Tagesrückblick Schweiz: 07.03.2025

Analyse des Schweizer Finanzmarktes am 7. März 2025

Indizes und Marktentwicklung

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Woche mit einem leichten Plus abgeschlossen. Der Swiss Market Index (SMI) legte um 0,36% auf 13’076,68 Punkte zu. Auch der Swiss Performance Index (SPI) verzeichnete mit +0,40% einen Anstieg auf 17’255,91 Punkte. Der Swiss Leader Index (SLI), der die 30 liquidesten Titel enthält, stieg um 0,09% auf 2’118,80 Punkte.

SMI 5-Tage

Im internationalen Vergleich zeigte sich die Schweiz stabiler als andere europäische Märkte. Der DAX verlor 1,79%, während der EURO STOXX 50 um 1,01% nachgab. Dies ist vor allem auf Gewinnmitnahmen nach den starken Kursbewegungen der letzten Tage zurückzuführen, ausgelöst durch wirtschaftspolitische Unsicherheiten in den USA und Europa.

Markttreiber und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

  1. Globale Unsicherheiten und Zölle
    • Die Unsicherheiten rund um die Zollpolitik der USA haben die Märkte belastet. Präsident Donald Trump hatte neue Strafzölle von 25% gegen Kanada und Mexiko angekündigt, diese jedoch kurzfristig ausgesetzt.
    • Die Auswirkungen auf den Handel zwischen den USA und China belasten insbesondere den europäischen Luxusgütersektor.
  2. Makroökonomische Entwicklungen in der Eurozone
    • Das saisonbereinigte BIP in der Eurozone wuchs im vierten Quartal 2024 nur um 0,2%, nach 0,4% im Vorquartal.
    • Der Arbeitsmarkt blieb stabil, mit einem Anstieg der Erwerbstätigen um 0,1%.
  3. US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen
    • Die USA schufen im Februar 151.000 neue Arbeitsplätze, weniger als die erwarteten 170.000.
    • Die Arbeitslosenquote stieg leicht auf 4,1%, was Sorgen um eine konjunkturelle Abschwächung in den USA verstärkte.

Unternehmensentwicklungen in der Schweiz

  1. Gewinner des Tages
    • Givaudan (+2,2%): Der Aromen- und Duftstoffhersteller profitierte von einer stabilen Nachfrage und wurde von Investoren als defensives Investment bevorzugt.
    • Nestlé (+2,3%): Das Schwergewicht im SMI zeigte sich robust und profitierte von Zuflüssen in defensive Titel.
    • Novartis (+1,5%) und Roche (+1,4%): Die Pharmawerte wurden von Investoren gesucht, nachdem Novartis eine Dividendenerhöhung um 6% auf 3,50 CHF pro Aktie angekündigt hatte.
  2. Verlierer des Tages
    • Richemont (-5,4%) und Swatch (-3,2%): Die Unsicherheiten bezüglich der US-Zollpolitik sowie enttäuschende Zahlen von Ferragamo belasteten den gesamten Luxusgütersektor.
    • Geberit (-2,1%): Gewinnmitnahmen nach vorherigen Kursgewinnen sorgten für Verluste.
  3. Branchenspezifische Entwicklungen
    • Mikron Holding (+8,1%): Der Maschinenbauer profitierte von einem soliden Auftragsbestand und guten Jahreszahlen.
    • Flughafen Zürich (-1,6%): Trotz Rekordgewinn von 327 Mio. CHF für 2024 verlor die Aktie, da das Unternehmen für 2025 aufgrund steigender Kosten einen rückläufigen Gewinn erwartet.
    • SFS (-2,5%): Der Metallverarbeiter meldete schwächere Zahlen, was zu einem Kursrückgang führte.
SMI

Währungs- und Rohstoffmärkte

  1. Währungen
    • Der EUR/CHF-Kurs fiel um 0,15% auf 0,9523, während der USD/CHF-Kurs um 0,73% auf 0,8772 nachgab.
    • Der schwächere US-Dollar spiegelt die Unsicherheiten über die zukünftige US-Zinspolitik wider.
  2. Rohstoffe
    • Goldpreis (+0,19%) auf 2’916,62 USD/Unze: Die Unsicherheiten an den Märkten führten zu Käufen in sichere Häfen.
    • Ölpreis (Brent) stieg um +1,28% auf 70,30 USD: Geopolitische Spannungen und Sanktionen gegen den Iran trieben die Preise.
  3. Kryptowährungen
    • Bitcoin (-2,59%) auf 86’986,74 USD: Die Einführung einer „strategischen Reserve“ durch die US-Regierung aus beschlagnahmten Kryptowährungen sorgte für Verkaufsdruck.

