Analyse des Schweizer Finanzmarkts vom 6. März 2025
Marktentwicklung und Indizes
Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit einem Minus von 0,64% bei 13’029,39 Punkten und verteidigte die psychologisch wichtige Marke von 13’000 Punkten. Der Swiss Performance Index (SPI) fiel um 0,48% auf 17’216,50 Punkte, während der Swiss Leader Index (SLI) um 0,69% auf 2116,94 Punkte nachgab.
Internationale Indizes entwickelten sich uneinheitlich: Der Euro Stoxx 50 legte um 0,82% auf 5’534,30 Punkte zu, während der DAX mit einem Plus von 1,59% auf 23’447,59 Punkte als stärkster europäischer Index hervorging.

Aktienbewegungen und Unternehmensnews
- Gewinner des Tages war Geberit (+6,8%), das nach soliden Jahreszahlen profitierte. Die positive Entwicklung wurde durch eine stabilisierte Nachfrage im Bausektor und eine attraktive Dividendenpolitik unterstützt.
- Adecco stieg um 8,4%, gestützt durch das deutsche Infrastrukturprogramm, das positive Impulse für baunahe Firmen gab. ABB, Holcim und Schindler legten ebenfalls zu.
- Helvetia gewann 1,9%, nachdem der Versicherer starke Jahreszahlen vorlegte. Ein deutlicher Gewinnanstieg um 67% auf 502,4 Mio. CHF und eine erhöhte Dividende wurden positiv aufgenommen.
- V-Zug konnte nach starken Jahreszahlen 10% zulegen und R&S legte 12% zu, während Cicor (+7,8%) von positiven Zukunftsaussichten profitierte.
Auf der Verliererseite standen:
- Galderma Group, die um 9,68% fiel, nachdem das Unternehmen Investitionen in Nemolizumab als Belastungsfaktor für 2025 ankündigte.
- Sonova verlor 5,5%, getrieben durch negative Analystenkommentare und eine zunehmende Konkurrenz im Hörgerätemarkt.
- SGS sank um 4,8%, da der Großaktionär GBL 8,5 Mio. Aktien für 0,8 Mrd. CHF verkaufte.
- Richemont fiel um 4,2%, während Konkurrent Swatch um 2,9% zulegen konnte.

Makroökonomische Entwicklungen
- Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote fiel im Februar auf 2,9%, nachdem sie im Januar noch bei 3,0% lag. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 327 auf 135’446 Personen.
- Europäische Geldpolitik: Die EZB senkte die Leitzinsen um 25 Basispunkte und erklärte ihre Politik als „deutlich weniger restriktiv“. Analysten sehen jedoch ein mögliches Pausieren der Zinssenkungen im nächsten Monat.
- US-Handelspolitik: Die Unsicherheit um mögliche neue US-Zölle sowie steigende Anleiherenditen führten zu einem angespannten Marktumfeld.
Währungen, Rohstoffe und Krypto
- Der EUR/CHF-Wechselkurs sank um 0,41% auf 0,9571, während der USD/CHF-Kurs um 0,75% auf 0,8841 nachgab.
- Die Bundesanleihen stiegen um 20,82% auf 0,6500, was eine Flucht in sichere Anlagen signalisiert.
- Der Ölpreis (Brent) fiel um 0,63% auf 68,94 USD, während Gold leicht um 0,04% auf 2’917,75 USD nachgab.
- Bitcoin legte um 1,42% auf 90’184,35 USD zu und setzte seinen starken Trend fort.
Fazit
Der Schweizer Finanzmarkt stand unter Druck, konnte aber Schlimmeres verhindern. Während der SMI Verluste hinnehmen musste, profitierte insbesondere der Bausektor von Infrastrukturprogrammen in Deutschland. Die Geldpolitik der EZB sorgte kaum für Impulse, während geopolitische Unsicherheiten und US-Zollbedrohungen den Markt belasteten. Defensive Werte wie Roche, Novartis und Nestlé schwächten sich leicht ab, während spekulative Titel wie Bitcoin weiter gefragt waren.
Arbeitslosenzahlen:
- Im Februar 2025 ist die Zahl der Arbeitslosen um 327 Personen (−0,2 %) gegenüber dem Vormonat leicht auf insgesamt 135 446 gesunken.
- Im Vergleich zum Februar 2024 hat sich die Zahl der Arbeitslosen jedoch deutlich um 23 567 Personen erhöht (+21,1 %).
- Die Arbeitslosenquote liegt im Februar 2025 bei 2,9 % und damit leicht niedriger als im Vormonat (−0,1 Prozentpunkte), allerdings um 0,5 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.
- Saisonbereinigt nahm die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Januar um 1 957 Personen (+1,6 %) auf 125 044 zu. Die saisonbereinigte Quote blieb unverändert bei 2,7 %.
- Besonders stark betroffen waren ältere Arbeitnehmer (50 bis 64 Jahre), deren Zahl sich gegenüber Februar 2024 um 18,6 % auf 37 391 erhöhte. Deren Arbeitslosenquote liegt nun bei 2,7 %.
- Die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis 24 Jahre) ging im Monatsvergleich um 254 Personen (−2,1 %) auf 12 087 zurück, stieg aber im Jahresvergleich um 19,5 % an.
