sen um 10,3 %, was vor allem auf Aus­ga­ben aus dem Son­der­ver­mö­gen für Infra­struk­tur und Kli­ma­neu­tra­li­tät sowie auf stei­gen­de Mili­tär­aus­ga­ben zurück­ge­führt wird .

Gesamt­be­wer­tung

Obwohl die Defi­zit­quo­te sta­bil blieb, zeigt die Ent­wick­lung struk­tu­rel­le Span­nun­gen: Die Aus­ga­ben wuch­sen stär­ker als die Ein­nah­men, und ins­be­son­de­re der Bund sowie die Gemein­den ver­zeich­ne­ten deut­li­che Ver­schlech­te­run­gen. Gleich­zei­tig deu­ten stei­gen­de Sozi­al­aus­ga­ben, höhe­re Zins­las­ten und umfang­rei­che Inves­ti­tio­nen auf lang­fris­ti­ge finan­zi­el­le Her­aus­for­de­run­gen hin. Die kon­stan­te Defi­zit­quo­te ver­deckt inso­fern, dass die abso­lu­te Ver­schul­dung wei­ter zunimmt und die finanz­po­li­ti­schen Spiel­räu­me ange­sichts wach­sen­der Ver­pflich­tun­gen ten­den­zi­ell enger wer­den.


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