Fazit

Der Schweizer Finanzmarkt zeigte sich in einem volatilen Umfeld vergleichsweise stabil. Defensivwerte wie Nestlé, Roche und Novartis wurden als sichere Häfen bevorzugt. Der Luxusgütersektor geriet aufgrund geopolitischer Spannungen unter Druck. Währungs- und Rohstoffmärkte signalisierten weiterhin Unsicherheiten bezüglich der US-Wirtschaft und der globalen Handelspolitik. Die kommenden Wochen werden maßgeblich davon abhängen, ob sich die geopolitischen Spannungen beruhigen und ob sich die Erwartungen an die Zinspolitik in den USA stabilisieren.


Wohnkosten-Schere öffnet sich 2025 weiter

Laut dem aktualisierten Monitor Wohnungsmarkt des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) zeigt sich 2024 eine leichte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt – jedoch primär im hochpreisigen Segment. Während wohlhabendere Haushalte profitieren, verschlechtert sich die Lage für den unteren Mittelstand und einkommensschwächere Gruppen weiter. Besonders in der Zentralschweiz und Bergregionen bleibt die Wohnungssuche schwierig. Der Knappheitsindikator zeigt, dass insbesondere Familienwohnungen rar sind, während kleinere Wohnungen stärker nachgefragt werden.

Trotz der hohen Mietpreise sind die meisten Haushalte weiterhin gut mit Wohnraum versorgt. Eigentümer profitieren zudem von den Preissteigerungen vergangener Jahre. 2025 könnte sich die Lage für sesshafte Haushalte durch einen sinkenden Referenzzinssatz entspannen, da Mietzinsreduktionen möglich wären. Dies würde jedoch die Schere zwischen Bestands- und Angebotsmieten weiter vergrößern.

Bauboom als Hoffnungsschimmer

Das schwächere Haushaltswachstum und steigende Mietpreise dämpfen die Nachfrage. Gleichzeitig bleibt das Wachstum des Wohnungsbestands mit unter 1 % niedrig. Hoffnung bieten steigende Baugesuche und Baubewilligungen seit 2024 – ihre Effekte sind aber frühestens ab 2026 spürbar. Eine generelle Entwarnung bleibt daher aus.

Der digitale Wohnmonitor des BWO, erstellt von Meta-Sys AG, wird regelmäßig aktualisiert und analysiert die Wohnraumentwicklung. Während sich die Unterschiede in der Wohnraumnachfrage zwischen inländischen und ausländischen Haushalten aufgelöst haben, bleibt die Zuwanderung ein wichtiger Faktor für die Wohnraumnachfrage.

Die Knappheit betrifft primär den Aargau, die Zentralschweiz, Teile der Ostschweiz und Berggebiete.

Die Zahl der Führerausweisentzüge in der Schweiz ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent gestiegen und erreichte 86 995 Fälle. Besonders auffällig war der Anstieg bei entzogenen Lernfahrausweisen um 19,2 Prozent auf 4 756 Fälle. Hingegen nahm die Zahl der annullierten Führerausweise auf Probe um 14,4 Prozent ab.

Die häufigsten Gründe für den Führerausweisentzug waren wie in den Vorjahren überhöhte Geschwindigkeit (31 941 Fälle, +12,8 Prozent), Angetrunkenheit (12 374 Fälle, -1,0 Prozent) und Unaufmerksamkeit (8 577 Fälle, +8,0 Prozent). Zudem gab es einen starken Anstieg bei Entzügen aufgrund von Krankheit oder Gebrechen (+23,9 Prozent auf 7 413 Fälle), insbesondere in der Altersgruppe 75+ (+39,0 Prozent), was auf die neue Regelung zur medizinischen Untersuchung ab 75 Jahren zurückgeführt wird.

Auch die Aberkennungen ausländischer Führerausweise nahmen deutlich zu (+18,0 Prozent auf 24 928 Fälle). Hauptgründe waren überhöhte Geschwindigkeit (+24,8 Prozent) und das Nichtbestehen der Fahrprüfung (+34,3 Prozent).

Die Zahl der neu erworbenen Führerausweise für Personenwagen stieg nach mehreren Jahren des Rückgangs leicht um 1,9 Prozent auf 77 156. Insgesamt besaßen Ende 2024 rund 6,3 Millionen Personen in der Schweiz einen Führerausweis (+0,8 Prozent).

Hier sind die wichtigsten Zahlen aus der Führerausweisstatistik 2024:

Gesamtanzahl Führerausweisinhaber (Kategorie B und Motorräder)

  • 6 313 897 Personen hatten Ende 2024 einen Führerausweis (+1 % gegenüber 2023).
  • Altersgruppen:
    • 18–24 Jahre: 377 537 (-1 %)
    • 25–44 Jahre: 2 155 773 (+1 %)
    • 45–64 Jahre: 2 382 223 (±0 %)
    • 65–74 Jahre: 880 610 (+1 %)
    • 75+ Jahre: 517 754 (+4 %)
  • Nach Geschlecht:
    • Frauen: 2 942 029 (+1 %)
    • Männer: 3 371 648 (+1 %)

Neulenkende (Erstmaliger Erwerb eines Führerausweises)