Stellensuchende:
- Insgesamt waren im Februar 212 699 Personen als stellensuchend gemeldet – praktisch unverändert zum Januar (−104 Personen), jedoch ein starker Anstieg um 30 681 Personen (+16,9 %) im Vergleich zum Vorjahr.
- Die Quote der Stellensuchenden blieb stabil bei 4,6 %. Saisonbereinigt stieg sie leicht auf 4,4 %.
Aussteuerungen:
- Im Dezember 2024 verloren 2 230 Personen ihren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Das sind 386 Personen (−14,8 %) weniger als im November 2024, jedoch 536 (+31,6 %) mehr als im Vorjahresmonat.
Offene Stellen:
- Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen betrug 44 398, was eine Zunahme von 2 346 (+5,6 %) zum Vormonat bedeutet. Saisonbereinigt jedoch sanken die offenen Stellen um 1 077 (−2,4 %).
- Der Anteil meldepflichtiger Stellen liegt bei 56,3 % (24 995 Stellen), ein Zuwachs um 22,7 % im Vergleich zum Vorjahr.
Kurzarbeit:
- Im Dezember 2024 (aktuellste Zahlen mit Verzögerung) waren noch 5 733 Personen von Kurzarbeit betroffen, eine deutliche Verringerung um 6 579 Personen (−53,4 %) gegenüber November 2024.
Regionale Unterschiede:
- Höchste Arbeitslosenquoten verzeichnen die Kantone Jura (5,1 %), Genf (4,8 %) und Waadt (4,7 %).
- Am niedrigsten waren die Quoten in Appenzell Innerrhoden (0,7 %), Obwalden (1,0 %) und Uri (1,2 %).
Auffälligkeiten nach Wirtschaftszweigen:
- Besonders betroffen ist der Dienstleistungssektor mit 94 317 Arbeitslosen (+22,4 % im Jahresvergleich).
- Industriebranchen meldeten insgesamt 32 260 Arbeitslose (+16,1 % im Jahresvergleich), wobei speziell die Uhrenbranche (+62,8 %) und Elektrotechnik (+38,4 %) betroffen sind.
Fazit:
Die Arbeitsmarktlage bleibt angespannt: Zwar gibt es im kurzfristigen Monatsvergleich eine leichte Entspannung, saisonbereinigt zeigt sich jedoch weiterhin eine steigende Tendenz. Vor allem der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich deutet darauf hin, dass sich die Lage mittelfristig verschärft hat. Besonders problematisch ist die Entwicklung bei älteren Arbeitnehmern sowie in ausgewählten Industrie- und Dienstleistungsbereichen.
SBB feiern 2024 Passagierrekord – Ausbau dringend nötig
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben im Jahr 2024 einen neuen Passagierrekord verzeichnet: Durchschnittlich nutzten täglich 1,39 Millionen Fahrgäste die Züge – ein Anstieg von 70 000 Personen gegenüber dem Vorjahr. Hauptursache dafür waren nicht etwa Pendler, sondern vor allem eine starke Zunahme beim Freizeitverkehr, insbesondere an Wochenenden sowie bei Reisenden aus dem Ausland.
Die gestiegene Nachfrage spiegelt sich auch positiv im finanziellen Ergebnis wider: Der Gewinn erhöhte sich von 267 Millionen Franken im Jahr 2023 auf 275 Millionen Franken. Besonders der Fernverkehr war profitabel (Gewinn: 148 Millionen Franken), während der Regionalverkehr trotz höherer Einnahmen aufgrund gestiegener Unterhaltskosten einen Verlust von 17 Millionen Franken erlitt.
Die Kundenzufriedenheit im Personenverkehr stieg, hauptsächlich dank verbesserter Pünktlichkeit (93,2 Prozent) und erweiterten Abonnement-Angeboten. Ganz anders war die Situation im Güterverkehr: SBB Cargo Schweiz verbuchte einen hohen Verlust von 76 Millionen Franken, was vor allem auf Preiserhöhungen, Baustellen, Personalmangel und die Teilsperre am Gotthard zurückzuführen war. Als Konsequenz sollen dort 80 Vollzeitstellen abgebaut werden.
Mit Blick auf die Zukunft rechnen die SBB bis 2050 mit einem Wachstum von 34 Prozent bei den Personenkilometern, was weitere Investitionen notwendig macht. Ohne Ausbau droht vor allem in Ballungszentren eine Überlastung der Bahnkapazitäten. Zusätzlich wollen die SBB das internationale Angebot ausweiten, insbesondere Tagesverbindungen nach Deutschland, Italien, sowie langfristig nach Barcelona, Rom und sogar London. Auch Nachtzug-Verbindungen etwa nach Amsterdam, Hamburg, Wien, Kopenhagen und Malmö werden verstärkt.
Die Gesamtverschuldung der SBB bleibt hoch und beträgt aktuell 12,1 Milliarden Franken, wovon 2,1 Milliarden in Investitionen flossen. Laut Unternehmensleitung seien langfristig jährliche Gewinne von mindestens 500 Millionen Franken erforderlich, um die künftigen Herausforderungen zu bewältigen. Insgesamt beschäftigten die SBB Ende 2024 rund 35 500 Mitarbeitende, knapp 600 mehr als im Vorjahr, vor allem im operativen Bereich.