  • 2024 haben 77 156 Personen einen Führerausweis erworben (+1,9 %).
  • Altersgruppen:
    • 18–24 Jahre: 62 622 (+4 %)
    • 25–44 Jahre: 13 259 (-7 %)
    • 45–64 Jahre: 1 252 (-2 %)
    • 65–74 Jahre: 22 (+5 %)
    • 75+ Jahre: 1 (±0 %)
  • Nach Geschlecht:
    • Frauen: 35 697 (-1 %)
    • Männer: 41 459 (+5 %)

Führerausweise für Personenwagen (Kategorie B)

  • 4 407 852 Personen besaßen Ende 2024 einen Führerausweis für Personenwagen (+2 %).
  • Altersgruppen:
    • 15–17 Jahre: 5 894 (-11 %)
    • 18–24 Jahre: 105 580 (+3 %)
    • 25–44 Jahre: 964 410 (-2 %)
    • 45–64 Jahre: 2 005 125 (+3 %)
    • 65–74 Jahre: 817 132 (+3 %)
    • 75+ Jahre: 509 711 (+4 %)
  • Nach Geschlecht:
    • Frauen: 1 911 904 (+3 %)
    • Männer: 2 495 866 (+1 %)

Neulenkende für Personenwagen

  • 26 494 Personen haben 2024 den Führerausweis der Kategorie B neu erworben (+3 %).
  • Altersgruppen:
    • 18–24 Jahre: 12 360 (+7 %)
    • 25–44 Jahre: 8 342 (+7 %)
    • 45–64 Jahre: 768 (+12 %)
    • 65–74 Jahre: 13 (+117 %)
    • 75+ Jahre: 6 (+500 %)
  • Nach Geschlecht:
    • Frauen: 7 759 (+7 %)
    • Männer: 18 735 (+1 %)

Diese Daten geben einen detaillierten Überblick über die Entwicklung der Führerausweiszahlen in der Schweiz im Jahr 2024.

Gemäß dem Bundesamt für Statistik (BFS) erreichte die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz Ende Juni 2024 erstmals die Marke von 9 002 763 Personen.

Die Gesamtzahl der Führerausweisinhaberinnen und -inhaber betrug Ende 2024 6 313 897 Personen.

Daraus ergibt sich, dass etwa 70 % der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz im Jahr 2024 im Besitz eines Führerausweises waren.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass eine signifikante Mehrheit der Schweizer Bevölkerung über eine Fahrerlaubnis verfügt, was auf eine hohe Mobilität und möglicherweise eine starke Abhängigkeit vom Individualverkehr hinweist.

Die Schweiz ist international bekannt für ihr hervorragend ausgebautes öffentliches Verkehrssystem – mit einem dichten Netz aus Bahnen, Bussen, Trams und Seilbahnen, das auch abgelegene Regionen effizient verbindet. Trotzdem besitzen rund 70 % der ständigen Wohnbevölkerung einen Führerausweis, was auf eine starke Nutzung des Individualverkehrs hindeutet.

Mögliche Gründe für den hohen Anteil an Führerausweisinhabern trotz gutem ÖV:

  1. Ländliche und alpine Regionen
    • Der öffentliche Verkehr ist in Städten wie Zürich, Bern oder Genf extrem effizient, aber in ländlichen Regionen und den Alpen oft weniger dicht getaktet. Viele Menschen brauchen daher ein Auto für Flexibilität und Erreichbarkeit.
  2. Berufliche Mobilität
    • In vielen Berufen ist ein Führerausweis erforderlich, z. B. für Handwerker, Vertreter oder Pflegepersonal im Außendienst. Auch Schichtarbeitende profitieren oft von einem Auto, da nachts oder frühmorgens weniger ÖV-Verbindungen bestehen.
  3. Grenzgänger und Pendler
    • Trotz guter Bahnverbindungen nutzen viele Berufspendler das Auto – etwa wegen kürzerer Fahrzeiten, Komfort oder flexibler Arbeitszeiten. Zudem gibt es viele Grenzgänger aus Deutschland, Frankreich und Italien, die mit dem Auto in die Schweiz zur Arbeit fahren.
  4. Freizeit und individuelle Mobilität
    • Gerade für Freizeitaktivitäten, Wochenendausflüge oder Ferien (z. B. in die Berge oder ins Tessin) bleibt das Auto oft attraktiver als der ÖV, besonders für Familien.
  5. Kulturelle Präferenzen und Wohlstand
    • In der Schweiz ist das Auto nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein Statussymbol. Zudem können sich viele Haushalte finanziell ein Auto leisten, was den Besitz eines Führerausweises attraktiver macht.

Steigende Zahlen trotz Umweltbewusstsein?

Die Schweiz setzt stark auf nachhaltige Mobilität und fördert den öffentlichen Verkehr aktiv. Dennoch ist der Anteil der Führerausweisinhaber in den letzten Jahren weiter gestiegen. Das könnte auf eine Parallelnutzung von ÖV und Auto hinweisen: Viele Menschen haben zwar einen Führerausweis, nutzen ihn aber eher situativ, während sie im Alltag vermehrt den ÖV verwenden.


Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater